Vorschau Wolfenstein 2 - The New Colossus: Jetzt mit mehr Alien-Power

von Micky Auer (27. Juli 2017)

Bethesda ruft, wir kommen gerannt! In Frankfurt durften wir einen weiteren Abschnitt des kommenden Wolfenstein 2 - The New Colossus ausprobieren. Hier erfahrt ihr, was wir dabei gelernt haben.

Publisher Bethesda lässt sich nicht lumpen: In einem authentisch gestalteten American Diner, das einer Location aus Wolfenstein 2 - The New Colossus nachempfunden ist, erwartet uns beim Anspieltermin auch Andreas Öjerfors, Senior Gameplay Designer bei Machine Games im schwedischen Uppsala. Der war nicht minder gespannt darauf, wie die anwesende Presse auf das Kind seiner Kreativität reagieren würde.

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Herr Öjerfors, Sie können beruhigt sein. Was die Kollegen und wir da spielen durften, ist genau das Wolfenstein, das sich Fans auf der ganzen Welt erwartet haben. Es gibt aber durchaus ein paar signifikante Unterschiede zum Vorgänger Wolfenstein - The New Order, die sich glücklicherweise allesamt im positiven Bereich bewegen, ohne ihre Herkunft zu verleugnen.

Gespielt wurde neben dem bereits im Rahmen der E3 2017 präsentierten Abschnitt, in dem Hauptfigur B.J. Blazkowicz im Rollstuhl sitzt (was ihn in keiner Weise davon abhält, reihenweise Gegner niederzumähen) ein Level, das im berüchtigen Roswell, New Mexico angesiedelt ist. Die meisten von euch wissen sicher, was es mit diesem real existierenden Ort auf sich hat: Dort soll in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts ein UFO abgestürzt sein, dessen Technik und Besatzung bis heute dort gelagert und erforscht werden. Angeblich ... Diesem Abschnitt wollen wir unsere Aufmerksamkeit widmen.

Erzählung, Figuren und Irrsinn

The New Colossus ist nicht einfach "ein weiterer Ego-Shooter mit bösen Soldaten". Dieses Konzept stellt maximal den Rahmen dar, sagt jedoch nichts über das Bild darin aus. Tatsächlich präsentiert sich das Spiel wie ein waschechtes Action Adventure im Shooter-Gewand. Keine der beiden Komponenten wird dabei vernachlässigt. Der Shooter funktioniert als solcher wie bereits im Vorgänger. Die Erzählung baut auf dessen Stärken auf und führt sie gekonnt weiter.

Andreas Öjerfors, Senior Gameplay Designer bei Machine Games, präsentiert in Frankfurt bei Bethesda Wolfenstein 2 - The New Colossus.Andreas Öjerfors, Senior Gameplay Designer bei Machine Games, präsentiert in Frankfurt bei Bethesda Wolfenstein 2 - The New Colossus.

Andreas Öjerfors verspricht noch mehr Zwischensequenzen, um die gehaltvolle Erzählung noch weiter in den Mittelpunkt zu stellen, ist dabei aber darauf bedacht, eine gute Balance zu halten. Schließlich wollt ihr ja nicht bloß dasitzen und zusehen, sondern direkt mit dabei sein! Ob das Vorhaben gelingt, kann natürlich nach zwei aus dem Zusammenhang gerissenen Levels nicht beurteilt werden, jedoch äußern wir dahingehend mal Vertrauen.

Wer Wolfenstein noch nicht kennt, wird vielleicht eingangs etwas verwirrt sein. Denn trotz der grausamen Thematik (das Regime, ja, DAS Regime gewinnt den Zweiten Weltkrieg und besetzt Amerika) und der brutalen Kampfszenen bleibt The New Colossus ein Spiel, das sich unterschwellig nicht so ernst nimmt wie diverse Genre-Kollegen. Die unverhohlenen Übertreibungen an jedem Element des Gesamtkonzepts vermitteln das unmissverständlich. Düstere "Steam Punk"-Einflüsse erlauben zum Beispiel den Einsatz irrwitziger Kriegsmaschinerie und monumental schrecklicher Architektur.

