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Fussball Manager 2004 (PC)

Artikel veröffentlicht am 26.01.2004

Die Faszination der Bundesliga liegt unter anderem darin, dass es auch kleinere Clubs immer wieder schaffen, den größeren ein Bein zu stellen. Ein guter Fußballmanager kann diese Faszination auf dem PC zum Leben erwecken. Ob dies auch bei dem neuen "Fußballmanager 2004" von EA-Sports der Fall ist, erfahrt ihr in unserem Test. Von Gerd Schüle

Auswahl Deluxe

Dank ´Fifa´-Grafik sieht das Spiel unverschämt gut aus

Der enorme Umfang des "FM 2004" (FM steht für Fußball Manager) ist schlichtweg sensationell. Dank umfangreicher Original-Lizenzen enthält das Spiel 30 000 Spieler aus 48 Ligen wie z.B. die Premier League, die 1 und 2 Bundesliga, oder die Serie A. Schön ist, dass die meisten Vereine mit den Original-Trikots und Vereinswappen ausgestattet sind. Wer will, kann seinen Spieler auch neue Trikots entwerfen. Auch die 16 Original-Fußballstadien kann man nach Herzenslust umbauen oder - das nötige Kleingeld vorausgesetzt - gleich ein neues Stadion entwerfen. Die größte Herausforderung ist nach wie vor der Karriere-Modus mit zufälliger Vereinsauswahl, bei dem man ganz unten anfängt, um sich dann nach oben zu arbeiten. Wahlweise kann man auch bei einem Verein seiner Wahl eine feste Anstellung übernehmen oder sich mit ihm den Herausforderung des Karriere-Modus stellen. Dank unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden eignet sich das Spiel für Anfänger genauso gut wie für geübte Spieler.

Mädchen für alles

Gut trainiert ist halb gewonnen

Obwohl schon der Vorgänger sehr umfangreich war, kann man ohne zu übertreiben behaupten, dass es bisher noch keinen Fußballmanager gab, bei dem man so viel zu tun hat wie das beim jüngsten Spross von EA-Sports der Fall ist. Du bist nicht nur Trainer und Manager in Personalunion, sondern auch noch Geschäftsführer, Stadionmanager, Marketingmanager, Fanbeauftragter und auch Jugend- und Amateurtrainer. Alle wichtigen Entscheidungen des Vereins werden von dir getroffen. Du kümmerst dich um den Verkauf der Eintrittskarten und Fanartikel. Du sorgst für die nötigen Finanzen, indem du lukrative Werbeverträgen aushandelst. Wenn das Stadion zu klein geworden ist und der Verein das nötig Geld hat, kannst du dich um den Ausbau des Stadions oder des Vereinsgeländes kümmern. Das allerwichtigste ist aber natürlich das Training und die Aufstellung der Mannschaft. Vor jedem Spieltag solltest du dir deinen nächsten Gegner anschauen und deiner Mannschaft die richtigen Taktik mit auf den Weg geben.

Football Fusion

Wer will, kann selbst die Eintrittspreise festlegen

Laut EA Sports ist die sogenannte 'Football Fusion' das wichtigste Feature des "FM 2004". Auch wenn EA mit dieser Aussage etwas übertriebt, es ist etwas dran. Es geht darum, dass man den "FM 2004" mit "Fifa 2004" verbinden kann. Wie gewohnt trainiert man seine Mannschaft im Managerspiel und hat dann an jedem Spieltag neben den üblichen Varianten, wie dem Spielablauf in 3D zu betrachten oder dem Textmodus, auch noch die Möglichkeit, selbst das Geschehen auf dem Rasen zu bestimmen, indem man zum Gamepad greift, um im Modus 'Football Fusion' das Spiel selbst zu absolvieren. Dabei werden dann die Daten vom Manager ins "FIFA"-Spiel transferiert und nach dem Spiel wieder zurück. Das funktioniert prima, hat aber den Nachteil, dass gute Gamepadartisten selbst mit einer Amateurmannschaft Spitzenclubs besiegen und somit verliert der Managerteil seinen Reiz. Auch wenn das Ganze nicht neu ist, finde ich sie sehr gut, da man ja nicht dazu gezwungen wird, das Gamepad in die Hand zu nehmen.

