Die größten Tech-Flops

Betamax

Ein schärferes Bild und 20 Prozent weniger Bandmaterial pro Spielzeit. Sonys Videorekorder Betamax hatte beste Voraussetzungen, um sich im sogenannten Formatkrieg Ende der siebziger bis Anfang der achtziger Jahre durchzusetzen. Doch als Sieger im Kampf um die Gunst der Kunden ging das technische unterlegene VHS-System von Konkurrent JVC hervor.

Den Ausschlag gab die unterschiedliche Lizenzpolitik. Sony war sehr zögerlich mit der Vergabe von Lizenzen an andere Hersteller und verband diese mit der Bereitschaft zu hohen Investitionen in eigene Produktionsstätten. JVC war da erheblich freigiebiger. So konnte sich das VHS-System schneller verbreiten. Auch dank der allseits beliebten Videotheken. Denn die setzten auf das VHS-System. Und da es damals noch kein Internet und keine Pornoseiten gab, ging Mann für seine ''Entspannungsfilme'' in die Videothek.

In dieser Hinsicht traf der Elektronikkonzern Philips für sein Video 2000, das dritte damals bedeutende Videorekorder-System, ein fatale Entscheidung: Die Niederländer verboten Sexfilme auf ihrem Video 2000. Mitte der achtziger Jahre war der Formatkrieg endgültig entschieden. Der Marktanteil von VHS lag bei 93 Prozent, Video 2000 kam auf 4 und Betamax auf 3 Prozent.

Bild: ©Tomasz Sienicki