Vorschau Uncharted - The Lost Legacy: Auch ohne Nathan ganz groß

von Markus Rehmann (25. Juli 2017)

Bei einer ausführlichen Anspiel-Session durften wir uns eigenhändig davon überzeugen, dass aus dem ursprünglich angedachten Bonus-Kapitel zu Uncharted 4 ein ausgewachsenes Spiel geworden ist. Und was für eins!

In vielen Köpfen ist Uncharted - The Lost Legacy immer noch als eher kurzes Zusatzkapitel zu Uncharted 4 - A Thief's End abgespeichert, dabei hat sich aus diesem ursprünglichen Plan viel, viel mehr entwickelt!

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Umso erstaunlicher, dass auch beim Anzock-Event, der kürzlich in Berlin stattgefunden hat, kein großer Wind um die Länge des Action-Abenteuers rund um die neue Hauptfigur Chloe Frazer gemacht wurde. Eher am Rande und nur auf Nachfrage erfuhren wir, dass die auch ohne Hauptspiel zockbare Bonusepisode länger ist als so manch vorheriger Teil der Reihe - wenn auch nicht ganz so umfangreich, wie Uncharted 4.

Im indischen Dschungel wartet ein ausgewachsenes Unchartet-Abenteuer auf Chloe und euch.Im indischen Dschungel wartet ein ausgewachsenes Unchartet-Abenteuer auf Chloe und euch.

Groß, aber auch großartig?

Den extra angereisten “Naughty Dog”-Repräsentanten lag mehr am Herzen zu betonen, dass die "Open World"-Abschnitte diesmal noch größer ausfallen als in Nathans letztem Abenteuer. Und das durften wir nach einer kurzen Ansprache direkt selbst erfahren - im wahrsten Sinne des Wortes:

Denn Schatzsucherin Chloe und die von ihr angeheuerte Söldnerin Nadine sind im von uns spielbaren, offenen Level via Jeep unterwegs - wie Herr Drake damals zum Beispiel in Madagaskar. Es gilt, drei über das gesamte Areal verstreute Tempelanlagen zu erforschen, in denen wertvolle Hinweise auf das sagenumwobene Artefakt “Stoßzahn von Ganesh” versteckt sind. Dazwischen liegen aber nicht nur einige Kilometer, sondern auch diverse Lager voll mit den Schergen des Oberbösewichts Asav, der - wie könnte es anders sein - ebenfalls auf der Jagd nach dem heiligen Hauer ist.

Mit Bleifuß zum Goldzahn: Um die weiten Wege im Open-World-Level möglichst schnell zurückzulegen, schwingen sich Chloe und Nadine immer wieder in ihren Jeep.Mit Bleifuß zum Goldzahn: Um die weiten Wege im Open-World-Level möglichst schnell zurückzulegen, schwingen sich Chloe und Nadine immer wieder in ihren Jeep.

Der entscheidende Unterschied

Klettern, erforschen, ballern und ein bisschen mit dem Jeep fahren ... Also eigentlich alles wie immer, nur diesmal mit einer weiblichen Heldin? Im Grunde ja, Uncharted - The Lost Legacy bietet auf jeden Fall alles, was die Erfolgsformel der Serie ausmacht. Aber zumindest in unserem "Open World"-Abschnitt kommt, dank der wirklich beträchtlichen Ausmaße und der Liebe der Entwickler zum Detail, noch ein Aspekt dazu, der bisher eher klein geschrieben wurde: Entscheidungsfreiheit.

Die riesige Spielwelt lässt euch weitestgehend die freie Wahl, wie ihr sie erkunden wollt.Die riesige Spielwelt lässt euch weitestgehend die freie Wahl, wie ihr sie erkunden wollt.

Ihr könnt nicht nur entscheiden, in welcher Reihenfolge ihr die drei Tempel aufsuchen wollt, sondern auch, wie ihr die Scharmützel mit den schwer bewaffneten Söldnern angeht. Erstmal von einem fernen Hügel aus eins ihrer Lager beobachten und dann leise infiltrieren? Auf dem Hügel mit Scharfschützengewehr campen? Oder direkt mit dem Maschinengewehr im Anschlag reinstürmen und den Rambo machen? (Spoiler: Die letzte Variante ist nicht unbedingt die erfolgversprechendste!)

Es geht sogar noch weiter: Viele der Auseinandersetzungen lassen sich einfach vermeiden. Habt ihr keine Lust, schon wieder ein hektisches Feuergefecht anzuzetteln, macht ihr einfach einen weiten Bogen um die feindlichen Truppen. Genug Platz ist ja! Dann kann es allerdings sein, dass euch so manch interessante Entdeckung durch die Lappen geht.

Abseits der ausgetretenen Pfade

Denn die Entwickler haben überall in dem riesigen Gebiet sammelbare Items und vor allem zahlreiche optionale Aufgaben versteckt. Mal entdeckt ihr in einem eben gesäuberten Lager eine Mauer, die bei genauerem Hinsehen etwas brüchig wirkt und nach einem gezielten Granatenwurf prompt den Weg zu einer Schatztruhe freigibt.

Auch die serientypischen Schieberätsel finden sich jetzt vermehrt in versteckten Ecken.Auch die serientypischen Schieberätsel finden sich jetzt vermehrt in versteckten Ecken.

