PlayStation 3 TV-Tuner: Konsole wird zum Mediacenter

von Henning Ohlsen (07. August 2007)

Wie wir bereits vergangene Woche berichtet hatten, senkt Microsoft die Preise der Xbox 360 in den USA. Sony hatte dort ebenfalls eine Preissenkung vollzogen (in Europa war es eine indirekte Preissenkung), geht derweil aber noch andere Wege, um den Durchmarsch der Nintendo Wii zu stoppen: Ein TV-Tuner soll sie zum Festplattenrekorder machen. Ob das reicht, die Wii zu bremsen?

Mit der neuen Technik verfolgt Sony einen anderen Ansatz als die Konkurrenz: Die PlayStation 3 ist nicht nur eine Spielekonsole, sondern auch ein vergleichsweise günstiger Blu-ray-Player. Mit dem TV-Tuner-Zusatzgerät und der Festplattenvergrößerung von 60 GB auf 80 GB scheint es, die Japaner wollten die Konsole als Heimkino und Mediacenter etablieren, mit dem man auch spielen kann. Der Tuner erweitert das Leistungsspektrum der PS 3 um die Features eines Festplattenrekorders.

Dabei ist ein deutlicher Trend der drei Unternehmen erkennbar: Nintendo spricht mit der Wii besonders spaßorientierte Spieler und Frauen an, Sony setzt auf kaufkräftige Kunden, die angeblich auf der Suche nach dem ultimativen Home-Entertainment-Center sind, und Microsoft plant die Verschmelzung von Computer- und Konsolenwelt.

Nintendo hat mit seiner Strategie noch die Nase vorn, aber auch für Microsoft zahlt sich der gewählte Weg langsam aus, obwohl die teure Technik der Xbox 360 in den ersten zwei Jahren für ein sattes Minus bei jedem Verkauf sorgte. Während Nintendos pragmatisch ausgestattete Konsole die Kassen klingeln lässt, zahlen Microsoft und Sony bei jedem Konsolenverkauf drauf. Drei Milliarden Dollar hat die Xbox 360 bisher an Verlusten eingebracht.

In diesem Jahr soll die Konsole in den USA (dem Heimatmarkt der Xbox) das erste Mal Gewinne einbringen: Durch die neuen Madden- und Halospiele rechnet man mit sehr guten Verkaufszahlen und einem höheren Absatz.

Warum Preissenkungen nur in den USA?

Die Konsolenhersteller sehen die Welt in drei große Märkte segmentiert: An erster Stelle stehen da die USA, danach folgt Japan, dahinter Europa. Der Rest der Welt wird in den Planungen scheinbar überhaupt nicht berücksichtigt. Wer den US-Markt beherrscht, hat es ihrer Meinung nach leichter, auch in den anderen Märkten sich Vorteile zu erarbeiten.

Momentan ist Nintendo in allen Regionen Marktführer; im Heimatmarkt, Japan, verkaufte man viermal mehr Wiis als PS 3-Konsolen. Microsofts Xbox 360 ist dort ein regelrechtes Nischenprodukt.

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