Test Danganronpa Another Episode - Ultra Despair Girls: Ganz schön meschugge

von Daniel Kirschey (30. Juni 2017)

"Was zu Hölle ... ?!" - diesen Gedanken oder gar Aussruf werdet ihr öfters haben oder verlautbaren, während ihr Danganronpa Another Episode - Ultra Despair Girls zockt. Zum Glück!

Es gibt wenige Spiele, bei denen die erste Reaktion ein Stirnrunzeln, die zweite der offene Mund und die dritte, ein Ausspruch ist, der das totale In-Frage-Stellen des eigenen Handelns pointiert ausdrückt: "Was mache ich hier eigentlich gerade?"

Danganronpa Another Episode - Ultra Despair Girls ist eines jener Spiele, die genau dies schaffen. Als Spin-Off der Hauptreihe Danganronpa, die ebenso krude und verrückt ist, entfernt sie sich erzählerisch nicht weit von dieser. Spielmechanisch ist alles anders. Denn statt Rätseleinlagen, schießt ihr euch durch Horden von Monokumas.

Mechanische Teddybären

Ohne zu viel zu Spoilern: Danganronpa Another Episode spielt zwischen dem ersten und zweiten Teil der Hauptserie. Falls ihr Danganronpa Reloaded 1 - 2 noch nicht kennt, solltet ihr sie zum einen auf keinen Fall verpassen und zum anderen vielleicht sogar vor Another Episode zocken. Das ergibt chronologisch einfach mehr Sinn.

Gleich springt der Böse Teddybär das Mädel an.Gleich springt der Böse Teddybär das Mädel an.

Ihr übernehmt die Rolle der Schülerin Komaru Naegi, die seit anderthalb Jahren in einem Apartment gefangen gehalten wird. Warum? Das weiß weder der Charakter noch ihr - zumindest am Anfang. Ihre Wohnsituation verändert sich drastisch, als ein Monokuma, das sind die schwarz-weißen, mechanischen Bären, in die Wohnung einbricht und sie mit riesigen Krallen anfällt.

Auf dem Hausflur wird alles noch chaotischer: Es brennt, der Monokuma verfolgt Komaru Naegi und dann erscheinen auch noch Männer in Anzügen, die auf den Bär mit Megaphonen "schießen". Japp. Genau. Es tauchen noch mehr Monokumas auf. Ihr könnt euch - im Gegensatz zu den meisten Anzugheinis - retten und bekommt ein Megaphon zugesteckt. Das solltet ihr dann auch nutzen. Denn ... ja, wie soll man das sagen ... eine kleine Gruppe an Kindern bringt mithilfe der Monokumas gerade jeden Erwachsenen auf der Welt um.

Wer hier noch nicht denkt: "Was spiele ich hier, verdammt nochmal?", hat wohl schon alles gesehen. Wem dies nicht so geht, der ist inzwischen von der Geschichte völlig eingenommen und will wissen, was noch alles für verrückter Sche** passiert. Das ist gut, denn die Hauptattraktion des Spiels ist nicht die Spielmechanik, sondern die Handlung.

Lesen und Spielen

Danganronpa Another Episode ist nämlich wie die Hauptreihe zum großen Teil eine Visual Novel mit eingestreuten Gameplay-Sequenzen. Wer es also nicht mag, viel zu lesen, sich eine Geschichte erzählen zu lassen, der ist bei Danganronpa falsch.

Das ist das Megaphon, mit dem ihr Teddybären abknallt.Das ist das Megaphon, mit dem ihr Teddybären abknallt.

Dann würde diese Person aber eine unglaublich amüsante und interessante Handlung verpassen. Denn die Welt, die der Entwickler Spike Chunsoft hier kreiert, ist nicht nur zynisch und humoristisch, sondern auch eine ordentliche Portion grausam. Das funktioniert im Zusammenhang mit dem eigenen Grafikstil des Spiels überaus gut.

Die Abschnitte, in denen ihr dann spielt, zocken sich ein bisschen wie eines der älteren "Resident Evil"-Spiele. In der "Third Person"-Perspektive schaut ihr Komaru Naegi über die Schulter, bleibt stehen und könnt nicht weiterlaufen während ihr zielt - und müsst dabei auch noch gut zielen.

Euer Megaphon verschießt dabei verschiedene Wörter. Jedes Wort hat einen anderen Effekt auf die mechanischen Feinde: Sie explodieren, brennen, bleiben stehen und so weiter. Das bringt einen kleinen, wirklich nur kleinen taktischen Aspekt rein. Trotzallem ist die Spielmechanik von Danganronpa nicht eine Offenbarung. Sie hält euch bei Laune, weiß aber nicht ganz zu überzeugen. Ganz im Gegensatz zur verrückten Handlung.

Meinung von Daniel Kirschey

Mir hat es die Welt von Danganronpa rund um die Monokumas angetan. Der Einstieg, den ich hier gewählt habe, trifft so ziemlich auf meine ersten Reaktionen beim Spielen zu. Statt meinen Kopf komplett abzuschalten, schafft es Danganronpa, mich in eine merkwürdige Bewusstheit hinein zu versetzen.

Das ist natürlich äußerst subjektiv. Aber, dieser Gedanke: "Was mache / spiele / lese ich hier gerade", ist mir einfach zu oft gekommen. Ich habe vor den Autoren dieses Spieles wirklich Respekt. Sich so etwas auszudenken! Ich schalte irgendwie "anders" ab - eine kleine Stimme in meinem Kopf ist sich ständig der Verrücktheit des Spiels bewusst und versucht mein logsiches Denken wachzurütteln, dass ich mich gerade auf etwas völlig Irrationales einlasse.

Diese Irrationalität ist für mich persönlich aber gerade eine Stärke des Spiels. Ich kann über Danganronpa Another Episode - und über die anderen Spiele der Reihe - etwas sagen, das ich sonst über wenige Spiele sagen kann: "So etwas habe ich bislang noch nicht gespielt." Das ist äußerst positiv.

74

meint: Durchgedrehtes Ballerspiel mit viel Handlung. Wer auf verrückte Figuren und Geschichten steht, sollte das nicht verpassen.

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Tags: Fun  

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