Test Farpoint: VR-Ballerspaß mit innovativem Gewehr-Controller

von Thomas Stuchlik (17. Mai 2017)

Wie macht man eine Virtual-Reality-Erfahrung noch realistischer? Man gibt dem Spieler ein Gewehr in die Hand! Ein echtes Gewehr. Aus Plastik. Erfahrt hier, wie sehr der neuartige Aim Controller das Spielerlebnis von Farpoint aufbohrt.

Ein gewagtes Hardware-Experiment trifft auf einen standesgemäßen VR-Shooter. Fertig ist das Endprodukt namens Farpoint, das im Bundle mit dem Aim Controller für etwa 100 Euro erhältlich ist. Die Symbiose aus Hardware und Software sorgt für ein ebenso neuartiges wie immersives Spielgefühl für PlayStation VR. Schließlich fühlt sich das Handling der Waffe fast schon erschreckend intuitiv an. Denn sobald ihr Sonys VR-Brille aufsetzt, schlüpft ihr in die Rolle eines Weltraum-Soldaten. Und mit eurer Wumme zeigt ihr aggressiven Alien-Biestern, wo es langgeht.

Die dürftige Hintergrundgeschichte ist schnell erzählt: Bei einer Jupiter-Mission geraten ihr und eure Mannschaft in eine Raum-Anomalie, die euch alleine auf einem sandigen Planeten stranden lässt. Doch ganz alleine seid ihr gar nicht. Schließlich habt ihr euren besten Freund, den Aim Controller, in den Händen.

Die Hardware

Auch wenn die weiße Plastik-Peripherie unförmig wirkt: Der Aim Controller liegt gut in beiden Händen, egal ob ihr Links- oder Rechtshänder seid. Alle Tasten lassen sich gut erreichen, was schon mal erstaunt. Schließlich verfügt das Gerät über alle Steuerelemente eines DualShock 4. Allerdings gibt es mit Farpoint bisher nur ein einziges Spiel, das damit funktioniert.

Dank Bewegungssensoren und leuchtender Gummikugel erkennt das Spiel jede Bewegung des Gewehrs.Dank Bewegungssensoren und leuchtender Gummikugel erkennt das Spiel jede Bewegung des Gewehrs.

Damit das Positions-Tracking in euren vier Wänden funktioniert, solltet Ihr euch Bewegungsfreiheit schaffen und die PlayStation Kamera zentral vor euch aufstellen. Dann wird der Ziel-Controller korrekt als virtuelle Waffe in euren Händen umgesetzt. Am besten solltet ihr im Stehen spielen, um euch mit der Datenbrille auf dem Kopf leichter umzusehen. Umsehen könnt ihr euch wahlweise aber auch mit dem hinteren Analogstick.

Der vordere Analogstick dient zur Fortbewegung und zum Ausweichen. Denn oftmals steht ihr unter feindlichem Beschuss. Oft sind das aber keine Bleikugeln, sondern Schleimbälle. Als noch schlimmer erweisen sich kleine Krabbler (den Facehuggern aus den Alien-Filmen nicht unähnlich), die euch direkt in die Visage hüpfen. Was euch immer wieder zusammenzucken lässt.

Dieses Video zu Farpoint schon gesehen?

Die Angst spielt mit

In acht Abschnitten bewegt ihr euch durch die sandige Landschaft. Ihr durchquert dabei windige Wüsten, Canyons und Höhlen. Doch erwartet keine Open World! Farpoint ist eine lineare Ballerei mit schlauchförmigen Arealen. Dennoch solltet ihr ständig auf der Hut sein.

Überall verbergen sich kleine wie große Biester, die euch das Bildschirmleben erschweren.Überall verbergen sich kleine wie große Biester, die euch das Bildschirmleben erschweren.

