Erst super hot, dann totaler Schrott: Die größten Technik-Flops aller Zeiten

(Special)

von Stephan Petersen (03. Juli 2017)

Zunächst im wahrsten Wortsinn als Game-Changer gepriesen, sehen viele die Zukunft der VR-Brillen mittlerweile doch nicht mehr so rosarot. Wird Virtual Reality der nächste kolossale Flop? Wir nehmen die kritischen Stimmen zum Anlass, um einen Blick auf die größten Tech-Nieten der Vergangenheit zu werfen.

Schon in den neunziger Jahren sorgten VR-Brillen kurz für Furore. Sehr kurz. Bild: ©AjerimezSchon in den neunziger Jahren sorgten VR-Brillen kurz für Furore. Sehr kurz. Bild: ©Ajerimez

Das war eine Überraschung: Noch 2016 verkündete Microsoft auf der Spielemesse E3, eine leistungsstarke Konsole mit VR-Unterstützung zu entwickeln. Dementsprechend gespannt warteten Spieler und Journalisten auf die diesjährige E3-Presse-Konferenz des Redmonder Unternehmens. Tatsächlich gab es massig Details zur Xbox One X. Aber kein Wort über Virtual Reality.

Kein Draht zu VR

Auf Nachfragen der Journalisten antwortete Xbox-Chef Phil Spencer, dass Microsoft vorerst keinen VR-Support für die Xbox One X plane. Er beglückwünschte Sony zur Unterstützung von VR. Bei Microsoft hingegen sehe man VR vorerst vor allem auf dem PC und nicht auf Konsolen. Das begründete Spencer mit dem Kabel-Gewirr. Die meisten Konsolen würden halt doch im Wohnzimmer stehen. Und dort seien die vielen Kabel chaotisch und unpraktikabel.

Gerade dieses Argument ist interessant. Schließlich hat Microsoft mit der hauseigenen HoloLens noch einen ganz anderen Pfeil im Köcher. Dabei handelt es sich nicht um eine VR-, sondern eine Augmented-Reality-Brille. Der Nutzer taucht also nicht komplett in eine andere Welt ein. Stattdessen erlebt man eine Mischung aus Realität und Virtualität. Und: Die HoloLens ist kabellos. Auch passt die Aussage von Phil Spencer, VR stecke noch in den Kinderschuhen, zu dem Umstand, dass Microsoft schon seit langem kein Wort mehr über die Zusammenarbeit mit Oculus verloren hat.

Zurück in die Zukunft?

Aber was bedeutet es für VR, wenn ein Branchenriese wie Microsoft nicht wirklich vom Erfolg überzeugt zu sein scheint? In den vergangenen Jahrzehnten hat es schon etliche Technik-Flops gegeben. Auch VR war in den neunziger Jahren schon einmal das nächste ganz große Ding. Klar, aus heutiger Sicht kann man sagen: Die Auflösung war noch ziemlich bescheiden und die Geräte massiv unhandlich. Aber wie sieht es heute aus? Optische Qualität, Benutzerkomfort, Preis, Spieleangebot? Reicht das für den Massenmarkt, reicht das für den Durchbruch?

Die Vergangenheit und unsere Bilderstrecke oben zeigen zudem: Auch ein technisch gutes Produkt setzt sich nicht zwingendermaßen durch. Selbst wenn umfangreiches Marketing und ein Großkonzern dahinterstehen. Microsoft kennt das. Im Formatkrieg zwischen HD-DVD und Blu-Ray setzten die Redmonder auf den Verlierer. Im Videokrieg zog das technisch überlegene Betamax den Kürzeren gegenüber VHS. Die Laserdisc war ihrer Zeit technisch voraus, aufgrund ihres hohen Preises nur ein Nischenprodukt für Cineasten. Ähnlich sieht es bei der Spielkonsole 3DO aus, die technisch top war, aufgrund des hohen Preises und des dünnen Spieleangebots aber zum Flop wurde. Aber natürlich floppen Tech-Produkte auch wegen ihrer schlechten Qualität. So etwa Nintendos Virtual Boy.

In einem etwas älteren Video haben wir schon mal die größten Konsolen-Rohrkrepierer und die Gründe für ihr Versagen zusammengestellt. Natürlich finden sich darin auch einige Kandidaten aus unserer aktuellen Liste:

Es ist definitiv noch zu früh, bei der aktuellen VR-Generation von einem Flop zu sprechen. Nach dem anfänglichen Hype ist angesichts der aktuellen Lage aber zumindest etwas Skepsis angesagt. Denn unsere Bilderstrecke und so manches Beispiel aus dem Video zeigen, dass durchaus ausgereifte Produkte nicht vor einem Absturz gefeit sind. Was meint ihr, wird sich VR langfristig durchsetzen oder bleibt es auch diesmal bei einem kurzen Höhenflug? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!

Tags: Retro   Hardware   Virtual Reality  

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