Der Herr der Ringe - Die Schlacht um Mittelerde 2 (PC)
Artikel veröffentlicht am 09.03.2006
Der Krieg in Mittelerde entfacht von Neuem, Sauron, Herrscher Mordors greift erneut nach dem Ring der Macht. Mit einer neuen atemberaubenden Story schickt Electronic Arts eingefleischte Strategie-Fans zurück in die Welt der Elben und Orks. Nach dem überaus erfolgreichen ersten Teil soll mit dem Nachfolger Maßstäbe im Strategie-Genre gesetzt werden, neue Rassen, Einheiten, Helden und Gebiete sollen Herr der Ringe Fans wieder an den PC fesseln. Ob EA auch alle Erwartungen und Hoffnungen erfüllen kann, erfahrt ihr in unserem Test.
Ringkrieg im neuen Glanz
Der Vorgänger hatte gleich vom Anfang an mit einem kleinen Problem zu kämpfen. Story und Ablauf der Missionen waren bereits aus den Büchern und den drei zuvor gegangenen Kinofilmen bestens bekannt, dies wollte Electronic Arts beim zweiten Teil nicht mehr eingehen und sicherte sich die Lizenzen der restlichen Bücher vom Herr der Ringe Schöpfer J.R.R. Tolken. Diesmal spielt "Die Schlacht um Mittelerde" mit den neuen Ansätzen der Story nicht um Frodo, Legolas oder Aragon sondern um neue oder auch altbekannte Charaktere wie den Drachen Smaug oder Tom Bombadil und vielen mehr. Mit diesen lassen sich neue umfangreiche Kampagnen erzählen, die mit atemberaubenden und gigantischen Schlachten protzen. Beispielsweise dürft ihr nun das Volk der Hobbits im Auenland in eine gigantische Schlacht führen, die Zwerge vor dem Berg Erebor siegen lassen oder die dunkle Festung Dol Guldur endgültig vernichten. Somit darf man die Ringkriege nun aus einer neuen spannenden Perspektive erleben.
Der ewige Kampf Gut gegen Böse
Auch im Nachfolger setzt Electronic Arts wieder deutlich auf den Einzelspielermodus, zwar lässt sich offline via LAN oder auch online gegeneinander antreten, aber das Hauptaugenmerk ist eindeutig die Solospielerkampagne, in der ihr euch für eine Seite aus "Gut" oder "Böse" entscheiden müsst. Schlüpft in die Rolle der Elben, Zwerge und Verbündete und verteidigt Mittelerde oder kämpfe mit Orks und weiteren Ungeheuern und zerstöre das Paradies Mittelerde. Die Entscheidung sollte gut gewählt werden, denn durch die neuen Lizenzen der restlichen Tolkien Bücher stehen neue Schlachten und Ereignisse bevor, die gigantisch in Szene gebracht wurden. Nur leider sind einige Missionen sehr stark gescriptet, d.h. egal was ihr macht das Ereignis passiert. Aber immerhin stehen euch pro Kriegerseite satte acht, von Grund auf verschiedene Missionen zur Verfügung. Dabei schlägt jede Mission ca. 30 - 45 Minuten Spielzeit an, welche aber eine tolle Atmosphäre im Herrn der Ringe Universum bieten. Habt ihr die Kampagne z.B. mit "Gut" beendet dürft ihr anschließend in die Haut der "Bösen" schlüpfen, dadurch erwarten euch nicht die gleichen Levels und Missionen nur aus anderer Sicht, sondern neue Bereiche und neue Ziele, was die Abwechslung enorm fördert.
Helden braucht das Land
Das beliebteste Spielelement im Vorgänger "Schlacht um Mittelerde" war die Steuerung verschiedener Helden. Einmal für die Menschheit in die Haut von Aragon zu schlüpfen oder Frodo durch den Schicksalsberg zu leiten, ist bei den Fans sehr gut angekommen und wurde hochgelobt. Dies durfte natürlich im Nachfolger nicht fehlen. "SuM 2" geht sogar einen Schritt weiter, neben neuen Helden wie Zwergenkämpfer Gloin oder Elbenanführer Elrond und vielen mehr, darf sogar ein eigener Held kreiert werden. Wie in einem typischen Rollenspiel müssen Name, Haarfarbe, Werte, Outfit, Fähigkeiten usw. gewählt werden. Mit diesem, eurem Helden dürfen zahlreiche Schlachten gefochten werden, ebenfalls erwirbt euer Held pro besiegtem Gegner Erfahrungspunkte, diese dürfen gesammelt und anschließend für spezielle Zauber ausgegeben werden, die den Feinden ordentlich einheizen sollen. Deine Gegner können ebenfalls auch die "normalen" Helden erwerben und einsetzten. Zur Auswahl stehen beispielsweise die Heilung der Gruppe, Hilferuf von Reitern, Erdbeben und vieles mehr, was den Ausgang einer Schlacht enorm beeinflussen kann.