Ein Düsen-Zug? Kein Problem! Mikrowellen-Fallen, die Gegner in einer Sekunde zerplatzen lassen? Her damit! TRAGBARE ATOMBOMBEN??? Das haben wir schon immer mal gewollt! Eine solche Bombe soll B.J. in ein Hauptquartier des Regimes in Roswell schmuggeln und die ganze Anlage in atomarem Feuer und radioaktivem Rauch vergehen lassen. "Schmuggeln" ist natürlich nicht. Sobald der erste Schuss fällt, ist das gesamte Personal hinter ihm her. Darunter auch neue Gegnertypen, die teils rein maschineller Natur sind. Optik und Angriffsmöglichkeiten dieser Roboter lassen darauf schließen, dass das Regime wohl seine Forschungen mit Alien-Technik beschleunigt hat.

Ebenfalls neu und laut Öjerfors mit einer gewichtigen Rolle in der Geschichte versehen, ist die nicht minder gewichtige Sigrun, ihres Zeichens die Tochter der nicht tot zu kriegenden Frau Engel. Sigrun hat eine Vorliebe für Süßkram, Kuchen, Limonade und sonstiges Naschwerk. Ihre Mutter demütigt sie für ihr Aussehen gerne mal vor der versammelten Truppe, was bei Sigrun nicht so gut ankommt. Ebenso wie der Umstand, dass Frau Engel ihre Versprechungen gegenüber Kriegsgefangenen gerne mal, sagen wir: "beugt". In der Vorsequenz zum Roswell-Abschnitt ist Sigrun als Verbündete des Widerstands zu sehen. Da hatte jemand die Schnauze wohl gründlich voll.

Die irrsinnigen Übetreibungen betreffen auch die Charaktere. Der gute B.J. Blazkowicz ist der archetypische Mega-Soldat mit einem Gesicht so kantig wie ein Toastbrot. Er seziert die Feinde mit allen möglichen und teils auch unmöglichen Waffen, ohne dabei auch nur annähernd mit der Wimper zu zucken. In den Story-Abschnitten zeigt er dann wieder, dass er ein fürsorglicher Freund, Kamerad und liebevoller Partner ist. Beißt sich das nicht? Ja, und wie! Genau darin liegt auch der Reiz, der Charme der Wolfenstein-Spiele.

Bekanntes Design im neuen Gewand

Eine visuell so einprägsame Erfahrung wie The New Order verlangt natürlich danach, dass auch The New Colossus die gleichen Pfade beschreitet. Alles andere wäre ein Stilbruch, den Fans des ersten Teils niemals verzeihen würden. Auch hier scheint in den angespielten Abschnitten alles richtig gemacht worden zu sein.

Blauer Himmel und bunte Farben? Schaut mal genauer hin. Der Typ mit der weißen Kapuze trägt kein Halloween-Kostüm, die Flaggen symbolisieren die Herrschaft des Regimes und schwer bewaffnete Soldaten patrouillieren durch die Straßen.Blauer Himmel und bunte Farben? Schaut mal genauer hin. Der Typ mit der weißen Kapuze trägt kein Halloween-Kostüm, die Flaggen symbolisieren die Herrschaft des Regimes und schwer bewaffnete Soldaten patrouillieren durch die Straßen.

Einem Spiel, in dem jede Menge Blut fließt, Körperteile herumfliegen und die Landschaft durch Zerstörung und furchteinflößende, graue Bauten geprägt ist, ordnet man vielleicht nicht unbedingt das Attribut "schön" zu. Dennoch sind die Design-Entscheidungen in Wolfenstein 2 so exakt aufeinander abgestimmt, dass die dichte und beklemmende Atmosphäre immer zum richtigen Zeitpunkt von optischen Eindrücken durchbrochen wird, die euch hoffen lassen: "Hoffentlich kommen jetzt keine Gegner, ich will mir das in Ruhe ansehen!"

Ein Beispiel: Während B.J. sich durch die Kommandozentrale der Anlage schießt, schneidet und brennt, kann durch die großen Fenster ein Raketenstart beobachtet werden. Der Himmel erstrahlt in orangefarbenem Feuerschein, die Wände zittern durch den brachial lauten Raketenantrieb. Licht- und Schatteneffekte vermitteln den Eindruck, dass ihr gerade wirklich einem Raketenstart beiwohnt.

Dem Raketenstart im Hintergrund könnt ihr kaum eure Aufmerksamkeit widmen, weil euch von allen Seiten die Kugeln um die Ohren fliegen.Dem Raketenstart im Hintergrund könnt ihr kaum eure Aufmerksamkeit widmen, weil euch von allen Seiten die Kugeln um die Ohren fliegen.

