World of Warcraft - The Burning Crusade (PC)
Artikel veröffentlicht am 18.01.2007
Zwei Jahre ist "World of Warcraft" jetzt alt. Lange Zeit hat Blizzard gewartet das Addon herauszubringen. Immer wieder wurde es verschoben. Doch nun ist es endlich soweit. Blizzard bringt das von vielen lang und heiß ersehnte erste Addon zu "World of Warcraft" auf den Markt - "The Burning Crusade". Was es alles beinhaltet, lest ihr in unserem Test. Von Frank Hinken
Ab durchs dunkel Portal!
Nach der Installation von "The Burning Crusade" zieht es einen als erstes in die verwüsteten Lande. Dorthin, wo das "Dunkle Portal" steht. Lange Zeit war es verschlossen und wurde von diversen Elite-Dämonen bewacht. Doch das Tor ist nun zum Leben erwacht. Es wurde geöffnet und Spieler ab dem Level 58 können nun hindurchgehen und die neue Welt betreten - die Scherbenwelt. Dort ist auf den ersten Blick alles groß und beeindruckend. Diverse Einheiten kämpfen gegen riesige Dämonen und aus dem Hintergrund schießt ein Weltboss immer neue giftgrüne Kugeln in die Menge, aus denen neue Gegner erscheinen. In diesen beeindruckenden Kampf sollte man am besten nicht eingreifen, die Überlebenschance ist dort gleich Null. Hat man sich an dem Kampfgebiet vorbeigemogelt, kann man sich endlich aufmachen, das Gebiet zu erkunden. Jede Fraktion hat im ersten Land eine Stadt, die gefunden werden will. Auf dem Weg dorthin finden sich die ersten Questgeber und nach und nach füllt sich das Questlog. Natürlich hat die erste Stadt auch einen Flugpunkt. Hat man den erkundet, kann man bequem von dort aus zum dunklen Portal und zurück fliegen.
Quests - so weit das Auge reicht.
Schnell erkennt man - es hat sich in Sachen Questaufbau und Ablauf nicht wirklich viel verändert. Anfangs lauten die Quests "Sammle X hiervon", "Bring mir Y davon" oder es läuft auf das Töten unzähliger Monster aus. Hier hätte man von Blizzard etwas mehr Kreativität erwarten können. Zwar gibt es auch lustige und abwechslungsreiche Questreihen, das meiste aber ist wie gehabt eine Mischung aus sammeln und töten. Beim Erfüllen der ersten Quests erkennt man schnell, dass die Gegner der Scherbenwelt wesentlich wehrhafter sind, als die der alten Welt. Monster ab Level 58 können deutlich mehr einstecken als gewohnt. Sie parieren und widerstehen öfter, teilen besser aus und haben manchmal auch die eine oder andere Spezialfähigkeit, die sie gerne an Spielern ausprobieren. Natürlich gibt das erlegen dieser Viecher auch Erfahrungspunkte. Auf den ersten Blick sogar ganz schön viel. 500 - 1000 Punkte sind pro Gegner durchaus drin. Aber in Hinblick darauf, das man fast 500.000 Punkte bis Level 61 braucht, relativiert sich das ganz schnell.
Neue Instanzen bis zum abwinken.
Ziemlich früh im Spiel ist man schon in der Lage, die erste der fast 25 neuen Instanzen zu betreten. Sofort fällt auf, dass es in diesen Bereichen abwechslungsreicher zur Sache geht, als in den alten Instanzen. Auch wurden sie deutlich verkürzt. Die kleinen Instanzen haben in der Regel nur noch drei Bossgegner, und sind mit einer ordentlichen fünfer Gruppe in unter einer Stunde zu bewältigen. Das kommt dem Gelegenheitsspieler sehr zugute, der bisher nicht die Zeit hatte, sich komplette Abende mit dem Bezwingen diverser Gegner um die Ohren zu schlagen. Im höheren Levelbereich kommen dann die so genannten Schlachtzugsinstanzen dazu. Diese sind aber, im Gegensatz zur alten Welt, auf 25 Leute begrenzt. Das ermöglicht das leichtere Finden einer Gruppe dafür. Denn es ist unbestritten einfacher, 25 Leute zu finden und zu organisieren als 40. Die wichtigste Neuerung aller Instanzen ist aber wohl der wählbare Schwierigkeitsgrad. So können alle Instanzen neben dem normalen Level auch auf der Stufe "heroisch" durchgespielt werden. Die Gegner sind nun gleich um ein vielfaches stärker, lassen aber auch wesentlich bessere Beute fallen.
Gelegenheitsspieler auf dem Vormarsch.
