Test The Regiment

von Daniel Frick (28. Februar 2006)

Terroranschläge und Geiselnahmen sind nicht erst in jüngster Zeit omnipräsent. Seit den 70er Jahren wurden verstärkt Anti-Terror-Einheiten geschaffen, um wachsenden terroristischen Bedrohungen Herr zu werden. Im vorliegenden "The Regiment" von Konami Europe steuert man eine Spezialeinheit der britischen SAS (Special Air Service) durch etliche fiktive und authentische Szenarien mit dem Ziel, mit minimalen Verlusten maximale Effizienz zu gewährleisten.

Sterile Büroräume in der iranischen BotschaftSterile Büroräume in der iranischen Botschaft

Taktik-Shooter ohne taktischen Tiefgang

Im Mai 1980 erlangte die britische SAS traurige Medienberühmtheit, als die iranische Botschaft in London besetzt wurde. Dies ist auch die erste Mission des Spiels, die von dem ehemaligen SAS-Veteran John McAleese in Form einer Videosequenz präsentiert wird. Gedreht an den jeweiligen Originalschauplätzen stellen die Videos den Einstieg in die Levels dar. Ein taktisches Briefing oder ähnliches gibt es leider nicht, nach der Wahl des Arcade- oder Simulationsmodus findet man sich direkt in der Mission wieder. Die Unterschiede zwischen Arcade- und Simulationsmodus erschöpfen sich leider schon in der Tatsache, daß die Reaktionszeit der Gegner schneller ist und man selber weniger Schaden nehmen kann. Zusätzliche taktische Komponenten sucht man im Sim-Modus dagegen vergeblich. Überhaupt: Taktische Komponenten stehen de facto im Hintergrund: Es gibt weder ein Missions-Briefing noch erwähnenswerte taktische Befehle, die man seiner Einheit erteilen kann. Lediglich das Öffnen von Türen und das anschließende Erstürmen von Räumen kann man seinen Recken überlassen. Technische Spielereien wie Minikameras, um Räume auszuspionieren oder ähnliches sucht man ebenfalls vergeblich. Dazu kommt ein Zeitlimit, daß taktisches Vorgehen zusätzlich erschwert, so daß man letztendlich noch mehr dazu verdammt ist, zu wenig überlegt vorzugehen. Realistsiche Bedingungen, die man wohl durch das Limit simulieren wollte, hätte man sicherlich anders besser erreicht. So ist man eher genötigt, zu hetzen und das ganze artet leider zu einem schnöden Action-Geballer aus. Das vorhandene Tutorial schließlich lässt mehr Fragen offen als es beantwortet und macht sich aufgrund der fehlenden taktischen Möglichkeiten ohnehin so gut wie überflüssig.

Auf dem Weg aus der U-Bahn...Auf dem Weg aus der U-Bahn...

Präsentation und Umsetzung absolut durchschnittlich

Die Präsentation läßt mich ebenfalls eher enttäuscht zurück: Die Grafikengine ist veraltet (aufgepeppte Unreal-Engine), was man der Grafikqualität ansieht und sie an aktuellen Standards gemessen in die zweite oder gar dritte Liga absteigen läßt. Der Sound ist eigentlich okay, erweckt das Spiel aber viel zu wenig zu Leben. Geiseln sollten vor Angst wimmern und Terroristen Drohungen ausstoßen. Doch auch das sucht man bei "The Regiment" vergeblich. Die Musik untermalt das Spielgeschehen allerdings recht stimmungsvoll. Die große Stärke bei der Präsentation ist das Leveldesign. Hier kommt noch am ehesten so etwas wie Realismus auf. Vor allen Dingen die Außenlevels (Gärten, Häuserfassaden) lassen Feeling aufkommen. Leider ist die Gestaltung der Innenlevels (die den größeren Teil ausmachen) nicht mehr ganz so gut. Ewig gleich aussehende, sterile Gänge verspielen den Bonus, den man von draußen mit hereingebracht hat schon bald. Die Steuerung und die Menüs sind wie die gesamte Bedienung übersichtlich und unkompliziert geraten. Allerdings stellten sich hier wohl aufgrund der kaum vorhandenen taktischen Möglichkeiten wohl auch keine herausragenden Herausforderungen. Erfreulicherweise sind im Spiel keine Bugs aufgefallen. Der Multiplayermodus schließlich verspricht mehr Abwechslung, was aber eher am Grundsatz der Wirkung eines Multiplay-Spiels als an der tollen Umsetzung von "The Regiment" liegen dürfte.

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