Test
Resident Evil 4 (PS2)
Artikel veröffentlicht am 10.11.2005
Die Mutter aller Horrorspiele kehrt auf die PlayStation zurück. "Resident Evil", die wohl beliebteste Videospielserie, geht in die nächste Runde. Mit einer komplett neuen Story führt die Reise diesmal nach Spanien um die Tochter des Präsidenten zu suchen. In der Rolle des Cops Leon S. Kennedy kämpft ihr diesmal nicht gegen Zombies sondern gegen eine noch grauenhaftere Bedrohung. Nach dem Erfolg auf Nintendo's Gamecube, entschied sich Capcom Anfang des Jahres den Hit auch auf der Playstation 2 zu veröffentlichen. Ob es dort genauso begeistern kann wie auf dem Cube, zeigt euch dieser Test.
Hintergrund des Bösen:
September 1996, Raccoon City, eine Großstadt im Westen der USA. Grauenhafte Dinge gingen vor sich, Menschen starben und kehrten als Untote zurück ins Leben. Schuld daran war die Umbrella Coorperation, die tief unter der Stadt Experimente an Menschen unternahm, um eine Biowaffe zu erschaffen. Doch ein Unfall war vorprogrammiert, durch die Überheblichkeit der Umbrella Wissenschaftler trat das so genannte T-Virus aus und infizierte in kürzester Zeit mehr als 200.000 Bürger. Menschen erlagen ihrem Leiden, verwandelten sich in blutrünstige Zombies und machten Jagd nach Menschenfleisch. Die Polizei war in der kurzen Zeit machtlos und wurde gnadenlos von den Zombieheerscharen überrannt. Umbrella und die US Regierung erkannten die Krise schnell, und schickten Spezialkommandos der US Army und des UBCS Kommandos los, um die Kontrolle und Sicherung der Stadt wiederherzustellen. Aber diese Mission scheiterte kläglich. Die einzige Lösung die Epidemie einzudämmen war ein präziser Atomschlag. Nur wenige Bürger Raccoon City's überlebten die Seuche und konnten vor der großen Explosion aus der Stadt fliehen. Einer davon war der junge RPD-Cop Leon S. Kennedy. Er sollte damals seinen ersten Tag als Polizist antreten, aber es kam alles anders und er erlebte seinen schlimmsten Alptraum.
Das Böse endet nie:
Sechs Jahre später, Umbrella ist zerschlagen, das Grauen hat ein Ende. Leon wurde dank seines Könnens und Überlebensgeists in die Leibwache des amerikanischen Präsidenten berufen. Mit Mut und Liebe zum Beruf überstand er die harte Ausbildung, die er zu seinem ersten Auftrag auch dringend benötigte. Ashley Graham, die Tochter des Präsidenten wurde von Unbekannten entführt. Kein Lebenszeichen und keine Lösegeldforderung gingen ein. Der Präsident wurde ungeduldig und setzte weltweit seine Spione ein. Einer davon entdeckte Indizien für Ashleys Aufenthalt in Spanien. Für diesen Auftrag wurde der nun bestausgebildete Leon S. Kennedy rekrutiert. Wenige Stunden später findet sich Agent Kennedy in Spanien wieder. Begleitet von zwei einheimischen spanischen Polizisten beginnt die Suche nach dem Mädchen. Mitten bei den Erkundungen einer kleinen Ortschaft wird Leon urplötzlich von den Bürgern des Dorfes attackiert. Wie in Trance und ziemlich zombiemäßig trachten sie nach Leons Leben. Ist Umbrella immer noch nicht zerschlagen? Haben sie noch ihre Finger im Spiel? Als auch noch die zwei Polizisten verschwinden beginnt Leon's zweiter Alptraum.
