Darum verzögert sich der Release von Videospielen

von Manuel Karner (24. Mai 2017)

Viele von euch dürften sich schon einmal gefragt haben, welche Gründe kleine aber auch große Entwicklerstudios dazu bewegen den Veröffentlichungstermin eines Videospiels zu verschieben. Wie die englischsprachige Webseite Kotaku berichtet, ist es wohl unmöglich einen genauen Zeitplan bei der Spielentwicklung einzuhalten.

Immer wieder kommt es vor, dass der Veröffentlichungstermin eines Videospiels verschoben wird. Oft sogar um mehrere Monate. Den aktuellsten Fall stellt wohl Western-Epos Red Dead Redemption 2 dar, dessen Release auf das Jahr 2018 verschoben wurde.

Manchmal stellen unterschiedliche Features, die ins Spielgeschehen miteinfließen sollten, eine ungeahnte Herausforderung dar. So ist nicht auszuschließen das sich ein Projekt, welches nur zwei Wochen Arbeit verlangen sollte, in Wahrheit weit mehr Zeit beansprucht. Zudem lässt sich selten vorhersagen, wie viele Fehler gegen Ende der Entwicklung auftauchen werden, weshalb auch das oftmals einen Grund darstellt den Release eines Videospiels zu verschieben. Laut Kotaku haben damit selbst die erfahrenen Veteranen unter den Spielentwicklern zu kämpfen.

So auch das Entwicklerstudio Obsidian Entertainment, welches im Herbst 2012 mit den Arbeiten am „Old School“-Rollenspiel Pillars of Eternity begann. Dabei wäre ein Zeitplan erstellt worden, der bis ins Jahr 2014 reichte. Doch während der Produktion sei es immer wieder zu Komplikationen gekommen, wie dem zu großen Spielumfang oder diverse Fehler in der Storyline. Schlussendlich erschien das Rollenspiel am 26. März 2015.

„Von 14 Uhr bis 17 Uhr werde ich in einem Konferenzraum sitzen und wir werden uns die Diagramme, Tabellen und Grafiken ansehen“, so Feargus Urquhart, Geschäftsführer des Entwicklerstudios, „Und wir werden mit den Teams darüber reden wie sie ihre Zeitpläne, Funktionen und Ressourcen verwalten: Wo standen wir letzte Woche, wo stehen wir diese Woche und wo werden wir nächste Woche stehen. Wie geht es voran, machen wir Termine oder werden wir keine machen, wo gibt es Probleme und braucht jemand Hilfe von uns“.

Manche Spiele seien auch einfach noch nicht gut genug, um veröffentlicht zu werden. So werden Features immer weiter verändert, bis sie schließlich ins Gesamtbild passen. „Wir haben immer gerne einen Plan“, meint Wyatt Cheng, Designer bei Entwicklerstudio Blizzard Entertainment, „Aber wir sind flexibel mit diesem Plan, wenn wir es sein müssen. Also haben wir ein Ziel und wir versuchen die Termine einzuhalten, wenn möglich“. Auch Rob Foote, der leitende Produzent von Blizzard, beschränkt sich nicht auf einen fixierten Veröffentlichungstermin: „Die Qualität des Spiels sollte bestimmen, was getan wird. Kein Datum, das du 15 Monate vorher vereinbart hast“.

Auch Dragon Age – Inquisition von Entwicklerstudio Bioware wurde immer wieder verschoben. Dabei soll vor allem von Oktober bis zum November 2014 eine schwere Zeit für das Entwicklerteam dargestellt haben. Tausende spielinterne Fehler mussten ausgemerzt werden, die „endlose Arbeitstage“ geschaffen haben sollen. „Es ist schrecklich einem Team zu sagen, dass sich der Zeitplan um sechs Wochen verzögert hat“, meint der Kopf von Bioware, Aaryn Flynn, „Es ist als würde man sagen: 'Oh, die Marathon-Ziellinie von der wir dachten, dass wir sie erreicht haben ist sechs Meilen weiter weg. Tut mir leid, Jungs“.

Mit Dragon Age - Inquisition wurde ein Rollenspiel geschaffen, das nicht alle Fans begeistern konnte. Doch grafisch ist das Videospiel auch heute noch nett anzusehen, wie die Bilderstrecke beweist.

Tags: Singleplayer   Indie   Open World   Politik  

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