Vorschau Dauntless - Kostenlose Monster-Hunter-Alternative oder doch nur billiger Abklatsch?

von Emily Schuhmann (12. Juli 2017)

Bisher interessierte sich für die Monsterjagd nur eine relativ überschaubare Schar engagierter Waidmänner. Das will Dauntless jetzt ändern - und das nicht nur mit einem attraktiven Free2Play-Modell.

Die Jagd ist mit allerlei Vorurteilen behaftet. Dabei tut man der Menschheit doch nur einen Gefallen, wenn man sie von feuerspeienden Bibern und garstigen Schuppentieren befreit! Aber zugegeben: Die Hatz auf werhafte Riesenviecher macht auch einfach Spaß. Zumindest den eingeschworenen Fans der Monster-Hunter-Reihe, die dafür sogar in Kauf nehmen, dass Capcoms Fantasy-Jagd viel Geduld und Leidensfähigkeit erfordert. Und genau hier sehen die Macher von Dauntless ihre Chance: Das kooperative, actionreiche "Free to play"-Rollenspiel des kanadischen Studios Phoenix Labs will wesentlich zugänglicher sein, als das Vorbild aus Japan. Wir durften einen ersten Blick darauf werfen und mit den Entwicklern auf die Pirsch gehen.

Schon beim Start wird deutlich, dass Dauntless einsteigerfreundlicher ist: Die Spieler können sich direkt zu Gilden zusammenschließen und statt die ersten Stunden hauptsächlich mit dem Sammeln von Pilzen und dem Erlegen ungefährlicher Weidetiere zu verbringen, dürft ihr euch hier direkt mit den großen Kalibern anlegen. Grafisch erinnert das Spiel etwas an Fortnite - farbenfroh und fantasievoll.

Einer der wichtigsten Punkte für die Entwickler ist das Kampfsystem. Die Auseinandersetzungen sollen dynamisch sein und jeder Angriff muss sich einfach gut anfühlen. Ein mit Bedacht gewählter Schwerpunkt, denn eure Hauptbeschäftigung auf den "Shattered Islands" ist die Jagd auf große, meist äußerst übellaunige Monster.

Welt in Scherben

Ihr startet mit einem selbsterstellten Charakter in euer Abenteuer, als sogenannter Slayer. Interessanterweise verzichtet der Editor auf eine Geschlechterwahl. Ihr stattet einfach eine neutrale Figur mit den von euch gewünschten Atributen aus und gebt ihr einen Namen. Eine elegante Lösung für das brisante und aktuelle Thema der Geschlechteridentität. Hier ist prinzipiell alles möglich.
Als Slayer seid ihr dafür verantwortlich die Bevölkerung von Ramsgate zu beschützen, nachdem eine Katastrophe die Welt in einzelne, schwebende Inseln zerschmettert hat. In der Luft gehalten werden die Bruchstücke durch die mysteriöse Substanz Aether.

In der Stadt Ramsgate könnt ihr Kontakte knüpfen, handeln und Gegenstände herstellen.In der Stadt Ramsgate könnt ihr Kontakte knüpfen, handeln und Gegenstände herstellen.

Die Behemoths sind Kreaturen reinen Aethers und um zu überleben, müssen sie große Mengen davon verschlingen. Eulenbär Shrike oder das katzenartige Feuerungetüm Embermane treten in verschiedenen Formen auf, die jeweils andere Attacken und Statuswerte besitzen. Gelegentlich werdet ihr in besonderen Events auch legendären Varianten begegnen, die euch bei erfolgreicher Jagd mit außergewöhnlichen Gegenständen belohnen. Mit den Materialien, die ihr auf euren Streifzügen erhaltet, könnt ihr Rüstungen und Waffen herstellen.

In der im August startenden, geschlossenen Beta-Phase sollen euch erstmal 36 Monsterrassen das Leben schwer machen. Und nicht nur die Monster, auch das Spiel selbst zeigt Zähne, denn auch wenn die Entwickler Wert darauf legen, dass ihr Spiel zugänglich bleibt: Einfach ist anders!

Jäger oder Beute?

Der leichte Teil von Dauntless ist das Sammeln von Mineralien, Pflanzen und anderen Rohstoffen. Geht es dann aber auf die Jagd, werdet ihr ganz schön gefordert. Das ist aber auch gut so, denn ohne eine gewisse Herausforderung wäre das Monstergerangel sicherlich schnell reizlos. Übrigens entscheidet der Zufall, welche der vielen Inseln ihr betretet und mit etwas Pech erwischt ihr die netten Tierchen genau im falschen Gebiet oder zur falschen Uhrzeit. Eulenbiest Shrike ist beispielsweise stärker bei Nacht und dann solltet ihr vorsichtig sein, dass nicht ihr am Ende die Beute seid.