Das Böse beginnt:
Umzingelt von bösartigen und zombieähnlichen Dorfbewohnern beginnt das Spiel. In der Rolle des Leon S. Kennedy kämpft ihr um euer Leben. Rohe Waffengewalt ist gefragt, denn mit Worten allein lassen sich die Gegner nicht besänftigen. Gegner die euch ans Fleisch wollen bzw. nach eurem Leben trachten dürft ihr euch mit Pistolen, Schrotflinten, Maschinenpistolen, Scharfschützengewehren und verschiedenen Granaten vom Leib halten. Wie in einem typischen Action-Adventure ist das Schießen nicht alles im Spiel. Es gilt auch knackige Rätsel zu lösen, die es ordentlich in sich haben. Nebenbei müsst ihr immer auf der Hut sein, bevorzugt in Zwischensequenzen, ab und zu erscheint am unteren Bildschirmrand eine kleine Tastenkombination die ihr dringend drücken solltet, sonst segnet der Hauptcharakter das Zeitliche, wirft z.B. ein Endgegner ein Messer auf Leon müsst ihr die L1 + R1 Tasten drücken damit Leon ausweicht. Dies zerrt ab und zu stark an den Nerven, denn wenn gerade eine Zwischensequenz startet, bedeutet dies für den Spieler eigentlich eine kurze Erholung. Aber dank des tollen Speichersystems startet das Spiel dann nicht am letzten Speicherpunkt sondern am letzten Checkpoint, die sehr gut verteilt sind. In Sachen Abwechslung sorgt "Resident Evil 4" ebenfalls für einen tollen Spielespass, neben einer zweiten Spielfigur, die ihr im Hauptspiel noch steuern könnt, dürft ihr beim Waffenhändler kleinere Minigames spielen um euren Goldvorrat ein wenig aufzustocken.
Neuerungen:
Wer "Resident Evil 4" zum ersten Mal anspielt wird nie glauben dass es sich um ein Spiel aus Capcom's "Resident Evil" Reihe handelt. Denn der Titel hat eine radikale Komplettüberholung hinter sich. Spieler die damals ihre Probleme mit der Steuerung und der steifen Kameraperspektive hatten, werden am vierten Teil ihre volle Freude haben. Neben einer gigantischen Grafik, einer riesigen Spielewelt, neuen Feinden und altbekannten Freunden usw. wurden auch die Kritikpunkte aus den Vorgängern ausgebessert. Bestes Beispiel hierfür sind die Ladezeiten, die immer auftraten wenn der Spieler den nächsten Raum betrat, dies fällt nun völlig weg. Geladen wird nun nur noch beim Betreten neuer Bereiche wie z.B. einer Höhle usw. Auch die Kamera ist nun deutlich flotter, diese folgt Leon und zeigt die Sichtweise über Leon's rechte Schulter und bleibt nicht wie bekannt nur an einer Stelle stehen. Dadurch verbessert sich die Steuerung ebenfalls, die nun ein genaues Zielen und Laufen ermöglicht. Zu den vielen Neuerungen zählt auch ein Waffenhändler. Dieser verfolgt Leon durch das komplette Spiel. Mit Gold, das tote Feinde hinterlassen, lassen sich beim Händler Waffen, Upgrades und kleinere Hilfsmittel für den Kampf erwerben, welche ihr auch bitter für das Überlebt benötigt.
Playstation 2 vs. Nintendo Gamecube:
Schon im April 2005 erschien "Resident Evil 4" auf dem Spielemarkt, aber nur exklusiv für Nintendo's Gamecube. Nach dem schleppenden Verkauf auf Nintendo's Konsole, das sich Capcom nur mit der Begründung "Der Gamecube konzentriert sich eher auf die jüngere Spielgemeinde" erklären konnte, entschied sich der Hersteller den Titel nun doch auf der Playstation 2 zu veröffentlichen. Dies war schon ein guter Grund zu jubeln aber es kam noch besser. Capcom kündigte eine überarbeitete Version an, die auch notwendig sein musste, da die Playstation 2 dem Gamecube technisch deutlich unterlegen ist, die neben neuen Abschnitten auch neue Waffen und Boni zur Verfügung stellen sollte. Die Anpassung an die Playstation 2 Hardware lief reibungslos. Es sind kaum Unterschiede zur Cube Version feststellbar. Bei der Grafik unterscheidet sich das Spiel kaum. Performance Einbrüche und Ruckeln, nichts von beiden ist feststellbar. Somit ist es eine perfekte Umsetzung auf eine technisch unterlegene Konsole. Da fragt man sich, was man aus der Konsole noch alles ziehen kann.
