Nintendos Online-Spiele: Einladend statt ausgrenzend

(Kolumne)

von Matthias Kreienbrink (30. Juli 2017)

Direkt zu Beginn gebe ich es zu: Ich mag Online-Spiele eigentlich nicht. Sie sind mir oft zu hektisch, zu zeitintensiv. Und ich mich, wenn ich sie wirklich ernsthaft spielen möchte, im Teamchat mit Beleidigungen auseinandersetzen muss. Daher war es für mich unglaublich interessant, als ich merkte, dass ich Splatoon mag.

Als Splatoon 2015 herauskam, war ich skeptisch. Wie konnte ich es auch nicht sein, war ich doch absolut kein Freund von Online-Spielen. Trotzdem legte ich mir das Spiel zu - irgendwie musste ich ja auch, damit mal wieder ein neues Spiel in meiner Wii U landet.
Ich war überrascht: Der Einstieg war leicht. Der typische Nintendo-Charme holte mich sofort ab, nahm mir auch ein wenig die Verunsicherung. Dennoch war das Spiel auch herausfordernd. Es belohnte mich nach jedem Match, selbst wenn ich ziemlich schlecht gespielt hatte. Dennoch musste ich mich ziemlich ranhalten, wenn ich auf den vorderen Plätzen landen wollte. Besonders dann, wenn ich gegen Freunde spielte, die eindeutig mehr Erfahrung hatten als ich.

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Der Einstieg war gemacht

So hatte ich also ein wenig Blut geleckt. Dank des niedrigschwelligen Einstiegs durch Nintendo und der Erfahrung, dass selbst ein Noob schnell Fortschritte machen konnte, probierte ich noch mehr Spiele aus. Star Wars - Battlefront zum Beispiel, das mich vor allem durch die Atmosphäre überzeugen konnte, bin ich doch ziemlich großer Fan von Star Wars.
Overwatch war es dann aber schließlich, das mir das Splatoon-Gefühl wieder gab. Auch Overwatch ist unglaublich charmant. Die Charaktere machen Spaß, sie sind divers, fühlen sich nahbar an. Und auch Overwatch ließ mich wissen, dass ich kein absoluter Idiot bin, wenn ich mich mal blöd angestellt habe. Vielmehr sagt es den Spielern: "Das war jetzt vielleicht ein wenig blöd. Aber wenn du weitermachst, wirst du sicherlich besser." Anders als viele andere Online-Spiele fühlen sich sowohl Overwatch als auch Splatoon nicht wie Arbeit an. Als ich die Spiele begann, hatte ich nicht das Gefühl, dass nun erstmal eine mehrwöchige Durststrecke kommen würde, die ich durchstehen muss um dann - schließlich, endlich - das Gefühl zu bekommen, besser zu werden.

Sicherlich möchte ich nicht sagen, dass Overwatch sich was bei Nintendo abgeguckt hat. Dennoch hat mir das Spiel auf ähnliche Weise Spaß gemacht wie auch schon Splatoon ein Jahr vorher. Vielleicht ging es ja nicht nur mir so. Vielleicht sind durch Splatoon ja auch ein paar andere Spieler bei Overwatch oder anderen Online-Spielen gelandet.

Und heute?

Nun ist Splatoon 2 für die Nintendo Switch erschienen. In unserem Test zu dem Nintendo-Shooter könnt ihr direkt mal nachlesen, was das Spiel so zu bieten hat.
Vorab muss ich wohl sagen, dass Splatoon 2 eindeutig zeigt, dass Nintendo Online-Services noch nicht so ganz verstanden hat. Wollt ihr Voicechat nutzen oder mit Freunden in einer Gruppe spielen, braucht ihr eine Smartphone-App. Das ist nicht nur keine elegante Lösung, sondern ziemlich bescheuert.

Davon abgesehen funktioniert Splatoon 2 jedoch noch genauso gut wie der erste Teil. Wahrscheinlich sogar besser, alleine deswegen, da es auf einer Konsole erschienen ist, die tatsächlich gekauft wird. Die ihr mitnehmen könnt, um dann in der Schule, in der Uni oder auf der Arbeit mal eine Partie zu spielen. Und auch bei Splatoon 2 merke ich wieder, dass das Prinzip funktioniert: Ein Online-Spiel mit einer niedrigen Schwelle. Ein Spiel, das erstmal alle willkommen heißt. Ein Spiel, das aber dennoch genug Fleisch an den Knochen hat, um auch erfahrenen Spielern eine Herausforderung zu sein. Das Nintendo-Kampfspiel Arms funktioniert übrigens auf ganz ähnliche Art und Weise.

Deshalb denke ich, dass dieses, wenn man es so nennen mag, Nintendo-Prinzip die Online-Spieler der Zukunft heranzüchten kann. Nämlich jene, die eigentlich keine große Lust haben, Stunden und Stunden in ihr Training zu stecken. Die keine Lust auf das Gefühl haben, nicht gut genug für ein Spiel zu sein. Diesen Druck, mit allen anderen mithalten zu müssen. Sondern vielmehr die Lust, besser zu werden, weil das Spiel einladend ist, statt ausgrenzend. Auch wenn Nintendo selbst mit dem Online-Service noch ordentlich zu kämpfen hat, hoffe ich, dass es Online-Spiele mit frischen Farben bespritzen wird.

Ihr seid direkt auf den Geschmack gekommen und wollt ein paar Runden Splatoon 2 zocken? Dann lasst euch nicht unsere Tipps entgehen, die euch den Einstieg NOCH einfacher machen werden.

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Tags: Online-Zwang  

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