Bisher stehen euch vier Waffentypen zur Verfügung, zum Beispiel Hämmer, die als sekundäre Fähigkeit einen Kurzdistanzschuss abfeuern können. Dem Wunsch der Spielerschaft, nach einer richtigen Fernkampfoption, möchte Phoenix Labs bald nachkommen. Je nach Waffe könnt ihr den Monstern auch bestimmte Körperteile abringen. So kommt ihr gezielt an Dinge, die ihr für euer momentanes Handwerksprojekt braucht und könnt zusätzlich auch den Kampf beeinflussen. Ohne seinen Schwanz kann Quillshot diesen beispielsweise nicht mehr einsetzen, um euch zu verletzen.

Möglichst gekonnte Kombinationen aus leichten und schweren Angriffen machen den Hauptanteil eines jeden Aufeinandertreffens mit einer der gigantischen Kreaturen aus. Fast noch wichtiger ist aber, dass ihr immer einen Finger auf der Taste für Ausweichen geparkt habt. Denn nur wer sich im rechten Moment wegduckt, hat eine Chance gegen die angriffslustigen Biester. Damit der Kampf sich auch wirklich für alle Spieler gut anfühlt, erlaubt euch Dauntless die gesamte Steuerung nach euren Wünschen anzupassen.
Schnelle Reaktionen sind essentiell, besonders wenn das nette Tierchen mit dem ihr es gerade zu tun habt, in den aggressiven Modus wechselt und so noch heftiger austeilt. Ein Stimmungswechsel wird durch farbiges Leuchten oder spezielle Animationen angezeigt. Auch was die Lebensenergie der Viecher angeht, verzichten die Entwickler auf Anzeigenelemente. Stattdessen müsst ihr euch an den Wunden orientieren, die ihr dem Behemoth bereits zugefügt hat.

Gemeinsam stark

Zwar könnt ihr theoretisch auch allein in den Kampf ziehen, da die Schwierigkeit entsprechend skaliert wird. Aber bestimmte Behemoth-Verhaltensmuster und die ungewöhnliche künstliche Intelligenz machen den Einzelkampf zu einer enormen Herausforderung. Statt immer das gleiche Angriffsmuster abzuspulen, versuchen die Kreaturen stets möglichst viel Schaden auszuteilen.
Um effektiv gegen sie vorzugehen, solltet ihr möglichst immer wissen welche Attacken euer Gegner einsetzen kann, wie lang die Abkühlphasen zwischen den Einsätzen sind und welcher eurer Angriffe in welcher Situation am meisten Schaden verursacht. In einer Gruppe lassen sich Fehler im Kampf wesentlich leichter ausgleichen. Nicht umsonst wird Dauntless explizit als kooperatives Spiel beschrieben, auch wenn es keine Rollenverteilung wie in anderen Online-Rollenspielen gibt, die mehrere Spieler nötig machen würde.

Bis zu vier Spieler können bisher gleichzeitig auf die Jagd gehen. Größere Gruppen sind angedacht.Bis zu vier Spieler können bisher gleichzeitig auf die Jagd gehen. Größere Gruppen sind angedacht.

Damit ihr euch mit anderen Jägern über Sprachchat unterhalten könnt, ist eine Kooperation mit den Gaming-Chat-Spezialisten von Discord im Gespräch. Eine gute Absprache kann über Sieg oder Niederlage entscheiden, denn insbesondere die Kämpfe gegen ausgewachsene Monster wollen gut koordiniert sein. Je größer aber die Herausforderung, desto süßer die Belohnung.

Bei den meisten Spielern stehen Individualisierungsgegenstände ziemlich hoch im Kurs. Manche Farben für eure Rüstungen könnt ihr selbst herstellen, andere findet ihr nur im Shop. Das ist ok, ein kostenloses Spiel wie Dauntless muss sich schließlich irgendwie finanzieren. Dafür versprechen die Entwickler keine spielerischen Vorteile gegen Geld anzubieten - frei nach dem selbstgewählten Motto "Slay Behemoths not Credit Cards". Hoffentlich bleibt es dabei und das große Potenzial des Projekts fällt nicht der Profitgier zum Opfer.

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Tags: Fantasy   Free 2 play   Koop-Modus   Multiplayer  

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