3 Dinge, die ich in beinahe jedem "Open World"-Spiel von Ubisoft gelernt habe

von Amir Forsati (25. Juni 2017)

Die E3 in Los Angeles ist zu Ende und wie gewohnt sind wir von einem Meer an Spieleankündigungen überschwemmt worden. Ein bombastischer Trailer folgte auf den nächsten. Die ultimative Reizüberflutung ist wie immer garantiert. Schließlich sah ich mir die Pressekonferenz von Ubisoft an und realisierte, dass ich deren Spiele mittlerweile fast nicht mehr voneinander unterscheiden kann.

Was? Der erste Trailer von Far Cry Egypt ist zu sehen? Ja, scheint ganz cool zu werden. Das Südstaaten-Setting von Assassin's Creed 5 wirkt auch recht interessant. Irgendwann rieb ich mir zu später Stund' die Augen und realisierte, dass ich drei Dinge von Ubisoft gelernt habe, die ich beinahe in jedem ihrer "Open World"-Spiele wieder entdecke.

Von Videospielen lernen. Das ist so eine Sache. Freilich soll das Medium in erster Linie unterhalten und nicht lehren. Dennoch kann es vorkommen, dass man aus einem guten Spiel - und auf ganz andere Art und Weise auch aus einem schlechten Spiel - etwas mitnimmt. Dass man etwas über sich selbst lernt, etwas fürs Leben lernt, oder auch einfach nur unnützes Wissen anhäuft, das man dann nie wieder aus dem Hirn bekommt. In dieser Reihe wollen wir euch von unseren Erfahrungen berichten, die wir während des Spielens gemacht haben. Von lebensverändernden Weisheiten bis zu erspieltem Blödsinn kann alles dabei sein.

1. Collectathon auf einer riesigen Karte

Was darf gemäß der Ubisoft-Formel in ihren Spielen auf gar keinen Fall fehlen? Natürlich die obligatorisch riesige Karte, auf der ihr das gesamte Geschehen erlebt. Aber was macht ein Entwickler, nachdem er eine wunderschöne Welt entworfen hat? Irgendwie muss er die Spieler doch dazu bringen, nicht nur von einer Hauptmission zur nächsten zu eilen.

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Idealerweise würde ein Entwickler nun versuchen, die bezaubernde Spielewelt mit Leben zu füllen. Als bestes Beispiel sei an dieser Stelle The Witcher 3 - Wild Hunt genannt. Hier entdeckt der Spieler auf seiner Reise nicht nur zahlreiche atemberaubende Gebiete, sondern auch allerlei interessante Charaktere und zahlreiche Abenteuer neben der Hauptmission. Ihr spürt beim Zocken, dass die Welt von The Witcher 3 nur so vor Leben pocht.

Ubsisoft hingegen benötigt das Ganze nicht. Warum sich die Mühe machen, wenn sie stattdessen lieber eine unverschämt hohe Anzahl an Sammelobjekten auf die Karte packen können? Das bietet den Spielern genug Motivation, um die Welt abseits ihrer Story-Kampagne zu erforschen. Nun möge die Sammel-Orgie beginnen!

Es ist egal wie spektakulär die Handlung eurer Kampagne ist. Es ist ebenfalls egal in was für einer aussichtslosen Situation euer Held sich gerade befindet. Wenn ihr nach einer Mission eure Karte öffnet, werdet ihr erst einmal überwältigt von unzähligen leuchtenden Punkten, die ihr bereisen könnt. Die Map schreit euch förmlich an: "Sammel das ganze Zeug! Spielen kannst du später!". Natürlich sammelt dann euer Held dann viel lieber stundenlang irgendwelche Totems, Armbänder oder Flaggen, anstatt seinem Feind das Handwerk zu legen oder seine Liebsten so schnell wie möglich aus der Gefangenschaft zu befreien.

Ubisoft lehrte mich, dass es gar nicht so wichtig ist eine riesige Karte zu haben, in der wir an jeder Ecke unterhalten werden. Anstatt interessante Aspekte hinzuzufügen, wird viel lieber ein Marathon der Suchobjekte eröffnet. Willkommen beim Collectathon von Ubisoft!

2. Das Side-Quest-Massaker

Während die Sammel-Orgie die grundfeste Basis eines typischen Ubisoft Spiels ist, handelt es sich beim Side-Quest-Massaker um eine logische Fortführung dessen. Warum sollte sich ein Entwickler die Mühe machen die Nebenmissionen kreativ auszuschmücken, wenn man die gleiche Mission immer und immer wieder verwenden kann? Recycling hat bei Ubisoft nämlich einen hohen Stellenwert.

Ihre Spiele werden dadurch immer mehr zur harten Arbeit. Die Missionen wiederholen sich ständig, ohne dass die eigentliche Geschichte nennenswert vorangetrieben wird. Auch aus spielerischer Sicht bieten die Side-Quests keinen Mehrwert, weil es anscheinend nur zwei Arten von ihnen gibt.

  1. Ihr sucht die Türme auf der Karte auf und befreit sie von den Gegnern. Dieser Teil der Karte ist nun für euch freigeschaltet. Hier könnt ihr nun nach weiteren Sammelobjekten suchen, die bisher für euch verborgen geblieben sind.

  2. Ihr werdet irgendwo hingeschickt, wo ihr ein weiteres Lager der Feinde infiltrieren müsst. Ihr geht hin, schleicht euch unbemerkt hinein, markiert alle Feinde auf der Karte und tötet sie anschließend. Das macht ihr dann gefühlte 3.000 Mal.

Auch wenn man beinahe jedes Ubisoft-Spiel als "Open World Stealth Action Shooter / Adventure" bezeichnen kann, macht es letztlich keinen Unterschied mehr welcher Titel auf der Verpackung steht. Irgendwie verlaufen die ganzen Missionen ziemlich ähnlich.

Weiter mit: Der Ubisoft-Held

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