Test Pressure Overdrive: Hochdruck oder doch nur ein laues Lüftchen?

von Emily Schuhmann (19. Juli 2017)

Rennspiele gibt es viele, aber in Pressure Overdrive geht es nicht um das Gewinnen eines Rennens. Stattdessen sollt ihr mit einem selbstgebauten Buggy möglichst viele gegnerische Fahrzeuge von der Straße holen.

Mit Volldampf durch ein staubiges Flussbett heizen und dabei gegnerische Fahrzeuge mit Laserkanone und Maschinengewehr ins Visier nehmen: Pressure Overdrive kombiniert eine knallbunte Steampunk-Optik mit Mechaniken, die an ein klassisches Shoot'em up erinnern. Mit Höchstgeschwindigkeit jagt ihr dabei euren Buggy über Rampen, unter Brücken hindurch und in Gegnerhorden hinein. Würde es dabei nicht ein wenig zu farbenfroh zugehen, wäre ein Vergleich zu der dystopischen Welt von Mad Max naheliegend.

Ihr schlüpft in die Rolle von Morgan, einem jungen Tüftler der seine Tage gern mit einem erfrischenden Bad im Fluss beginnt. Eines Morgens erwartet ihn eine böse Überraschung: Das kühle Nass ist komplett verschwunden. Als Übeltäter stellen sich Count Soap und seine Handlanger heraus. Um die Anwohner zu zwingen sein neu eröffnetes Spa zu besuchen, hat dieser das gesamte Wasser abpumpen lassen. Edgar de la Chose, ein wandelndes französisches Klischee inklusive übertriebenem Akzent, gestreiftem Hemd, Barett und Baguette, lädt euch zur „La Resistance“ ein. Dabei handelt es sich um eine Untergrundorganisation, die den bösen Grafen aufhalten möchte.

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Zwei Analogsticks sind einer zu viel

In über 30 Levels geht es in wilder Fahrt über relativ einfach gehaltene Strecken. Spielt ihr mit dem Controller steuert ihr euren Buggy mit dem linken Analogstick, was leider nicht so einfach ist wie es klingt. Statt wie bei beispielsweise Mario Kart 8 Deluxe mit einem Knopf Geschwindigkeit aufzunehmen und mit dem Stick nur die Richtung vorzugeben, ist letzterer hier Lenkrad und Gaspedal in einem. Dadurch fühlt sich die Steuerung oft unpräzise und überempfindlich an. Mit den WASD-Tasten einer Tastatur funktioniert das glücklicherweise schon besser und auch das Ausweichen gegnerischer Projektile ist kein Ding der Unmöglichkeit mehr.

Je weiter ihr vordringt, desto schwerer und abwechslungsreicher werden die Levels und Gegner.Je weiter ihr vordringt, desto schwerer und abwechslungsreicher werden die Levels und Gegner.

Das ist jedoch nur die Hälfte der Steuerung. Mit dem rechten Stick beziehungsweise der Maus setzt ihr eure Waffe ein und könnt so Blitze oder sogar Sägeblätter in Richtung der anderen Fahrzeuge abfeuern. Aus deren Bruchstücken hüpfen euch dann Goldmünzen und manchmal sogar das eine oder andere Power-up entgegen. Das ganze funktioniert auch zu zweit, aber dann fehlt wirklich jeglicher Überblick auf dem Bildschirm. Im Einzelspielermodus folgt die Kamera dem Buggy, seid ihr zu zweit unterwegs, versucht sie beide zu erfassen, aber das klappt eher schlecht als recht.

Auseinandernehmen und Zusammenbauen

Mit jedem Level wächst der Berg an Metallschrott, den ihr produziert und ihr nähert euch dem Grafen. Insgesamt erinnern der und seine dümmlichen Untergebenen sehr an Gru und seine Minions aus den "Ich - Einfach unverbesserlich"-Filmen. Die hellsten Leuchten sind die kleinen Roboter nicht und so fehlt ein wenig die Befriedigung, wenn ihr sie von der Straße holt. Die Trucks auseinanderzunehmen macht da schon mehr Spaß, denn diese mischen das etwas eintönige Spiel mit besonderen Fähigkeiten auf. Manche verschütten eine giftige Substanz die konstant an eurer Panzerung nagt, andere haben beispielsweise eine zielsuchende Kanone.

Um möglichst effektiv zu sein, könnt ihr euren Buggy nach Belieben zusammenbauen und mit neuen Teilen versehen. Die entscheidenden Werte sind Panzerung, Schaden und der Verbrauch von Pressure, also Druck. Neue Karosserien, Anbauten oder Waffen könnt ihr euch bei Edgar kaufen, der in seinem Bistro offensichtlich mehr als nur Baguette unter die Leute bringt. Ihr könnt euer Fahrzeug ganz eurem Spielstil anpassen und so den perfekten Weg finden, dem Wasserdieb eine Lektion zu erteilen. Vorraussichtlich ab dem 25. Juli habt ihr dazu die Chance auf PC und PS4 und einen Tag später soll die Version für die Xbox One in den Startlöchern stehen.

Meinung von Emily Schuhmann

Es ist kein gutes Zeichen, wenn ein Spiel mit Couch-Coop zu zweit weniger Spaß macht als allein. Die Steuerung ist eh schon gelinde gesagt herausfordernd und eine wackelnde Kamera die versucht, beide Spieler im Bild zu behalten, hilft da nicht. Ich hatte zu oft das Gefühl absolut keine Kontrolle über mein Fahrzeug zu haben. Eigentlich würde ich mich als multitaskingfähig bezeichnen, aber gleichzeitig auch noch mit einer Waffe auf sich bewegende Ziele zu feuern, war im Mehrspielermodus nahezu unmöglich.

Spielt man allein bleibt die Kamera fokussiert und mit der Tastatur statt dem Controller hat sich bei mir tatsächlich so etwas wie Spielspaß eingestellt. Und ich bin immer ein Fan von Anpassungsoptionen, erst recht, wenn sie mich einen Strandbuggy mit einem Flammenwerfer ausstatten lassen. Die Geschichte ist nicht atemberaubend und ich würde sie eher niedlich als spannend nennen, aber sie gibt dem chaotischen Renngeschehen immerhin einen Rahmen.

59

meint: Kein klassisches Rennspiel, sondern ein etwas zu chaotischer, schwer zu steuernder, bunter Shooter.

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Tags: Koop-Modus   Multiplayer  

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