Einen Moment später wird der ohnehin schon monumental anmutende Soundtrack schneller und treibender. Ein klarer Hinweis darauf, dass die nächsten Gegner anrücken. Wie gehabt rüstet ihr euch für den Angriff mit herumliegender Panzerung, Medi-Packs und Munition. Eure Waffen wechselt ihr schnell durch ein per Knopfdruck aufrufbares Ring-Menü, das glücklicherweise nicht mehr so zittrig reagiert wie im Vorgänger. Die Waffenauswahl geht schnell von der Hand und ihr ärgert euch nicht, weil der Cursor im falschen Waffenfeld gelandet ist. Wenn ihr den Angriff mit zwei Waffen gleichzeitig bevorzugt ("Akimbo"): Kein Problem! Auch das ist wieder vorhanden.

Alle eure Aktionen werden belohnt. Kenner von The New Order wissen, was sie in Sachen Charakterentwicklung erwartet. In einer klar strukturierten Übersicht seht ihr, was ihr tun müsst, um neue Fähigkeiten und Verbesserungen freizuschalten. Die Aufgaben reichen vom Einsatz heimlicher Schleichangriffe bis zu Controller-Akrobatik. Die Belohnungen machen aus der schier unbezwingbaren Kampfmaschine B.J. Blazkowicz eine noch effektivere Tötungseinheit. Wer würde das nicht wollen?

Wie Iron Skies, nur besser

Kennt ihr den Film Iron Skies? Falls nicht, solltet ihr euch das Vergnügen unbedingt mal gönnen. Im Film geht es um eine vergessene Nazi-Mondbasis auf der dunklen Seite des Erdtrabanten. Die Mondsoldaten haben natürlich nichts von alldem mitbekommen, was auf der Erde geschehen ist und gehen zum Angriff über. Das Ergebnis ist irrwitzig. So oder so ähnlich fühlt sich Wolfenstein 2 an, jedoch noch ein ganzes Stück intensiver. Nicht zuletzt, weil ihr das Steuer selbst in der Hand habt.

Die expliziten Gewaltdarstellungen sind auch in der deutschen Version unverändert.Die expliziten Gewaltdarstellungen sind auch in der deutschen Version unverändert.

Andreas Öjerfors geht auf diesen Vergleich jedoch nicht ein. Laut ihm ist das Gesamtergebnis "Wolfenstein" eine Sammlung von Ideen und Inspirationen aus zahlreichen Quellen. Vermutlich will er vermeiden, dass das fertige Spiel als Abklatsch eines anderen Mediums gesehen werden könnte. Das wird jedoch so schnell nicht geschehen, denn der Name Wolfenstein hat sich schon längst aus seinen ganz eigenen Gründen ... nun "einen Namen gemacht." Dennoch, ein Vergleich mit Iron Skies wäre nun wirklich nicht schlimm.

Dann bleibt noch die Frage, wie das mit der deutschen Version läuft. Schließlich gibt es in Wolfenstein jede Menge verfassungswiedriger Symbole, die den 3D-Urvater seinerzeit auf den dunkelsten Platz des Index verwiesen haben. Ganz klar: Die kommen in der deutschen Version nicht vor. Trotz ähnlicher Farbgebung werden alle verfänglichen Symbole durch frei erfundene Designs ersetzt. Denn letzten Endes will Bethesda natürlich keinen Krach mit dem Verfassungsschutz provozieren.

Damit endet aber auch schon der Unterschied zu den internationalen Versionen. Inhaltlich bleibt alles gleich, das betrifft auch die expliziten Gewaltdarstellungen. Zum Milchreisbrei für zart besaitete Gemüter verkommt das brutale Abenteuer also nicht. Und um es noch einmal zu betonen: Die deutsche Version ist nicht geschnitten, lediglich alle verbotenen Symbole wurden entfernt.

Einen Mehrspieler-Modus wird es übrigens auch diesmal nicht geben. Öjerfors ist es wichtig, Wolfenstein 2 als durchgängige Erfahrung für Einzelspieler zu gestalten. Hier mit Biegen und Brechen einen Mehrspieler-Anteil aufzusetzen wäre nicht im Sinne des Erfinders. Im Mittelpunkt steht die Geschichte, getragen von der Action, und die haben beide bislang absolut keinen Grund, sich zu verstecken. Der 27. Oktober kann gar nicht früh genug kommen, denn wenn alles klappt, geht es dann dem Regime wieder auf PS4, Xbox One und PC an den Kragen.

Weiter mit: Ausblick

Inhalt

  • 1. Mit tragbaren Atombomben ins Gefecht
  • 2. Ausblick

Tags: Entwicklerbesuch   Singleplayer  

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