Exklusiv: Aus Beam wird Mixer - das ist neu am Streaming-Dienst von Microsoft

(Interview)

von Michael Krüger (27. Mai 2017)

Twitch, Youtube, Facebook - das sind die ganz großen Namen im Streaming-Geschäft. Der Markt ist heiß umkämpft. Nun schickt Microsoft einen eigenen Dienst ins Rennen.

Da schaut ihr einmal kurz weg und plötzlich heißt Beam nicht mehr Beam, sondern Mixer. Microsofts hauseigener Streaming-Dienst bekommt nicht nur einen neuen Namen, sondern auch ein paar interessante neue Möglichkeiten. Dabei steht die Nähe zwischen den Streamern und ihrem Publikum im Vordergrund. Zusätzlich soll das Starten von Sendungen mithilfe von Apps erleichtert werden.

Wie das im Detail aussieht und wie es zu der neuen Marke kommt, wollte uns Beam-Gründer und Chef-Entwickler Matt Salsamendi in einem exklusiven Interview persönlich erzählen. Der aktuelle Umfang und die weiteren Pläne klingen schon gar nicht schlecht. Doch reicht es, um mit den ganz Großen gleichzuziehen?

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Interaktion im Fokus

Bevor wir zu unseren eigentlichen Fragen kamen, gab Salsamendi erst einmal eine komplette Übersicht über aller Neuerungen. Diese bauen auf dem Umstand auf, dass Streams auf Mixer so gut wie keine Verzögerung aufweisen. Live ist also im Grunde wirklich live, wodurch ihr in der Rolle als Streamer schneller auf eure Zuschauer reagieren könnt. Dabei bleibt es nicht nur beim bloßen Antworten auf Fragen, sondern erlaubt umgekehrt auch eine Beteiligung des Publikums.

Unter dem Video-Fenster befinden sich interaktive Knöpfe.Unter dem Video-Fenster befinden sich interaktive Knöpfe.

Zu diesem Zweck lassen sich kleine Buttons programmieren, die beispielsweise eine Sound-Datei auslösen. Bestimmte Spiele erlauben ebenfalls Interaktionen. Diese Möglichkeiten gab es bereits bei Beam und mit Mixer sollen sie nun erweitert werden. Mithilfe eines Marktplatzes sollt ihr künftig auch Interaktionen von anderen Nutzern laden oder teilen können. Hierbei gilt allerdings Nutzung auf eigene Gefahr. Auf unsere Frage nach einer Qualitätssicherung wurde lediglich auf ein System verwiesen, über das Nutzer geteilte Inhalte melden können.

Die mobile App von Mixer soll ebenfalls die Nähe zwischen Streamern und ihrem Publikum intensivieren. Da ihr damit nicht nur anderen zuschauen, sondern auch direkt von eurem Smartphone aus Streams starten könnt, sollen so auch mehr Alltagssituationen und Sendungen abseits des eigentlichen Spielens verfügbar gemacht werden. Eine ganz neue Option sollen zudem Multistreams bieten. Was bisher nur über Drittanbieter umsetzbar war, ist in Mixer fest integriert. Mit ein paar Klicks können mehrere Streamer eine gemeinsame Sendung gebündelt auf einem Kanal starten. Gerade für Koop- und Mehrspieler-Modi eine spannende Angelegenheit.

Kampf um Aufmerksamkeit

Nachdem Matt besagte Features erklärt hatte, meldete sich auch noch Job Stauffer, Head of Creative Communications von Telltale Games. Gemeinsam erklärten sie, wie Crowdplay künftig nativ in Mixer laufen soll. Crowdplay ist ein Feature neuerer Telltale-Spiele, das euch erlaubt, andere via Browser über Entscheidungen im Spiel abstimmen zu lassen. So sollen künftig Zuschauer eines Streams direkt über entsprechende Buttons ihre Wahl treffen.

Eine interessante Mehrspieler-Variante.Eine interessante Mehrspieler-Variante.

Spiele live zu übertragen, ist heutzutage für viele ein florierendes Geschäft. Also wollten wir auch von Matt wissen, wie das auf Mixer künftig läuft. Hier weicht man vom üblichen Modell nicht ab. Habt ihr als Streamer genügend Zuschauer, erhaltet ihr mit etwas Glück eine Partnerschaft. Diese erlaubt es euch, eurem Publikum ein kostenpflichtiges Abonnement anzubieten. Also im Grunde so wie ihr es vielleicht von Twitch und anderen Diensten kennt.

Meinung von Michael Krüger

Die Ideen, die Mixer in den Topf wirft, klingen erst einmal gar nicht schlecht. Mehr Interaktion mit dem Publikum ist dem Spaß mit Sicherheit zuträglich und wenn die App wirklich so einfach Streams von unterwegs erlaubt, eröffnen sich dadurch eine Menge neuer Möglichkeiten. Auch die Multistreams versprechen unterhaltsame Stunden.

Fragt man die Nutzer, werden die hübschen Features aktuell noch von offenen Fehlern überschattet. Auch teilweise simple Optionen fehlen noch und werden sowohl von Zuschauern als auch Streamern vermisst. Skepsis ist also trotz allem angebracht.

Und am Ende ist es egal, wie interaktiv und modern ein Stream ist, ohne Zuschauer ist es langweilig. Noch kommen diese nicht in Scharen, doch die Tendenz ist steigend. Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, wie wichtig die Alleinstellungsmerkmale von Mixer dem Publikum und auch den Streamern sind und ob auch grundlegende Bedürfnisse der Nutzer bedacht werden.

Tags: Fun   Livestream  

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