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Icewind Dale - Herz des Winters (PC)

Artikel veröffentlicht am 01.05.2001

Mit "Icewind Dale: Herz des Winters" beschert uns Interplay ein Add-On zu dem erfolgreichen Fantasy-Rollenspiel "Icewind Dale". Alle, die die Vollversion schon gespielt haben, dürfen sich hier wieder in den "Vergessenen Welten" mit Yetis, Eisriesen und anderen unterkühlten Zeitgenossen herumschlagen. Ob die Zusatz-CD an den Erfolg des Hauptprogramms heranreicht, erfährst du in unserem Test. Von Philipp Frick

Die Story - Packende Fantasy-Action

Wylfdenes Grab

Wir erinnern uns: Wir befinden uns im Eiswind-Tal, im äußersten Norden der AD&D-Fantasy-Welt, das seinem Namen alle Ehre macht: Im Spiel wird einem mehr als einmal der kalte Wind um die Nase pfeifen. Die Geschichte führt uns in das verschlafene Fischerdorf Einsamwald. Dessen Bewohner fühlen sich von den Barbaren, die ihr Lager im nahen Wald aufgeschlagen haben, ernsthaft bedroht. Nett wie du bist, bietest du gleich deine Hilfe an, um den drohenden Krieg zwischen den beiden verfeindeten Parteien zu verhindern. Ehe du dich versiehst, befindest du dich mitten im spannenden Storyverlauf, in dem es gilt, das Rätsel um den von den Toten auferstandenen Barbarenhäuptling Wylfdene zu lösen. Dieser behauptet von sich, er würde den Geist eines verstorbenen Helden in sich tragen. Doch es scheint, als sei er nicht der, für den er sich ausgibt.

Neuerungen in der Bedienung

Riesenkakerlaken gegen Kammerjäger

Das Spiel bedient sich der inzwischen bekannten und gewohnten Infinity-Engine, die schon in "Baldur's Gate" zum Einsatz kam. Die Menüs wurden ordentlich aufgepeppt, was zu einem deutlich verbesserten Gesamteindruck führt und die ohnehin schon bequeme Bedienung des Spiels weiter erleichtert. Wie gewohnt wird überwiegend mit der Maus gespielt. Wichtig ist außerdem noch immer die Leertaste, mit dem man in Kämpfen das Spiel pausieren kann, um seinen Charakteren in aller Ruhe Kampfanweisungen zu geben. Das obere Limit für Erfahrungspunkte wurde erhöht, was zu weiteren Erfahrungsstufen und Zaubersprüchen führt, die erreicht werden können. Diese Möglichkeit gefällt natürlich jedem begeisterten Rollenspieler und führt zu einem gehörigen Motivationsschub, den man allerdings aufgrund der Kürze des Spiels (ein routinierter Rollenspieler sollte nicht länger als 8 - 10 Stunden bis zum Endgegner benötigen) gar nicht richtig ausschöpfen kann.

Grafik und Sound - qualitativ hochwertig

Eiswürfelproduktion auf Hochtouren

Die Grafik wurde ebenfalls überarbeitet und so lassen sich mit einer Auflösung von 800 x 600 ansprechend gestaltete Landschaften und Monster aller Größen, Formen und Farben bewundern. Allerdings ist die Grafik-Engine trotz der Renovierung nicht konkurrenzfähig, wenn man als Maßstab aktuelle Grafikstandards wie z.B. im Genrekollegen "Gothic" anlegt. Der Sound und die Musik sind wie gewohnt stimmungsvoll und unterstützen die Atmosphäre des Spiels. An die etwas nervigen Stimmen der Helden in der deutschen Version dürfte sich inzwischen auch fast jeder gewöhnt haben und diese deshalb nicht als weiter störend empfinden. Trotzdem bleibt dieser Bereich ohne Zweifel einer der großen Stärken des Spiels. Es macht eben noch viel mehr Spaß, seine Gegner zu triumphaler Orchestermusik zu meucheln oder das Eislabyrinth bei spannungsgeladenen Klängen zu erkunden.

Fazit

Philipp Frick von Philipp Frick

"Icewind Dale: Herz des Winters" hat alles, was ein Rollenspiel braucht. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Die Story ist trotz fehlender Innovationen spannend und hat einen schon bald in ihren Bann gezogen. Die Bedienung ist einfach und übersichtlich. Der Schwierigkeitsgrad lässt für fortgeschrittene Rollenspieler keine Wünsche offen - mit seinen aus "Icewind Dale" importierten Charakteren lässt sich das Spiel gut lösen. Gesalzen starke Monster verlangen den gnadenlosen Einsatz von Stahl und Zaubersprüchen, als Belohnung winken neben Erfahrungspunkten (wie könnte es anders sein) neue Ausrüstungsgegenstände und auch das eine oder andere Goldstück. Jemandem, dem diese fortgeschrittenen Charaktere allerdings nicht zur Verfügung stehen, hat es da schon schwerer, denn Level 9 sollten die Charaktere schon erreicht haben, ansonsten wird das Spiel schnell zu einer frustrierenden "Speichern-Laden-Orgie". Also: Alle Fortgeschrittenen können hier bedenkenlos zugreifen. Für sein Geld bekommt man ein gutes Add-On geliefert. Anfänger sollten sich auf ein hartes Stück Arbeit einstellen oder in Erwägung ziehen, sich seine Rollenspielsporen in einem anderen Abenteuer zu verdienen.

spieletipps meint:
70

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