Zwei Stunden mit Minecraft: Die Erlebnisse eines Anfängers

(Special)

von Matthias Kreienbrink (06. August 2017)

Minecraft gibt es seit vielen Jahren auf sehr vielen Plattformen. Wie fühlt es sich eigentlich an, jetzt noch mit diesem Spiel anzufangen - ohne jede Ahnung, wie es funktioniert? Diese Frage hat sich unser Redakteur gestellt, sich seine Nintendo Switch geschnappt und sich zwei Stunden für die Beantwortung gegeben.

In einem Park mitten in Berlin sitzt ein Redakteur mit einer Nintendo Switch. Heruntergeladen hat er Minecraft. Der Plan: Als absoluter Noob einfach mal dieses Spiel starten, komplett ohne Ahnung. Bisher hat er sich noch nie mit Minecraft beschäftigt. Er weiß, dass es irgendwas mit Abbauen und Anbauen zu tun hat, dass die Grafik klotzig ist und so einen Trend ausgelöst hat, der in viele andere Spiele übergeschwappt ist.

Also los, auf einer Parkbank in der Sonne einfach mal dieses Spiel starten. Neues Spiel, neue Welt, überleben. Und schwupp, sieht er in Ego-Sicht eine klobige Faust, die wahrscheinlich zu seiner Spielfigur gehört. Überall Gestrüpp, in der Ferne eine Eislandschaft. Über ihm blauer Himmel. Ganz schön idyllisch.

ZR ist zum Schlagen da.

Natürlich die wichtigste Information in jedem Spiel. Wobei dieses Schlagen in Minecraft wohl vor allem zum Abbauen der Gegend da ist. Beschwingt schlägt unser Redakteur auf das Gras um ihn herum ein. Klingt wie zerspringendes Plastik, führt zu nichts, abgehakt.

Also erstmal die Gegend erkunden. Schnell erscheinen Kühe und Schweine auf dem Bildschirm. Die kann man ein wenig herumschubsen. Und die Textboxen sagen, dass man sie auch schlachten kann. Nun gut. Außerdem gibt es da noch Wölfe, die aber nichts tun, solang man sie nicht schlägt. Klingt vernünftig.

Während Spaziergänger durch den Berliner Park schlendern, schlendert der Redakteur durch die Minecraft-Welt, lauscht der Musik und fragt sich: Was soll ich hier eigentlich machen? Da die Antwort sich nicht offenbart, kann es sicherlich nicht schaden, einfach mal einen Berg zu erklimmen. Hüpf, hüpf, hüpf – doch was ist das? Es wird dunkel!

Plötzlich endet die Musik. Dunkelheit lässt die meisten Details verschwinden. Beim Versuch, den Berg wieder herunterzuklettern die erste Verletzung. Ein Herz verschwindet. Die Nacht stellt sich schnell als große Gefahr heraus. In einem See schwimmt ein merkwürdiger Krake umher. In der Ferne erscheint eine Figur – und schießt direkt mit Pfeilen. Und dann SPINNEN! Spinnen mit roten Augen! Die Verletzungen häufen sich, die Herzen fliegen nur so davon. Auf der Flucht vor diesen Spinnen endet plötzlich das Spiel – der Creeper hat unseren Redakteur in die Luft gesprengt.

Doch so schnell gibt er nicht auf. Wieder zurück in die Spielwelt. Gegner sind jetzt noch mehr da. Wesen mit glühenden Augen an jeder Ecke. Plötzlich wieder eine Explosion, diesmal rafft es die Spielfigur jedoch nicht dahin. Dafür liegen jetzt überall Rohstoffe rum. Schnell einsammeln.

Acht Mal Erde, zwei Mal Fichtenholz

Schön. Doch was soll unser Redakteur damit nun anfangen? Wenigstens kommt die Sonne langsam wieder, die erste Nacht ist überstanden. Immer noch fühlt sich das Spiel eher wie ein wirres Umherirren als ein kontrolliertes Spielen an. Unser Redakteur denkt, dass es vielleicht doch besser gewesen wäre, vorher das Tutorium zu spielen. Derweil werden im Park die ersten Grills angefeuert, Rauchschwaden ziehen durch die Luft. Aber alles gut, solang hier keine Spinnen mit roten Augen auftauchen.

