Vorschau PES 2018: Der FIFA-Konkurrent lässt die Muskeln spielen!

von Olaf Bleich (04. Juli 2017)

Endlich wieder eine anspruchsvolle Fußballsimulation? Konami beweist mit PES 2018 Mut und richtet die Serie neu aus. Wie sich der kommende Teil der legendären Fußballsaga spielt, erfahrt ihr im ausführlichen Vor-Ort-Bericht - direkt aus dem Dortmunder Signal-Iduna-Park.

Die Stimmung ist auf dem Siedepunkt: Im September entbrennt das Duell zwischen FIFA 18 und PES 2018.Die Stimmung ist auf dem Siedepunkt: Im September entbrennt das Duell zwischen FIFA 18 und PES 2018.

Fußballdeutschland boomt und das nicht nur in den Stadien, sondern natürlich auch vor den Bildschirmen. FIFA 17 gehörte zu den erfolgreichsten Spielen des vergangenen Jahres. Aber was ist mit dem einstmals so großen Konkurrenten Pro Evolution Soccer? Der hinkte zuletzt hinterher und suchte trotz starker Ansätze nach seiner Form.

Doch in diesem Jahr könnte das Duell um die Meisterschaft tatsächlich spannender denn je werden. EA Sports protzte beim ersten Anspieltermin bereits mit brillanter Technik und gewohnt mächtiger Präsentation. Nun zog Konami nach und zeigte PES 2018 im Dortmunder Signal-Iduna-Park.

Die Entwickler schraubten drei Jahre an dem am 14. September erscheinenden Ableger und Brand Manager Adam Bhatti versprach, dass Fans erstaunt über die Veränderungen sein werden. Fest steht: PES 2018 bringt Anspruch zurück in die Serie und spielt sich deutlich anders als seine Vorgänger.

Identitäts-Check bestanden

PES 2018 basiert weiterhin auf der Fox-Grafiktechnologie, die bereits in den Vorjahren zum Einsatz kam. Konami arbeitete aber spürbar an der Präsentation. Das Team setzt verstärkt auf TV-Atmosphäre und baut Stadien wie beispielsweise das Camp Nou von Barcelona oder eben den Dortmunder Signal-Iduna-Park detailliert nach. Vor den Spielen fliegt die Kamera über die Arena und saust hinab in die Katakomben der Prachtbauten. In der Meisterliga und der Karriere blickt ihr nun häufiger hinter die Kulissen und nehmt etwa an Pressekonferenzen oder anderen Ereignissen teil.

Der virtuelle Marco Reus ist seinem realen Vorbild wie aus dem Gesicht geschnitten - inklusive Tattoos.Der virtuelle Marco Reus ist seinem realen Vorbild wie aus dem Gesicht geschnitten - inklusive Tattoos.

Bei der Darstellung der Spieler machen besonders die Gesichter und die Bewegungsabläufe einen deutlichen Schritt nach Vorne. Die so genannte Player-ID verleiht den Fußballern noch mehr Individualität. Diese neue Detailversessenheit zeigt sich bereits im Kleinen: Ein Andrés Iniesta spielt das Leder ganz anders als beispielsweise ein Marcel Schmelzer. Iniesta verfügt aufgrund seiner Fertigkeiten über komplett andere Aktionen. In den Trainingsspielen etwa schnippelt er den Ball in Bedrängnis per Außenrist an seinem Gegenspieler vorbei oder lupft ihn leicht an, damit das Zuspiel nicht geblockt wird.

Die hohe Fußballkunst

Auf dem Platz geht es einen Hauch langsamer zur Sache, als in den Vorjahren. Konami reduziert die Spielgeschwindigkeit leicht und unterstreicht damit den Simulationscharakter von PES 2018. Im Vergleich zur Konkurrenz fühlt sich das Feld größer an. Angriffe laufen nicht nur durch die Mitte, sondern häufig auch über die Außen.

Grund dafür ist nicht zuletzt das gut ausbalancierte Mitspielerverhalten. Die Computer-Fußballer gehen teils lange Wege und bieten sich für Zuspiele an. Gerade Flügelflitzer spritzen immer wieder in die Gassen. In unserer Anspielrunde lohnten sich Flügelwechsel ebenso wie hohe Zuspiele in den Lauf. Im Notfall greift ihr zu Dribblings, denn ähnlich wie FIFA 18 ermutigt nun auch PES 2018 zu gelegentlichen Einzelgängen.