Boni:
Wie aus vielen "Resident Evil" Teilen bekannt spendiert Capcom all ihren Spielen massig Bonusmaterial. Auch bei "Resident Evil 4" ist das nicht anders. Wenn ihr das Spiel beendet habt, stehen viele verschiedene Extras zur Verfügung. Neben einem neuen Schwierigkeitsgrad dürft ihr zwei neue Kleidungsstücke für Leon wählen, einmal das RPD Outfit aus Teil 2 und ein extra cooles Mafia Outfit, sogar für Ashley steht ein neues Outfit bereit. Ebenfalls findet ihr nach dem ersten Durchspielen neue Waffen im Spiel wie z.B. eine Laserkanone, eine neue Pistole und ein unschlagbarer Raketenwerfer. Dies war noch lange nicht alles. Weitere neue Spielemodi können noch freigeschaltet werden. Leider fielen diese Modi der deutschen Zensur in die Finger, sodass in der deutschen Version nur ein Modus zur Verfügung steht. Seperate Ways, ein Spiel in dem ihr das Hauptgame aus der Sichtweise der Umbrella Agentin Ada Wong (bestens bekannt aus "Resident Evil 2") erlebt. Die beiden anderen Spielmodi sind leider nur in der englischen Version enthalten, sonst wurde Gott sei dank nichts am Spiel geschnitten. Blut, Horror und Action ist und bleibt Hauptbestandteil des Spieles und wegen dem Siegel "Keine Jugendfreigabe" darf das Spiel nur an erwachsene Spieler verkauft werden.
Grafik, Sound und Steuerung:
Was soll man nur zu Grafik, Sound und der Steuerung sagen. "Resident Evil" war in diesen Sachen schon immer perfekt, denn der Entwickler steckte immer massig Programmierzeit in seine beliebteste Serie. Auch im aktuellen Teil ist dies nicht anders, über 4 Jahre wurde programmiert. Raus gekommen ist eines der wohl sensationellsten Spiele aller Zeiten. Vor allem die Grafik beeindruckt von der ersten bis zur letzten Spielminute. Licht-, Schatten- und Explosionseffekte gab es so noch nie auf der Playstation 2. Ebenso glänzt das Charakterdesign, wie z.B. dass Leon's Haare im Wind umherwehen, Pistolenhülsen am Boden liegen bleiben und vieles mehr. Dies verdeutlicht eindeutig die Detailverliebtheit. Auch der Sound war schon immer super und auch Teil 4 macht hier keine Außnahme. Tolle Hintergrundsounds, geniale Waffeneffekte und ein toller gesamter Soundtrack fordern die Horroratmosphäre enorm. Auch die Steuerung ist sehr gut programmiert und lässt niemals Frust aufkeimen, dies liegt aber nur an der neuen Kameraperspektive, die Leon nun in Echtzeit verfolgt.
von Frank Roglmeier, 10.11.2005, 04:54 Uhr
Eigene Meinung:
Als absoluter "Resident Evil" Fan bin ich vom vierten Teil ein wenig enttäuscht. "Resident Evil 4" hat mit dem anderen Teilen leider kaum noch was zu tun. Keine Zombies, keine feste Kamera und keine Horrorshocker sind für mich kein "Resident Evil" mehr. "Resident Evil 4" ist eine Komplettüberholung, die Capcom ein wenig übertrieben hat. Es ist mal was ganz anderes, aber es macht dennoch wahnsinnig Spaß. Die Atmosphäre ist der absolute Knaller. Jede Menge Action, gigantische Grafiken und ein toller Sound sorgen für monatelangen Spielspass. Auch die Extras können voll überzeugen, neue Waffen und Abschnitte und neue Missionen sorgen für ein tolles Action Adventure Feeling. Nur Schade, dass nicht alle Extras in der deutschen Version verfügbar sind. "Resident Evil 4" ist somit für Fans von schneller Action eindeutig zu empfehlen und ein Meilenstein der Playstation 2 Geschichte, das in keinem PS 2 Haushalt fehlen sollte.

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