Im Spiel trifft der Redakteur unterdessen auf eine unterirdische Höhle. Während er sie langsam betritt, sagt das Spiel plötzlich, dass die Spielfigur mal was essen muss. Nagut. Wieder raus aus der Höhle, hier gab es anscheinend eh nichts Interessantes. Nach ein paar Minuten Wanderschaft taucht am Horizont eine Insel auf.

Rüberschwimmen ist kein Problem

Pilzkühe! Auf dieser Insel leben Pilzkühe! Die Pilze auf den Kühen können gefarmt werden. Um die Pilze zuzubereiten, braucht es jedoch eine Schale. Ein Durchklicken durch das Menü macht schnell klar: Schale gibt es keine, also keine Pilzsuppe für unseren Redakteur. Stattdessen entdeckt er, dass er die ganze Zeit schon hätte Birkenbretter bauen können. Und eine Werkbank. Also entscheidet er sich, auf seiner geliebten Pilzkuhinsel ein Lager zu bauen: Unter einem Felsvorsprung baut er die Werkbank auf und umrundet sie mit einer provisorischen Mauer aus Erde. Die Werkbank offenbart, dass für alle wichtigen Gegenstände des Spiels die Rohstoffe fehlen: Werkzeuge, Möbel, Wände. Stattdessen: Ein Stock!

Stolz stolziert unser Redakteur mit diesem Stock über die Pilzkuhinsel. Es wird schon wieder dunkel. Doch mit diesem Stock kann er sicher etwas Nützliches anstellen, so denkt er. Sich wehren, oder endlich mal etwas abbauen, oder ... Stattdessen fällt er durch ein Loch im Boden und landet erneut in einer Höhle. Komplette Dunkelheit.

Besser, jetzt kann er zumindest genau sehen, dass er hier gefangen ist. Doch Glück im Unglück: Endlich merkt er auch, dass er mit dem Stock Erdblöcke abbauen kann. Daraus kann er sich dann eine Treppe bauen um diesem Loch zu entkommen. Auch wenn der Morgen jetzt wieder anbricht: Die Pilzkuhinsel fühlt sich nicht mehr sicher an. Also macht sich unser Redakteur wieder auf den Weg in die weite Welt. Muss jedoch erst die Beine einziehen, damit die fünf Fahrradfahrer im Park ihm nicht über die Füße fahren.

Zurück auf dem Festland findet er langsam heraus, dass er nur lang genug hauen muss, um die meisten Rohstoffe abzubauen. Er schaut sich das Menü nochmal genau an, findet heraus, was genau er braucht, um die ersten Werkzeuge zu bauen. Langsam – so denkt unser naiver Redakteur – versteht er dieses Spiel. Sein Traum: Ein eigenes Haus. Mit einem Bett und einem Garten. In diesem kann er dann Obst und Gemüse anbauen, damit auch dieser Hunger mal ein Ende hat.

Doch dieses Ziel liegt noch in weiter Ferne. Stattdessen findet er einen Kürbis. Die Textbox sagt, dass er diesen aufsetzen kann. Ein Kürbis als Rüstung. Gelesen, getan. Der Kürbis schränkt in der Ego-Perspektive die Sicht ein. Jetzt sieht es selbst am Tag aus wie abends. Aber solange es gegen diese Spinnen hilft, lässt er sich gerne darauf ein.

Jetzt sind die Zwei Stunden auch schon vorbei, der Selbstversuch hat ein Ende. Ein Fazit fällt schwer. Noch immer sind mehr Fragzeichen als Ausrufezeichen über dem Kopf unseres Redakteurs. Aber naja, den Park kann er jetzt verlassen. Die Wohnung ist nicht weit weg. In der steht sogar ein Bett. Nur der eigene Garten fehlt. Und die Spinnen mit roten Augen. Aber auf die kann er auch gerne verzichten.

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