Was gibt es sonst noch Neues

Die richtige Aufstellung ist der erste Schritt zum Sieg

Die meisten Neuerungen im "FM 2004" sind Detailverbesserungen. Dazu zählt z. B. der überarbeitete Transfermarkt. Alle Vereine verhalten sich nun wesentlich klüger und realistischer. Sie kaufen nicht mehr sinnlos ihre Spieler ein sondern wählen sehr gezielt und clever aus, wen sie wirklich benötigen. Auch das Feilschen um begehrte Spieler wurde der Realität angepasst und darum ist es nun schwieriger, mit wenig Geld einen guten Spieler zu erwerben. Der zweite positive Effekt ist, dass Spieler ab einer gewissen Stärke nicht mehr dazu bereit sind, in die zweite Liga zu wechseln. Zudem kontrolliert der Verband das gesamte Geschehen und wacht darüber, dass ein Verein nicht ständig rote Zahlen schreibt. Wer dagegen verstößt, muss mit saftigen Strafen oder sogar dem Lizenz-Entzug rechnen. Diese Verbesserungen wirken sich auch spielerisch sehr positiv aus. Dank dieser Änderungen lohnt es sich nun, ganz gezielt junge Talente zu suchen, an den eigenen Verein zu binden und ganz gezielt zu fördern.

Jugendarbeit und Nationalmannschaft

Gute Spielszenen werden wie bei ´FIFA´ genauer unter die Lupe genommen

Deshalb ist es auch gut, dass die Entwickler von EA besonders viel Wert auf die gezielte Jugend- und Amateurarbeit gelegt haben. Du kannst dich selbst um ihr Training kümmern und natürlich auch die Aufstellung und Taktik dieser Mannschaften selbst festlegen. Wer will, schaut sich dann nach jedem Spiel eine Zusammenfassung ihres Auftretens an. Neu ist auch der Missions-Modus. Hier geht es darum, dass man während der Saison verschiedene Aufgaben gestellt bekommt, die man dann zu bewältigen hat. Diese Missionen sind z.B. der Versuch eine Mannschaft vor dem Abstieg zu bewahren oder einen Verein noch in den letzten zehn Saisonspielen von einem einstelligen Tabellenplatz ganz an die Spitze der Tabelle zu verhelfen. Diese Aufgaben sind sehr interessant und eine wahre Herausforderung für eingefleischte Fans des Genres. Zudem hat EA-Sports einen lang gehegten Wunsch der Fans erfüllt: wer will kann neben seiner Vereinsmannschaft auch noch die Verantwortung für ein Nationalteam übernehmen.

Der Spieltag

Das Büro-Menü sieht gut aus

Hat man alle notwendigen Aufgaben festgelegt, kommt der Tag der Wahrheit - der Spieltag. Auf dem Platz zeigt sich dann, wie gut man als Trainer gearbeitet hat. Dabei gibt es außer der bereits erwähnten 'Football Fusion' noch drei Möglichkeiten. Ganz eilige lassen sich sofort das Ergebnis präsentieren. Wer will, schaut sich das Spiel komplett oder in Ausschnitten im sogenannten 3D-Modus an. Diese Spielszenen sind im Gegensatz zum Vorgänger endlich hervorragend dargestellt und zeigen sehr deutlich ob man seinen Spielern im Training etwas beigebracht hat. Endlich werden bei der Echtzeitberechnung deine taktischen Einstellungen sichtbar berücksichtigt. Selbst auf Zurufe - die möglich sind - und taktische Änderungen reagieren die Spieler und versuchen das Ganze auch umzusetzen, was aber nicht immer gelingt, wie im echten Leben. Das Ganze sieht nun endlich nach echtem Fußball aus. Der Textmodus ist sowieso über jeden Zweifel erhaben und ist nun Dank 18 000 neuen Zeilen äußerst bbwechslungsreich und spannend.

Fazit

von Gerd Schüle

Keine Frage, EA-Sports hat mit dem neuen "FM 2004" den besten Fußballmanager abgeliefert, den es je gab und deklassiert damit die komplette Konkurrenz. Zudem ist das Ganze kein alljährliches Vollpreis-Update sondern ein Spiel mit vielen sinnvollen Detailverbesserungen und Dank Football Fusion und Nationalmannschaft auch mit guten neuen Ideen, die sinnvoll umgesetzt wurden. Natürlich kann auch der neue Fußballmanager weder den Fußballsport noch das Genre neu erfinden. Fußball bleibt Fußball und darum gibt es auch im neuen "FM 2004" viel alt bekanntes. Meiner Meinung nach lohnt es sich diesmal auch für Besitzer des hervorragenden Vorgängers der Kauf des neuen "FM 2004". Dank der neuen Lizenzen, der sinnvollen Verbesserungen und der neuen spielerischen Inhalte bekommen die Käufer sehr viel geboten für ihr Geld. Das Spiel bekommt von mir eine uneingeschränkte Kaufempfehlung und einen wohlverdienten Award.

spieletipps meint:
90
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