Vorschau Life is Strange - Before the Storm: Chloes Weg zur Rebellin angespielt

von Chiara Bruno (07. August 2017)

Life is Strange - Before the Storm ist drei Jahre vor den Ereignissen des ersten Spiels angesiedelt und zeigt Chloes Leben unmittelbar nach dem Tod ihres Vaters. Doch wie spielt sich das Prequel ohne die Macht, die Zeit zurückzudrehen? Wir haben es bereits ausprobiert.

Max' und Chloes Geschichte in Life is Strange faszinierte weltweit unzählige Spieler. Auf der diesjährigen E3 in Los Angeles war es dann endlich soweit: Square Enix kündigt Life is Strange - Before the Storm an. Dabei handelt es sich allerdings nicht um eine Fortsetzung der Geschichte, sondern um ein Prequel. Before the Storm spielt drei Jahre vor dem ersten Teil und erscheint voraussichtlich am 31. August 2017 für PC, PS4 und Xbox One.

Auch steht nicht mehr Max im Mittelpunkt des Geschehens, der Fokus richtet sich diesmal auf Chloe. Was nicht weiter verwunderlich ist, denn drei Jahre vor dem ersten Teil waren die beiden an unterschiedlichen Orten.

Entwickelt wird das Spiel diesmal nicht von Dontnod, den originalen Machern des ersten Teils, sondern von Deck Nine Games. Davon merkt ihr allerdings nichts, denn das Spiel bleibt seinem Stil treu. Kürzlich besuchte Square Enix die Redaktion mit einer kleinen Vorschau zu Life is Strange - Before the Storm. Wie sich die neue Episode spielt, verraten wir euch hier.

Vergangenheitsbewältigung

Im ersten Teil erfahrt ihr bereits, dass Chloe ihren Vater William durch einen Autounfall verloren hat. Zu guter Letzt zieht auch noch ihre beste Freundin Max - Protagonistin des ersten Teils - weg aus Arcadia Bay. In Before the Storm spielt ihr als Chloe, die dieses schreckliche Ereignis verarbeiten muss. Glücklicherweise lernt sie ihren menschlichen Fallschirm Rachel Amber kennen.

Chloe und ihr Vater, kurz vor seinem Tod.Chloe und ihr Vater, kurz vor seinem Tod.

In der Demo der ersten Episode besucht Chloe ein illegales Konzert in einer abgeranzten Scheune, für das sie augenscheinlich zu jung ist. Es gibt wieder viel zu entdecken. Ein kleines aber feines Detail dabei: Anstatt der Fotos, die ihr optional im ersten Teil schießen könnt, malt ihr mit Chloe nun kleine Graffitis.

Mitten in der Scheune steht ein Auto, aus dessen Kofferraum T-Shirts der Band verkauft werden. Typisch: Chloe hat natürlich kein Geld dabei. Wie kommt ihr also an ein Shirt? Zerstört ihr zur Ablenkung das Auto? Und klaut vielleicht nebenbei gleich noch 200 Dollar vom unfreundlichen Verkäufer? Die Handlungen sollten wohl überlegt sein, immerhin gibt es in Before the Storm nicht mehr die Möglichkeit, Taten rückgängig zu machen. Wow. Ist ja wie im echten Leben. Von wegen bedacht: Selbstverständlich klauen wir die 200 Dollar, gleich nachdem wir uns das coole Shirt geschnappt haben, das ihr übrigens im Verlauf des Spiels auch tragen könnt.

Der grafische Stil ist sehr nahe an dem des Vorgängers. Auch hier wartet wieder eine meist sehr melancholische Lichtstsimmung auf euch.Der grafische Stil ist sehr nahe an dem des Vorgängers. Auch hier wartet wieder eine meist sehr melancholische Lichtstsimmung auf euch.

Eure Taten haben - wie auch schon im ersten Teil - Konsequenzen auf den weiteren Verlauf des Spiels: Von den 200 Dollar können wir uns nämlich etwas Gras kaufen und begleichen gleich vorhandene Schulden beim Dealer. Danach bleiben allerdings nur noch 25 Dollar übrig. War das die richtige Entscheidung? Egal. Chloe will schließlich endlich die Band sehen.