Baumeister
Gespielt wird wie in typischen Strategiespielen, ihr steuert eine Gruppe aus verschiedenen Einheiten aus der Vogelsichtperspektive. Das Hauptziel ist die komplette Ausrottung der gegnerischen Armee bzw. die Erledigung verschiedener Missionsziele, dabei müsst ihr erst mal ein Lager errichten, in dem eure Einheiten ausgebildet werden, Updates entwickelt werden und vieles mehr was euch zum Sieg führen wird. Dies war auch schon im Vorgänger so, nur dort durftet ihr nur an vorgegebenen Stellen eine Basis oder ein Gebäude bauen. "Schlacht um Mittelerde 2" behebt das Problem, nun ist es euch an fast allen Stellen im Gebiet erlaubt ein Häuslein zu errichten. Für das Errichten von Gebäuden und das Ausbilden verschiedener Einheiten wird ordentlich Bares verlangt, das schöpft ihr aus Holzfällerlagern, Minen und anderem, die ebenfalls an jedem beliebigen Punkt im Spiel erbaut werden können. Ebenfalls zählt zu einer guten Basis, eine gute und stabile Mauer, diese baut und verteidigt ihr nun zum ersten Mal selbst. Verteidigungsstellungen, Falltüren, Notausgänge und vieles mehr stehen euch dabei zur Verfügung. Somit lässt sich in "Schlacht um Mittelerde 2" alles erbauen was sich das Herr der Ringe Herz wünscht.
Abwechslung vom Feinsten
Unter den vielen Neuerungen dürfen sich die neuen Fraktionen einreihen, in EA's neuestem Meisterwerk stehen nicht nur Isengard, Mordor und die Menschen zur Verfügung sondern auch Goblins, Zwerge, Elben und einige neue Parteien der Menschheit. Dabei stehen jeder Partei neue Helden, Spezialfähigkeiten und neue Gebäude zur Verfügung. Jede dabei mit ihren Vor- und Nachteilen so bauen z.B. die Elben sehr schnell Rohstoffe ab, aber wenn es in die Schlacht geht, tragen sie nur eine geringe Schutzrüstung mit sich. Ebenfalls dürfen nun auch Schlachtschiffe entworfen und gebaut werden, dabei stehen völlig neue Wege für Strategie-Fans offen. Auch der Onlinemodus wurde überarbeitet, so können sich nun bis zu acht Spieler in mehr als 45 Spielkarten stürzen. Dabei stehen auch besondere Extras zur Verfügung, so darf sich nun ein Spieler wie Frodo fühlen und den Ring der Macht nutzen, dabei stehen spezielle Zauber und Spezialfähigkeiten zur Verfügung. Auch im LAN habt ihr diesen Modus zur Auswahl.
Hardwarehunger
Auch wenn "Schlacht um Mittelerde 2" nur ein Strategiespiel ist, hat es einen enormen Hardwarebedarf. Ruckelfreie und hochauflösende Strategiekost läuft erst ab einem PC in dem mind. 2,5 GHZ, 1 GB Arbeitsspeicher und eine Grafikkarte á la Geforce 6800 GT stecken. Aber für diese Power lässt sich das Feinste vom Feinsten begutachten, gigantische Grafiklandschaften, tolle Lichteffekte, atemberaubende Explosionen und vieles mehr zeigen das HdR Universum aus einer neuen beeindruckenden Sicht. Nur ganz so fehlerfrei ist die Grafikengine leider noch nicht, pixelige Schatten und eckige Charaktere machen beim ersten Blick keinen guten Eindruck. Aber auf den zweiten Blick fällt dieses Missgeschick kaum noch auf, denn die lebhaften und detailvollen Gebiete sorgen für jede Menge Laune und Spielspass. Auch der Soundbereich macht alles richtig. Stimmige 5.1 Soundkulissen sorgen für ein tolles Kinofeeling, der Spieler fühlt sich wie ein Darsteller in Peter Jackson's Herr der Ringe Trilogie. Original Synchronsprecher und ein stimmungsvoller und teilweise auch sehr toll animierter düsterer Sound zeigen wieder einmal, dass EA keine Kosten und Mühen gescheut hat ein Spiel der Extraklasse zu veröffentlichen. Auch die Steuerung kann voll überzeugen, Shortcuts sorgen für den schnellen Spielablauf, leichte Bedienung der Charakter vereinfacht das Spielgefühl usw. So überzeugt "Schlacht um Mittelerde 2" im Technikbereich vollkommen, Konkurrenzspiele können sich ein Teilchen davon abschneiden.
Fazit
von
Einen würdigen Nachfolger dürfen wir "SuM 2" allemal nennen. Der Titel macht alles richtig was ein Spiel richtig machen kann. Eine tolle Grafik, ein bombastischer Soundtrack, eine stilvolle Steuerung und eine Atmosphäre, welche kein anderes Spiel haben kann. Die Kampagne im Einzelspielerbereich fesselt von der ersten bis hin zur letzten Minute, zwar könnte sie ein wenig länger sein aber durch die tolle Atmosphäre ist der Spieler immer wieder bereit von Neuem anzufangen. Auch der Mehrspielerteil ist nicht zu unterschätzen, ca. 45 Karten und viele Modi können monatelang überzeugen. Auch die Kritiken am Vorgänger wurden nun berücksichtigt und eindeutig deutlich verbessert, so darf der Spieler nun bauen, wie es ihm gefällt. Kleinere Bugs und Frameeinbrüche existieren nicht mehr. Einfach klasse was EA aus "Schlacht um Mittelerde 2" gemacht hat, wir ziehen unseren Hut vor EA und hoffen auf weitere Titel in diesem Format.

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