Test Vanquish für PC: Alte Action mit neuer Power

von Michael Krüger (26. Mai 2017)

Schnell, laut und unvernünftig - auch viele Jahre nach der ursprünglichen Veröffentlichung verspricht Vanquish die volle Packung Action. Nun endlich auch auf dem PC.

Seit Jahren zählt Vanquish zu den Geheimtipps im Action-Genre. Denn trotz guter Wertungen und einer großen Anhängerschaft reichte es nicht zum überragenden kommerziellen Erfolg. Kein Wunder also, dass auf eine Portierung von PS3 und Xbox 360 auf den PC erst einmal abgesehen wurde. Nun, sieben Jahre nach der ursprünglichen Veröffentlichung, schafft der Third-Person-Shooter nun doch noch den Weg auf euren PC.

Schnelle Schusswechsel, hohes Bewegungstempo und abgefahrene Szenarien bilden die Basis für Vanquish. Platinum Games, berühmt für ihren Hang zur Übertreibung, fahren große Geschütze auf und zeigen, dass sich Shooter nicht immer ernst nehmen müssen.

Nachdem sich die Menschheit in einer fiktiven Version einer nicht allzu weit entfernten Zukunft nicht mehr ausreichend versorgen kann, besiedelt sie eine gigantische Raumstation. Hier kommt es zu einer Verschiebung von Machtverhältnissen, weshalb eine groß angelegte Aktion in die Wege geleitet wird, mithilfe derer die Kolonien zurückerobert werden sollen. In der Rolle von Agent Sam Gideon kämpft ihr in einem hochmodernen Kampfanzug an vorderster Front. Dabei begegnet ihr, ganz im Sinne des futuristischen Szenarios, hauptsächlich mechanischen Gegnern.

Die Gefechte in Vanquish lassen kaum Zeit, um Luft zu holen.Die Gefechte in Vanquish lassen kaum Zeit, um Luft zu holen.

Und wenn Metall auf Metall trifft, scheppert das natürlich gewaltig. Die Kampfmechaniken konzentrieren sich vorrangig darauf, möglichst spektakuläre Manöver zu präsentieren. Zwar könnt ihr aus der Deckung schießen, aber das ist vergleichsweise langweilig. Also rutscht ihr mithilfe von Schubdüsen über dutzende Meter hinweg über den Boden, während ihr nach Bedarf die Zeit verlangsamt, um ein paar Schüsse abzugeben. Das klingt nicht nur aufregend, das ist es in der Tat.

Sobald ihr euch mit den grundlegenden Spielmechaniken vertraut gemacht habt, rast ihr wie ein bleispritzender Wirbelwind über die Schlachtfelder und legt jede Gefahr mit einem Augenzwinkern in Schutt und Asche. Auch das Upgrade-System eures Arsenals ist anders als ihr es von klassischen Third-Person-Shootern kennt. Durch mehrmaliges Scannen der gleichen Waffe, steigt diese in Stufen auf. Das funktioniert allerdings nur bei vollen Magazinen, wodurch ihr ständig entscheiden müsst, welche Waffe, ihr erst einmal stecken lasst, damit sie sich schneller verbessert.

Die richtige Dosis Kitsch

Auch andere Mechaniken sind originell und zeigen, dass Vanquish sich von der Masse abhebt. Befindet ihr euch beispielsweise hinter einer Deckung und möchtet eure Feinde von euch ablenken, zündet ihr einfach schnell eine Zigarette an und werft sie zur Seite. Da die meisten Gegner auf Hitzesignaturen reagieren, habt ihr so ein kurzes Zeitfenster, um anzugreifen oder eure Position zu wechseln. So überzeichnet der Protagonist ist, erinnert er mit seiner Reibeisenstimme wie grimmige Ermittler aus Filmen der 80er-Jahre. Da passt die Idee mit der brennenden Kippe richtig gut.

Hart an der Grenze zum Kitsch: Der archetypische Action-Held Sam Gideon.Hart an der Grenze zum Kitsch: Der archetypische Action-Held Sam Gideon.

Vanquish ist durch und durch stylisch. Alleine schon der Aufbau der Spielwelt lässt daran keinen Zweifel. Immerhin befindet sich die Siedlung auf der Innenseite eines Rings. In manchen Szenen kommt das irre gut zur Geltung und sorgt für eine abgefahrene Stimmung. Solche Eindrücke sind nun noch schöner, da Vanquish in der PC-Version nicht länger von den technischen Limitierungen der vorherigen Konsolengeneration eingeschränkt wird.

Die neue Fassung von Vanquish verfügt unter anderem über Anti-Aliasing, skalierbare Texturen und wählbare Schattenqualität. Da ihr zusätzlich sowohl Auflösung als auch Bildwiederholungsrate nach belieben hochschrauben dürft, seht ihr Vanquish sein Alter vermutlich kaum an. Von gelegentlichem Tearing und teilweise etwas angestaubten Texturen abgesehen. Ein ruheloser Soundtrack, der euer wildes Treiben mit Techno-Rhythmen untermalt, erledigt den Rest. Zeit zum Verschnaufen habt ihr hier kaum.

Meinung von Michael Krüger

Solltet ihr es in den vergangen sieben Jahren tatsächlich geschafft haben, Vanquish nicht zu spielen, obwohl ihr Action-Spiele mögt, dann solltet ihr es umgehend nachholen. Mit der PC-Version bekommt ihr nun die ideale Gelegenheit dazu. Vanquish sieht auf PC nicht nur großartig aus, sondern erlaubt es euch, dank diverser Einstellungsmöglichkeiten, noch mehr aus dem Erlebnis herauszuholen.

Die zusätzliche Möglichkeit, mit Maus und Tastatur spielen zu können, kommt für den einen oder anderen unter euch sicher auch gelegen. Und seid ihr erst einmal so richtig im Vanquish-Fieber, kämpft ihr um hohe Platzierungen in den Bestenlisten. Zwischen atemloser Action und Sci-Fi-Kitsch erwartet euch eine turbulente und rasante Abfahrt der Extraklasse. Natürlich ist es da hilfreich, wenn ihr eine gewisse Portion Übertreibung abkönnt. Einen todernsten Shooter findet ihr mit Vanquish nämlich so gar nicht.

88 Spieletipps-Award

meint: Dank neuer technischer Möglichkeiten verliert Vanquish selbst Jahre nach der ursprünglichen Veröffentlichung nicht an Reiz und bietet Action satt.

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Tags: Science-Fiction   Singleplayer  

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