Vertragsbruch: Microsoft klagt gegen Immersion

von René Peters (21. Juni 2007)

Nachdem Immersion vor 5 Jahren einen Lizenzstreit gegen Microsoft geführt hatte, wird das kalifornische Unternehmen nun seinerseits vom weltweit größten Softwarehersteller wegen Vertragsbruchs auf mehrere Millionen Dollar Schadenersatz verklagt.

In dem Patentstreit ging es um die sogenannte Force-Feedback-Technik, bei der die Peripheriegeräte (Lenkräder, Joypads u.ä.) die Ereignisse auf dem Bildschirm an den Spieler weitergeben (z.B. durch die Rumble-Funktion). Sowohl Microsoft als auch Sony wurden im Jahre 2002 von Immersion verklagt, weil mit den Controllern der Konsolen gegen die Patente der Technik verstoßen wurde.

Im folgendem Jahr wurde der Streit von Microsoft beigelegt. Es wurden Anteile an Immersion gezeichnet und ein Kredit gewährt. Durch die geschlossene Vereinbarung erhielt Immersion eine Gesamtsumme von 26 Millionen Dollar.

Nun sagt Microsoft, daß eben dieser Vertrag gebrochen wurde. Die Vereinbarung sagt nämlich folgendes: Sollte sich das Unternehmen (Immersion) auch mit Sony vergleichen, stünde dem Gates-Konzern ein gewisser Anteil möglicher Zahlungen des japanischen Konzerns zu.

Sony legte den Streit mit Immersion im März diesen Jahres bei und zahlte an den Kontrahenten eine große Summe als Strafe. Inklusive Lizenzgebühren und Zinsen soll sich dieser Betrag auf ca. 120 Millionen Dollar belaufen. Von dieser Summe will Microsoft nun seinen Anteil.

Laut Vertrag muß Immersion (bei einem Vergleich mit Sony) mindestens 15 Millionen Dollar an Microsoft zahlen. Hinzu kommen 25 Prozent des Betrages, der die 100-Millionen-Dollar-Grenze überschreitet, sowie 17,5 Prozent des Betrages, der über 150 Millionen Dollar liegt. Daraus ergibt sich, laut Microsoft-Anwälte, eine Summe von 27,5 Millionen Dollar, über die man Immersion im Mai informiert hat.

Da Immersion aber nicht von einem "Vergleich" mit Sony spricht, sondern von einer "geschäftlichen Vereinbarung", wird demnächst ertsmal ein Gericht den Unterschied feststellen müssen.

Sollte Microsoft mit seiner Forderung Erfolg haben, erhält das Unternehmen nicht nur den Betrag zurück, den es an Immersion zahlen

mußte (26 Millionen), sondern behält auch die Lizenzen für die

Force-Feedback-Technik.

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