Ballzauberer wie Neymar führen das Leder dicht am Fuß und schirmen den Ball automatisch ab.Ballzauberer wie Neymar führen das Leder dicht am Fuß und schirmen den Ball automatisch ab.

Obwohl der Ball nicht mehr so stoisch an den Füßen der Stars klebt, gehen Dribblings flotter von den Fingern. Erneut spielen die Eigenschaften der Spieler eine wichtige Rolle: Ballzauberer wie Messi sind schwer vom Ball zu trennen, schwergewichtige Verteidiger dagegen sollten sich besser nicht an längeren Dribblings probieren. In PES 2018 geht es also vermehrt darum, eure Mannschaft und ihre Schlüsselpositionen zu kennen und deren Stärken auszunutzen.

Mehr Abwechslung inner- und außerhalb des Platzes

Trotzdem bietet PES 2018 eine gänzlich andere Spielerfahrung als FIFA 18. Im Probespiel bissen sich Einsteiger bereits im mittleren Schwierigkeitsgrad die Zähne an der Computer-Verteidigung aus. Ihr müsst euch Torchancen hart erarbeiten oder durch clevere Ideen herausspielen. Ein Patentrezept dafür gibt es nicht. Borussia Dortmund etwa setzt auf schnelle Tempogegenzüge über die Außen, Barcelona dagegen auf Ballbesitz und individuelle Klasse.

Kein Angriff ist wie der andere und gerade die Zweikämpfe profitieren maßgeblich von der neuen Körperlichkeit. Das Rangeln um den Ball fühlt sich physischer an als zuvor und frische Animationen sorgen für manchen Wow-Moment. Bei einer Grätsche von hinten knickt Lionel Messi beispielsweise brutal in den Knien ein, ehe er nach Vorne kollabiert. Abprallende Bälle fliegen nicht mehr wie beim Flipper durch die Gegend, sondern springen aufgrund der etwas schwereren Pocke realistisch davon. Die Zeiten der Ping-Pong-Zweikämpfen sollten damit vorbei sein.

Stürmer blocken den Ball nun ab. Dadurch entstehen realistischer anmutende Zweikämpfe.Stürmer blocken den Ball nun ab. Dadurch entstehen realistischer anmutende Zweikämpfe.

In Puncto Spielmodi gibt sich Konami bislang noch zurückhaltend. Meisterliga und Karriere sollen lebendiger und oppulenter dargstellt werden, myClub wird stärker in die PES League integriert. Neu dabei die Spielart 3v3 bzw. 3vCPU. Ihr tretet also künftig mit bis zu sechs Freunden gegeneinander an. Ob ihr dabei online seid oder gemeinsam auf der Couch sitzt, bleibt euch überlassen. Für die etwas detailversesseneren Spieler folgen im Anschluss an die Duelle Statistiken über die eigenen Leistungen und die Spielweise. PES 2018 speichert diese Daten im Spielerprofil. Im Onlinemodus erfahrt ihr so, wie womöglich fremde Mitspieler agieren und ob sie ins Team passen.

Das alte Lizenz-Lied

Doch bei aller Begeisterung bleibt dennoch ein kleiner Wermutstropfen zurück. Zwar rüstet Konami mit jedem neuen Ableger das Lizenzpaket nach, aber auch in diesem Jahr fährt EA Sports die schwereren Geschütze auf. Besonders deutsche Fußballfreunde müssen auf viele Clubs verzichten. Einen Vertrag mit der Bundesliga gibt es weiterhin nicht und auch Adam Bhatti beschreibt die Verhandlungen als schwierig, schweigt sich zugleich aber über die im Spiel integrierten Vereine - bis auf Borussia Dortmund - aus.

Immerhin verspricht Bhatti neue Legenden für Meisterliga und andere Spielmodi. Unlängst bestätigte Konami beispielsweise Diego Maradona, weitere Alt-Stars folgen zur Gamescom. Darüber hinaus taucht erstmals auch Sprint-Star Usain Bolt in einem Fußballspiel auf. Vorbesteller erhalten den Weltrekordler als Bonus. Die Zusammenarbeit mit Konami entstand aus einem zufälligen Treffen. Kurze Zeit später reiste Adam Bhatti nach Jamaika und nahm dort gemeinsam mit Bolt die notwendigen 3D-Scans vor.

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