Dann klettert ihr irgendwo auf Ruinen herum und betätigt dort einen versteckten Schalter, der eine Art Parcour-Aufgabe triggert: Plötzlich werden diverse Springbrunnen in der Umgebung aktiviert, die ihr innerhalb eines Zeitlimits erreichen müsst, um eine weitere Belohnung abzustauben.

Und schließlich findet ihr auch noch den Eingang zu einer Höhle, in der euch ein (relativ) komplexes Kombinationsrätsel in bester “Tomb Raider”-Manier erwartet: Nur wenn ihr die richtige Reihenfolge erknobelt, in der ihr von Plattform zu Plattform springen müsst, bleibt euch eine Rasur mit dem Beil erspart.

Es lohnt sich also absolut, nicht nur stur mit dem Jeep durch die Gegend zu brettern, sondern immer wieder mal auszusteigen und etwas genauer hinzuschauen. Das "Open World"-Level will nicht nur mit schierer Größe beeindrucken, sondern ist alle paar Meter vollgepackt mit Erlebnissen, die darauf warten, entdeckt zu werden.

Dieses Gameplay-Video von der E3 zeigt: Neben den "Open World"-Ausflügen gibt es natürlich auch wieder strikt lineare Abschnitte in The Lost Legacy.

Who the f**k is Nathan?

Was die Story angeht, können wir nach unserer rund einstündigen Sitzung noch keine verlässlichen Schlüsse ziehen. Hier haben wir aber volles Vertrauen in das Team, das sich zum Großteil aus langjährigen Uncharted-Veteranen zusammensetzt. Und immerhin haben wir schon gemerkt, dass Chloe in Sachen cooler Sprüche und glaubhafter Motivation ihrem Ex-Lover Drake in nichts nachsteht. Auch verspricht die Zusammenarbeit mit der eiskalten Söldnerin Nadine noch ziemlich spannend zu werden. Die war immerhin eine der fiesesten Gegenspielerinnen von Nathan und wird in der Zwischenzeit sicherlich nicht zu den Zeugen Jehovas gewechselt haben. Es bleibt abzuwarten, von welcher Dauer das dynamische Frauenduo wirklich ist.

Jetzt schon sicher ist: Optisch kann das Abenteuer voll überzeugen. Es sieht ebenso opulent und fantastisch aus wie der große Vorgänger. Uns ist sogar ein kleines, aber feines Detail aufgefallen, das hier noch schöner gelöst ist: Wenn sich Chloe durch hohes Gras schleicht, clippen die Halme jetzt nicht mehr einfach durch sie hindurch, sondern werden realistisch weggedrückt. Einmal haben wir sogar beobachtet, wie sie im Vorbeigehen einige größere Blätter dezent mit der Hand zur Seite schob, um den Weg frei zu machen. Beeindruckend!

Rundes Gesamtpaket

Die Entwickler versprechen außerdem eine ordentliche “PS4 Pro”-Unterstützung, inklusive höherer Auflösung und HDR-Support. Dazu kommt The Lost Legacy mit den kompletten Multiplayer- und Survival-Modi aus Uncharted 4 daher.

Die fantastische Lichtstimmung kommt in HDR gleich noch ein wenig beeindruckender daher.Die fantastische Lichtstimmung kommt in HDR gleich noch ein wenig beeindruckender daher.

Was das feine Paket letztendlich kosten soll, wurde auf dem Event leider noch nicht verraten. Auch auf die Frage, ob es für Besitzer des "Uncharted 4"-Season Pass kostenlos zur Verfügung gestellt wird, gab es keine Antwort. Unsere Vermutung wäre: Da Uncharted - The Lost Legacy mittlerweile wirklich wesentlich mehr ist als ein regulärer DLC, wird es auch nicht mehr als solcher gehandelt und daher nicht im Season Pass enthalten sein.

Meinung von Markus Rehmann

Wäre ich bösartig, würde ich schreiben: Buh! The Lost Legacy bietet einfach mehr vom Gleichen. Es spielt sich praktisch genau wie der Vorgänger, große Unterschiede oder Neuerungen sind nicht auszumachen. Und wer bitteschön hat bei Uncharted auf noch üppigere "Open World"-Abschnitte gewartet?

Da ich aber nicht bösartig bin, dafür aber großer Fan der Reihe, sage ich: Juhu! Endlich mehr Uncharted, wie ich es kenne und liebe - und dann noch dazu mit einer interessanten, neuen Hauptfigur, von der ich schon in den vorherigen Teilen gerne mehr erfahren hätte.

Noch größere "Open World"-Levels hätte ich persönlich tatsächlich auch nicht unbedingt gebraucht. Ich habe die Geradlinigkeit der Vorgänger nie als negativ empfunden. Aber immerhin scheinen die Entwickler hier ebenfalls alles richtig zu machen: Wer keinen Bock auf Erkundung hat, klappert einfach schnellstmöglich die Hauptziele ab und entschwindet in die nächste (wahrscheinlich lineare) Stage. Alle anderen finden eine riesige Spielwiese mit (für Uncharted-Verhältnisse ungewohnt) großen Freiheiten vor, die noch dazu mit derart vielen versteckten Items, Rätseln und Herausforderungen aufwartet, dass sich die Spielzeit sicherlich um Stunden verlängert.

Der 23. August kann kommen! Und danach gerne noch zahlreiche weitere Spin Offs … vielleicht auch eins mit Sully, liebe Naughty Dogs?

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