Alle Spieler, die eine sehr lange Zeit auf der Stufe 60 verbracht haben, haben in der Regel auch eine sehr gute Ausrüstung zusammengetragen. Die so genannten "Tier-Sets" der Stufe 2 oder 3 sind da keine Seltenheit. Diese sind natürlich sehr schwer zu bekommen und mussten mit riesigen 40 Mann Schlachtzügen den Bossen der großen Instanzen wie dem Pechschwingenhort, Naxxramas oder Ahn'Qiraj entnommen werden. Für diese Spieler ist es schade, dass schon sehr früh in den kleinen, neuen Instanzen gleichwertige oder sogar bessere Beute gefunden werden kann. Zwar gibt es den Spielern einen kleinen Vorsprung beim Leveln in den neuen Gebieten, allerdings schafft es kaum ein Ausrüstungsgegenstand oder eine Waffe aus der alten Welt, bis über Level 65 hinaus noch getragen zu werden. All die Zeit, die in diese Gegenstände investiert wurde, war vielleicht nicht ganz umsonst, aber sie ist dennoch verloren. Blizzard hat das extra so gemacht, um dem Gelegenheitsspieler bessere Möglichkeiten einzuräumen, an solch hochwertige Gegenstände zu kommen - zum Arger aller Hardcorezocker.
Paladine für die Horde?
Die wohl größte Neuerung in "The Burning Crusade" sind die zwei neuen Rassen. Die Allianz bekommt die Draenei dazu. Eine Rasse, die etwa die Größe der Tauren haben. Auf Hordenseite gibt es nun zusätzlich die Blutelfen. Die sind ähnlich den Nachtelfen, die es auf Seiten der Allianz gibt. Mit den neuen Rassen hebt Blizzard auch die Klassenbeschränkung der Fraktionen auf. Die Horde bekommt mit den Blutelfen einen Paladin an ihre Seite gestellt, die Allianz kann nun endlich auch einen Draenei Schamanen in ihren Reihen verzeichnen. Beide Rassen bekommen natürlich auch ein eigenes, neues Startgebiet. Hier dürfen sie sich bis etwa Level 20 austoben. Darüber hinaus werden die alten, bekannten Quests in den alten Gebieten wieder fällig. Blizzard hat in den Augen vieler Rollenspieler damit zwar die Geschichte vermurkst, da der Paladin ja ein Krieger des Lichts ist, und auf keinen Fall auf Seiten der Horden kämpfen kann, allerdings war es wohl ein notwendiges Übel, um das Gleichgewicht der Fraktionen wieder hin zu bekommen.
Flugtiere!
Weitere Neuerungen werden das neue Schlachtfeld und die Flugmounts sein. Wobei die Flugreittiere zwingend erforderlich sein werden, denn bestimmte Gebiete in der neuen Welt sind nur durch sie zu erreichen. Auf dem neuen Schlachtfeld haben Horde und Allianz wieder die Möglichkeit, sich die Köpfe einzuschlagen. Das Schlachtfeld ist eine Mischung aus der Kriegshymnenschlucht und dem Arathibecken. Gekämpft wird um eine Fahne in der Mitte der Karte, die zu einem der von der eigenen Mannschaft eroberten Türme gebracht werden will. Einen neuen Beruf wird es auch geben: das Juwelenschleifen. Mit diesem Beruf ist man in der Lage Gegenstände zu verbessern. Ähnlich dem Beruf des Verzauberers kann der Juwelenschleifer Sachen herstellen, die er an Rüstungsteilen anbringen kann und sie damit verbessert. In Kombination mit dem Bergbauberuf ist der Juwelenschleifer in der Lage, Edelsteine aus den Erzvorkommen zu gewinnen. Diese Edelsteine sind die Grundlage seiner Kunst. Diverse neue Rüstungsteile werden freie Sockel haben. Diese Sockel kann der Juwelier jetzt belegen.
Fazit
von Frank Hinken
Mit "The Burning Crusade" hat Blizzard ein großartiges Addon herausgebracht. Die vielen neuen Gebiete, Quests und vor allem die neuen Rassen bringen wieder sehr viel Motivation in das Spiel hinein. Allein die Idee, mal ein episches Flugtier besitzen zu können, spornt ungemein an, mich auf jedenfall. Besonders Gelegenheitsspieler profitieren von diesem Addon, da die Instanzen kleiner geworden sind und sie nicht mehr soviel Zeit am Stück vor dem PC verbringen müssen. Diejenigen, die "World of Warcraft" noch nie gerne mochten, werden auch mit dem Addon nicht glücklich werden. Aber alle die es mögen, werden die Erweiterung lieben.
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