Blu-ray Technology: Jetzt schon gescheitert

von Falko Sczendzina (03. September 2007)

Es ist bekannt, dass die reinen Material- und Herstellungskosten für eine Blu-ray Disk um ein vielfaches größer sind als die für HD-DVD. Doch wie WideScreen herausgefunden hat, sei dies nur die Spitze des Kosteneisberges, da der Hauptanteil der produzierten Datenträger schon in den Fabriken aussortiert werden müsse.

So sollen in Sonys hauseigener Produktion gerade mal 40 Prozent der Datenträger weiterverwertbar sein, während andere Hersteller sogar nur 10 Prozent brauchbare Datenträger aus einer Produktion gewinnen könnten. Somit lägen die Produktionskosten für eine 30 GB große HD-DVD bei etwa 1,05 US-Dollar, während die nur 20 GB größere Blu-ray Disk 6,50 Dollar pro Stück den Herstellerkonten abverlange. Doch die Produktion der Datenträger scheint noch das kleinste Problem, wenn die Absatzmöglichkeiten fehlen. Denn bisher gebe es noch kein Abspielgerät, das die Blu-ray Spezifikation 1.1 nutzen könne und solche Abspielgeräte sollen frühestens im ersten Quartal 2008 auf den Markt kommen, während das HD-DVD Lager bereits die günstigen Xbox 360 HD-DVD Player von Microsoft und SHD7000 von Venturer, der auch nur 199 US-Dollar kostet, anbietet. Und weil Warner ursprünglich für das kommende Weihnachtsgeschäft eine Doppelstrategie von Blu-ray 1.1 und HD-DVD plante, wird nun wegen fehlender Abspielgeräte exklusiv für HD-DVD produziert.

Des weiteren sei die Programmierung von Inhalten für BD-J-Systeme problematischer als die für das HD-DVD System HDi, da zusätzliche Arbeit nötig sei, die Daten für frühere Software-Revisionen kompatibel zu halten, was für kleinere Auflagen nicht zu bezahlen sei. Da schmerzt es dann doppelt, wenn auch die von Sony versprochenen Mindestverkäufe ausbleiben, da man nur 25 Prozent der zum Jahresende versprochenen PS3-Verkäufe schaffe und wohl auch gerade 25 Prozent der PS3-Kunden Blu-ray-Filme kauften, obwohl Sony mit 80 Prozent rechnete. Dies wiederum führe dazu, dass Sony die Mithersteller des Blu-ray Camps massiv subventionieren müsse, was bei der derzeitigen Finanzlage des Konzerns nicht durchzuhalten sei. Sollte nun nach Paramount, die Microsoft mit 150 Millionen Dollar ins HD-DVD-Boot holte, auch das unzufriedene Warner ins HD-DVD-Lager wechseln, so könnte man dies als Zeichen des sinkenden Blu-ray-Bootes ansehen.

Übrigens: Der europäische Gerichtshof ermittelt immer noch gegen das Blu-ray Camp wegen unlauteren Wettbewerb.

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