Die meist spinnenartigen Gegner kriegt ihr dank Automatikgewehr schnell klein. Alternativ lest ihr seltene Raketenmunition auf und sorgt für fatale Explosionen. Das Ballern selbst ist die große Stärke von Farpoint. Denn wenn ihr den Aim Controller vor eure Augen haltet, könnt ihr Feinde durch das virtuelle Laservisier genau aufs Korn nehmen. Neben kleinen Fieslingen rücken auch dicker gepanzerte, mannshohe Krabbler heran.

Dann greift ihr mittels Geste besser zur Zweitwaffe am Rücken. Mit einer Schrotflinte erwehrt ihr euch Aliens aus nächster Nähe. Unvorsichtige Spieler werden hier schnell überrannt. Die Kampagne ist bewusst herausfordernd und verfügt über keinen einstellbaren Schwierigkeitsgrad. Deshalb werdet ihr oft sterben und Abschnitte erneut beginnen. Dennoch stellt sich hier ein Lerneffekt ein. Vor allem bei fiesen Gegnerwellen und Bosskämpfen.

Bleibt in Bewegung

Die Hightech-Schießbude ist niemals unfair. Schließlich verfügt ihr über unendlich Standardmunition. Euer Gewehr erhitzt sich jedoch bei Dauerfeuer und benötigt Zeit zum Abkühlen. Außerdem greifen euch kleine Feinde nie von hinten an. Denn diese krabbeln immer vor euch, bevor sie euch an den Kragen gehen.

Duckt euch weg! Denn diese Biester feuern ständig Säurekugeln auf euch ab.Duckt euch weg! Denn diese Biester feuern ständig Säurekugeln auf euch ab.

Dennoch solltet ihr immer wissen, wo sich die nächste Deckung befindet. Hinter Felsen findet ihr Schutz vor Fernangriffen, während ihr nahe Plagegeister abfertigt. Ebenso hilfreich ist es, wenn ihr euch wegduckt oder in die Hocke geht. Schließlich erkennt PlayStation VR jede eurer realen Bewegungen. Oft genug solltet ihr bei feindlicher Übermacht den Rückzug antreten und die Feinde langsam herankommen lassen.

Zwischen den häufigen Ballereinlagen findet ihr hier und da auch Hologramme, die ihr scannt, um eine Sequenz abzuspielen. Ansonsten hält sich die Interaktion mit der Umgebung in engen Grenzen. Es gibt einfach nichts abseits der Wege zu erforschen. Nicht einmal versteckte Abzweigungen. Zwischen den Missionen treiben kurze Filmchen mit Rundumsicht die Geschichte voran.

Action für zwei

Neben der kurzen Solo-Kampagne gibt es vier Koop-Areale, in denen ihr euch mit einem Online-Kumpel zusammentut. Der Spielverlauf ändert sich dabei nicht. Abermals betretet ihr gefährliche Bereiche und knallt alles weg, was sich bewegt.

Im Koop-Modus könnt ihr euch gegenseitig den Rücken freihalten.Im Koop-Modus könnt ihr euch gegenseitig den Rücken freihalten.

Die Abschnitte spielen auf demselben Planeten, sind jedoch noch fordernder. Denn hier tauchen Gegner von allen Seiten auf. Trotz einstellbarem Schwierigkeitsgrad (was der Kampagne fehlt) seid ihr hier voll gefordert. Auch hier bedient ihr euch an herumliegender Granatenmunition, um eurem Kameraden auszuhelfen.

Sollte dieser das Zeitliche segnen (was nicht selten vorkommt), dürft ihr ihn innerhalb eines Zeitlimits wiederbeleben. Wie gut, dass ihr euch direkt über das Mikrofon der VR-Brille absprechen könnt. Denn ohne Zusammenarbeit habt ihr kaum Überlebenschancen. Hoffentlich findet ihr auch einen passenden Online-Partner, denn bei VR-Spielen lassen sich im Allgemeinen nur wenige Mitspieler blicken.

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Tags: Virtual Reality   Koop-Modus   Singleplayer  

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