Der Weg zum Konzert ist allerdings von zwei Männern versperrt, die Chloe aufgrund ihres losen Mundwerkes erst recht nicht durchlassen möchten. Wir finden einen anderen Weg und können nun das Konzert von oben betrachten. Die Musik passt, wie bereits im ersten Teil, perfekt zur Atmosphäre, verursacht ein wenig Gänsehaut und macht irgendwie Lust, auf ein illegales Rock-Konzert zu gehen.

Chloe befindet sich nun über dem Publikum. Und in einer misslichen Lage. Denn die zwei Typen von vorhin wollen sich rächen. Hier lernt Chloe nun Rachel Amber kennen, die ihr zur Hilfe eilt - zu ihrer Verwunderung. Denn bei Rachel handelt es sich um eines der beliebtesten Mädchen der Blackwell Academy. Jung und schön und aus einem gutem Elternhaus. Doch die Illusion täuscht, denn auch in Rachels Familie läuft nicht alles nach Plan. Nach einem ziemlich fiesen Gerangel mit den Rock-Rüpeln verabschieden sich die beiden Mädchen mit einem phänomenalen Abgang vom Konzert.

Diese Spielmechanik wird Konsequenzen haben ...

Wie bereits im ersten Teil gibt es allerlei Kleinigkeiten zu entdecken, die euch etwas mehr Hintergrundwissen zur Geschichte verraten: Poster, Bilder, Briefe oder Interaktionen mit Menschen. Es gibt neue und bekannte Orte, wie den Schrottplatz. Die grundlegende Fähigkeit, die Zeit zurückzudrehen, um die verschiedenen Auswirkungen zu erleben oder Entscheidungen rückgängig zu machen, fällt jedoch weg. Logisch, denn Chloe besitzt diese Begabung nicht.

In Life is Strange besitzt die Protagonistin Maxine Caulfield die Fähigkeit, die Zeit zurückzudrehen.In Life is Strange besitzt die Protagonistin Maxine Caulfield die Fähigkeit, die Zeit zurückzudrehen.

Dieses Gefühl macht etwas nervös, dafür lohnt es sich, das Spiel mehrmals durchzuspielen. Allerdings fallen Rätsel, die auf Max' Zeitreisen basieren, dadurch weg und wichtige "Leben oder Tod"-Momente lassen sich nicht rückgängig machen.

Die Entwicklung des Spiels übernimmt nicht wie vorher das französische Studio Dontnod sondern, das US-Amerikanische Studio Deck Nine Games. Das Spiel behält jedoch seinen Stil: So schaffen es die Entwickler, zu jeder passenden Situation die gewünschte Atmosphäre mit passender Musik zu schaffen. Die Gesichter und die Bewegungen der Charaktere wirken zudem überarbeitet und moderner. Vor allem die Musik lädt dazu ein, sich auf das eigene Bett zu legen und die Melodie zu genießen. Auch als Nicht-Fan des Musik-Genres genieße ich die Musik - wie bereits im ersten Teil.

*Ihr habt den ersten Teil verpasst? Keine Sorge, den könnt ihr jederzeit nachholen. In der Galerie zeigen wir euch schon mal einige Eindrücke.

Meinung von Chiara Bruno

Life is Strange schaffte es - nach einem eher langweiligen Anfang - mich tief in seinen Bann zu ziehen. Dementsprechend hoch sind meine Erwartungen an Before the Storm. Meine anfänglichen Sorgen, wie sich das Spiel länger betrachtet, ohne die Fähigkeit, die Zeit zurückzudrehen spielt, bleiben allerdings bestehen. Auch wenn es interessant ist, mit den Konsequenzen - ganz wie im realen Leben - eben leben zu müssen.

Die erste Episode und der Trailer machen Lust auf mehr. Bereits in der angespielten Episode gab es so viele Möglichkeiten, künftige Geschehnisse zu beeinflussen. Es ist schön, kleine Details aus dem ersten Teil, wie zum Beispiel Max' Kamera, die sie von Chloe geschenkt bekommt, im Prequel zu sehen. Ein schönes Stück Nostalgie. Jedoch auch ohne den ersten Teil gespielt zu haben, könnt ihr Before the Storm genießen. Dieses Nostalgiegefühl erlebt ihr dann in Life is Strange.

Es bleibt zu hoffen, dass Life is Strange - Before the Storm in die Fußstapfen seines Vorgängers treten kann. Die erste Episode hat mich bereits überzeugt und ich kann es kaum erwarten, alle Episoden zu spielen.

Tags: Episoden  

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