WWE SmackDown vs. Raw 2008 (Playstation 2)
Artikel veröffentlicht am 16.11.2007
Obwohl Wrestling nur ein Showkampf ist, zieht es bei jedem Event Millionen von Fans überall auf der Welt vor den Fernseher. Wenn Kämpfer-Legenden wie Triple-H oder Undertaker den Ring betreten, bebt die Stimmung im Publikum. Doch kann dieses besondere Flair, das diesen "Sport" ausmacht, auch auf die Konsole übertragen werden? THQ hat es mit dem neuesten Teil der Smack Down-Reihe einmal mehr versucht. Ob es gelungen ist, erfahrt ihr im Laufe des Tests. Von Richard Olbrecht
Ready to Rumble
Schlagen, Treten, Prügeln. Viel mehr Story bietet WWE SmackDown vs. Raw 2008 leider nicht. Kernstück des Spiels ist der vollständig überarbeitete Karriere-Modus, besser gesagt der 24/7-Modus, wie er neuerdings genannt wird. Ziel ist es, eine Legende des Wrestling Genres zu werden. Als Ausgangspunkt dient dazu ein heruntergekommener Umkleideraum, in dem sich ein Magazin, ein Notebook, ein Handy und ein Kalender befinden. Jedes dieser Dinge hat eine eigene spezielle Funktion. Am wichtigsten ist der Kalender, mit dem ihr eure Karriere steuert. Denn über diesen startet ihr beispielsweise eine Trainingseinheit, eine Werbekampagne oder ein Turnier. Die restlichen Sachen informieren unter anderem über den Spielfortschritt (Laptop) oder über euren nächsten Gegner (Handy). Schade ist, dass es euch verwehrt wird in das Spielgeschehen einzugreifen. Lediglich das Gewinnen oder Verlieren eines Kampfes und gelegentlich kleine Ja-Nein-Fragen ermöglichen es euch, Einfluss auf die Story zu nehmen.
Verschiedene Superstars, verschiedene Fertigkeiten
Wie auch in den Vorgängern der Smackdown-Reihe haben die Wrestler des neuestens Spiels verschiedene Moves und Fertigkeiten zu bieten. Neu ist die Aufteilung der Superstars in Klassen: High Flyer, Powerhouse, Schläger, Hardcore, Technik, Submission, Showman und Unfair. Der Name ist Programm, denn er beschreibt oftmals die speziellen Fähigkeiten der jeweiligen Charakter-Gruppen. Als High Flyer zum Beispiel besitzt ihr besonders in der Luft beziehungsweise bei Sprung-Angriffen eurem Gegner gegenüber einen großen Vorteil. Entscheidet ihr euch für die Hardcore-Klasse seid ihr im Umgang mit Waffen (Stuhl, Vorschlaghammer usw.) so gut wie unschlagbar. Für die anspruchsvollen Gamer unter euch empfiehlt sich der Technik Type, denn mit diesem vollführt ihr besonders schöne und ausgefallene Attacken. Ein netter Bonus sind die Videos, die ihr euch zu jeder Klasse anschauen könnt.
Matcharten-Vielfalt
Der Umfang von WWE SmackDown vs. Raw 2008 ist enorm. Es gibt eine riesige Auswahl an Modi und verschiedenen Kampf-Arten. Vom Cage-Match bis zu einem Ladder-Fight ist nahezu jedes Szenario denkbar. Sollte euch dennoch einmal nach etwas Neuem sein, erstellt ihr euch einfach ein eigenes Turnier. Antreten könnt ihr dort mit einem von 19 vorgefertigten Wrestlern. Erstmals sind dabei auch Sportler der ECW Liga vertreten. Eine weitere Neuerung ist der erweiterte Create-A-Wrestler-Modus, mit dem ihr einen persönlichen Superstar nahezu vollständig selbst kreiert. Für Multiplayer-Action ist auch gesorgt. So gut wie jedes Spiel ist mit einem zweiten Controller spielbar. Mit einem (zwei) Multipad ist sogar ein Kampf zu fünft (sechst) möglich.
Wrestler zeigen, was sie haben
Grafisch ist WWE SmackDown vs. Raw 2008 den Jungs von THQ wirklich gut gelungen. Egal, ob beim siegessicheren Einmarsch oder auf dem Boden winselnd: Ihr könnt so gut wie jeden Muskel der Wrestler bestens erkennen. Auch das Publikum kann mittlerweile als ein solches wahrgenommen werden und sogar einzelne Schilder der Fans sind lesbar. Allerdings trüben einige unschöne Animationen, wie zum Beispiel die Bewegungen von langen Haaren das ansonsten detailreiche Bild. Ein weiteres Manko sind die extrem zahlreichen und langen Ladezeiten. Zwar werden euch ein paar Informationen über die Wrestler im Wartebildschirm angezeigt, dennoch nerven die Pausen nach ein paar gespielten Runden gewaltig. Das Menü wirkt zu Anfang ein wenig unübersichtlich. Mit etwas Übung findet ihr euch aber auch dort gut zurecht. Hinterlegt ist es mit aktuellen Musik-Tracks, die die Stimmung noch authentischer machen.
Fazit
von Richard Olbrecht
Muskelprotze, die sich gegenseitig kloppen: Sinnloser könnte die Handlung eines Spieles wohl nicht sein. Dennoch macht man genau das in WWE SmackDown vs. Raw 2008 und es bereitet auch noch richtig Spaß! Besonders gut hat mir, wie auch schon bei den Vorgängern, der Multiplayer gefallen. Doch auch der rundum erneuerte Karrieremodus ist ein nettes Gimmick. Zwar gibt es eine enorme Modi-Vielfalt, die Matches selbst sind allerdings leider nahezu identisch. Wrestlingfreunde stört das nicht, die freuen sich wieder über die gekonnte Umsetzung ihrer Sportart.
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