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Die Siedler 5 - Nebelreich (PC)

Artikel veröffentlicht am 06.05.2005

Vor gerade einmal gut 4 Monaten erschien die von vielen lange und sehnliche erwartete fünfte Ausgabe der erfolgreichen "Siedler-Reihe" und sorgte mit einer deutlichen Neuorientierung des Spiels für heiße Diskussionen in Internet-Foren. Vor einigen Wochen legte "Blue Byte" mit nur kurzem Abstand das Addon "Nebelreich" nach. Ob sich mit dem Addon wieder an alten Werten orientiert wird oder aber der Echtzeitstrategieanteil noch weiter ausgebaut wurde, erfahrt ihr in unserem Test. Von Daniel Frick

Das ewig Böse hält unseren Helden weiter auf Trab

Einer der neuen Helden

Da hat unser Held Dario endgültig den düsteren Kerberos und seine Schergen zum Kuckuck gejagt und möchte endlich sein Königreich erblühen sehen und den Frieden geniessen, doch schon macht sich im Königreich neuer Ärger breit. Die neu gebauten Brücken werden von geheimnisvollen Kreaturen immer wieder zerstört und so macht sich Dario höchstpersönlich auf den Weg, um Frieden und Ordnung in seinem Reich wieder herzustellen. Da sich das dann aufgespürte Nebelvolk als recht schlagkräftig entpuppt, wurde auch Dario mit neuer Power ausgerüstet. Neben neuen Helden und Gebäuden gibt es auch neue Einheiten, die die zahlreichen Nebelgestalten mit einem Tritt in den Hintern wieder in ihr Nebelreich zurückbugsieren sollen. Da diese in der neun Missionen langen Kampagne in Unmengen auftreten, bekommen die Schlachten noch mehr Raum als im Hauptprogramm eingeräumt. "Die Siedler" mausert sich damit langsam aber sich immer mehr zum Echtzeitstrategie-Titel.

Neues, wie es sich für ein Addon gehört

Die Brücken sind wichtige strategische Punkte

Die Neuerungen sind zahlreich ausgefallen. Die neuen Helden Yuki (asiatische Kämpferin) und der Kopfgeldjäger Drake beherrschen solche Abenteuerlichen Manöver wie Feuerwerk zum verwirren der Gegner (Yuki) oder aber Scharfschützenpower (Drake). Später im Spielverlauf stößt dann auch noch Kala, die zauberkundige Herrscherin der Nebelreiches dazu. Neben den neuen Helden gibt es auch neue Einheiten, namentlich die Scharfschützen, Diebe und Kundschafter. Vor allem die Scharfschützen sorgen bei der richtigen Ausbaustufe und der Unterstützung durch Drake für ordentliche Power. Sowohl als Angreifer als auch Verteidiger können sie schlagkräftig genutzt werden, wenn sie durch Infanterie-Einheiten geschützt werden. Der Dieb kann hingegen Rohstoffe stehlen (und dadurch den eigenen Rohstoffvorrat auffüllen) und Gebäude oder Brücken sabotieren. Der Kundschafter findet als echter Profi neue Rohstoffvorkommen und erkundet neue Gebiete. Eine tolle Idee ist das neue Söldnerlager, in dem gegen ordentlich Gold zusätzliche Einheiten gekauft werden können, die einen unterstützen. Gelegentlich bekommt man auch Unterstützung durch das Lösen von Nebenquests, zum Teil sind die Belohnungen der gelösten Nebenaufgaben nicht unerheblich für den weiteren Verlauf der Mission.

Der große Brückenbau

Siedeln macht immer mehr dem Kämpfen Platz

Die neuen Gebäude, namentlich Taverne, Büchsenmacherei, Architekturstube und Brücke dienen der Erforschung bzw. der Herstellung oder Ausrüstung der neuen Einheiten und sind somit ein Erfordernis. In der Taverne heuert man Diebe an, die Büchsenmacher rüsten die Scharfschützen aus und die Architekturstube ist nötig zum Brückenbau. Mit diesem hat "Das Erbe der Könige" übrigens eine neue taktische Komponente erhalten. Wo man zuvor noch durch die Wettermaschine Gewässer zufrieren lassen musste, können diese nun durch Brückenbau überquert werden. Dadurch das diese recht schmal sind, lassen sich einfallende Gegner leichter kontrollieren. Ordentlich erforscht und mit einer Menge Rohstoffen gebaut werden muss die Brücke dennoch und ist daher im Endeffekt "nur" eine Alternative zum Bau der Wettermaschine. Zudem nervt das Programm zum Teil mit einer willkürlich erscheinenden Auswahl, wo sich Brücken bauen lassen und wo nicht.

Und nochmal eine Brücke

In Sachen Grafik bleibt man mit detaillierten und liebevoll animierten Einheiten und Gebäuden auf dem eingeschlagenen Pfad vom Hauptprogramm. Allerdings ist das Szenario auf grafisch etwas düsterer ausgefallen, was gut zur Handlung der Bedrohung aus dem Nebelreich passt. Der Sprecher, der wohl nicht allen Spielern gefallen hatte, wurde ausgetauscht und geht nun etwas weniger humorvoll aber nichts desto trotz dynamisch zur Sache. Die Siedler dagegen machen sich nach wie vor lautstark über eure Nachlässigkeiten Luft. Ein besonderes Schmankerl legt "Blue Byte" mit dem mitgelieferten Editor bei. Dort kann man nach einem kurzen "Editor-Tutorial" (tolle Idee!) recht schnell eigene Karten spielen oder aber mit weiterer Einarbeitung wirklich große Karten gestalten. Auf diese Weise bietet natürlich das Mulitplayer-Spiel ein langanhaltendes Spielerlebnis über die neuen Mulitplayer-Karten hinaus.

Fazit

von Daniel Frick

"Nebelreich" bietet erstklassige Unterhaltung für alle diejenigen, die im Hauptprogramm auf ihre Kosten kamen. Neue Einheiten und Helden sowie Einzel- und Mehrspielerkarten und der mitgelieferte Editor bringen neue Herausforderungen und abwechslungs- und umfangreiche Missionen. Das Szenario wurde gelungen etwas düsterer umgesetzt. Nur eine Sache ist nicht ganz gelungen: Mit dem Übergang von einem klassischen Aufbauspiel zu immer mehr Echtzeitstrategie sind die zahlreichen Kämpfe sowie die einzelnen Einheiten noch nicht optimal ausbalanciert. Die Gegner treten eher in Masse als mit Klasse in Erscheinung und trotz neuer Einheiten wie den Scharfschützen laufen die Kämpfe zu unübersichtlich ab. Dafür bietet der ausgezeichnete Editor die Möglichkeit, eigene Karten zu entwickeln. Ein würdiges Addon für alle die, die "Das Erbe der Könige" mochten.

spieletipps meint:
81

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