Test Final Fantasy 15 - Episode Prompto: Der nächste Held tritt in den Fokus

von Michael Krüger (29. Juni 2017)

Mit Final Fantasy 15 soll so schnell nicht Schluss sein. Neben kostenlosen Updates erscheint nun auch wieder eine weitere Hintergrundgeschichte. Ob Prompto das Zeug zum Helden hat?

Nach einem eher kurzen Ausflug mit Gladiolus wartet nun die nächste der drei Zusatz-Episoden für Final Fantasy 15 auf euch. In Final Fantasy 15 - Episode Prompto steht - wie der Name schon verrät - Prompto im Fokus. Auch über ihn sollt ihr Hintergrundinfos erfahren, während ihr ein Solo-Abenteuer mit ihm bestreitet. Erschienen ist der DLC für PlayStation 4 und Xbox One.

Abseits des Hauptspiels findet ihr nun erneut ein Spiel im Spiel, das den bewährten Mechaniken weitere Komponenten spendiert. Vielen würde es vermutlich schon reichen, wenn die neue Episode länger als die erste ist. Mal sehen, was Episode Prompto noch so bietet.

Fantasy-Ahnenforschung

Wie jeder der vier Hauptakteure aus Final Fantasy 15, verfügt auch Prompto über ein paar wesentliche Eigenheiten. Er ist der lustige und jugendliche Typ, der am liebsten die Abenteuer der Gruppe in Fotos festhält, und wenn es hart auf hart kommt nicht nur komische Sprüche, sondern auch ordentlich Blei verteilt.

So verzweifelt habt ihr Prompto noch nicht gesehen.So verzweifelt habt ihr Prompto noch nicht gesehen.

In seiner persönlichen Geschichte zeigt sich Prompto nun allerdings von einer weniger amüsanten Seite. Während er Stück für Stück die Hintergründe seiner Herkunft erörtert, konfrontiert er sich zunehmend mit grundsätzlichen Fragen über Loyalität und Gemeinschaft. Der vorherrschende Ton des Spiels bleibt damit ziemlich unverändert und setzt erneut auf schwermütige Emotionen.

Die Geschichte ist auf jeden Fall interessant und verleiht dem Charakter Prompto mehr Tiefe. So richtig umfangreich ist das Erlebnis dafür nicht. Sowohl Handlung als auch Spielzeit sind recht kompakt und bieten nur wenig abseits des linearen Verlaufs der Geschichte. Zwar sollen eine Hand voll Nebenmissionen den Umfang etwas strecken, doch die sind recht uninteressant.

Das liegt vor allem auch an der KI, die generell so ziemlich das größte Problem von Final Fantasy 15 - Episode Prompto darstellt. Nicht selten stehen Gegner regungslos da und schauen euch dabei zu, wie ihr ihre Kollegen der Reihe nach erledigt. In anderen Momenten lassen euch Gegnergruppen kaum Zeit zu reagieren und decken euch so heftig mit Angriffen ein, dass ihr schier handlungsunfähig seid. Qualitativ passt dieser Aspekt so gar nicht zum Hauptspiel, das deutlich ausgeglichener ist.

Ein Colt für alle Notfälle

Prompto, der bereits im Hauptspiel flink am Abzug ist, nutzt auch in seiner eigenen Episode vorzugsweise Schusswaffen. Das manuelle Zielen ist zwar teilweise etwas gewöhnungsbedürftig, passt sich allerdings erstaunlich gut in die bekannten Mechaniken ein und macht hin und wieder auch richtig Spaß. Doch wirklich rund wirken die Schusswechsel meistens nicht, was hauptsächlich an der Handhabung der Waffenauswahl liegt.

Kein umwerfender Shooter, aber auf jeden Fall ein besonderes "Final Fantasy"-Erlebnis.Kein umwerfender Shooter, aber auf jeden Fall ein besonderes "Final Fantasy"-Erlebnis.

Habt ihr gerade kein Gewehr zur Hand und euch bleibt nur der Griff zur Standardpistole, könnt ihr im Grunde genau so gut mit Wattebällchen werfen. Zufriedenstellenden Schaden teilt ihr so nämlich nicht aus. Und da ihr keine Verbesserungsmöglichkeiten habt, bleibt euch somit oft nur der Griff zum Schwert. Durch den Wechsel von Nah- und Fernkampf wirkt der Spielfluss häufig unruhig. Grundsätzlich sind die Ideen gut, doch wirkt die Umsetzung etwas zu roh.

Gestalterisch spielt Episode Prompto in der gleichen Liga wie das Hauptspiel. Ein besonderer Höhepunkt sind die neuen Musikstücke und vor allem die Schneelandschaft. Diese dürft ihr mit einem rasanten Schneemobil erkunden. Damit reist ihr im Grunde zwischen manchen Abschnitten hin und her oder widmet euch nach Beenden der Geschichte einem Rennen gegen die Uhr. Die Handhabung des Schneemobils macht Spaß, was unter anderem daran liegt, dass ihr während der Fahrt mit einer Maschinenpistole auf Feinde schießen könnt. Das ist nicht nur effektiv, es sieht auch klasse aus.

Meinung von Michael Krüger

Die gute Nachricht: Episode Prompto dauert länger als Episode Gladiolus. Ob es euch darüber hinaus auch inhaltlich besser gefällt, hängt davon ab, wie viel ihr den Spielmechaniken verzeiht. Denn auch wenn sie etwas unfertig wirken, machen sie Spaß. In machen Abschnitten erinnern sie an Metal Gear Solid 5 - Phantom Pain, was durchaus positiv gemeint ist. Wirklich intensive Spannung wird allerdings oftmals von der etwas eingeschränkten Feind-KI verhindert.

Habt ihr auch nach Beenden des Hauptspiels noch gerne Zeit mit Final Fantasy 15 verbracht, wird euch sicher auch Episode Prompto gefallen. Denn abseits der Kritik an Spielmechanik und Technik erzählt sie eine spannende Geschichte, die einem der Hauptcharaktere mehr Substanz verleiht. Und angesichts des geringen Kaufpreises ist der Umfang definitiv in Ordnung. Immerhin schaltet ihr durch Abschluss der Handlung neue Spielmodi frei und erhaltet Belohnungen für das Hauptspiel.

80

meint: FF 15 liefert neue Höhepunkte. Allerdings liegen die weit auseinander: Lange Warte- und Wegzeiten stören den Spielfluss. Das Kampfsystem ist Geschmackssache.

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Tags: Singleplayer   Fantasy  

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