Neue Studie beweist: Gewalt und Onlinefeatures zählen

von Josef Dietl (12. September 2007)

Eine neue Studie zeigt auf, dass sich Konsolenspiele mit Onlinefeatures und jugendgefährdenden Inhalten besser verkaufen. Für die Abhandlung des amerikanischen Marktforschungsinstitutes Electronic Entertainment Design and Research , kurz EEDAR, wurden die Verkaufszahlen von 219 über den Handel vertriebenen und 187 über Downloads erhältliche Spiele für Playstation 3, Xbox 360 und Wii untersucht. Dabei betrachtete man die Auswirkung der Alterseinstufung, das Genre der Spiele, die Positionierung in den aktuellen Spielecharts, die durchschnittlich erhaltenen Bewertungen, die Onlinefunktionalität und Multiplayereigenschaften.

Besonders auffällig ist, dass die Stellung in den Charts und die von Videospielmagazinen und anderen vergebenen Bewertungen einen sehr großen Einfluss auf die Verkaufszahlen haben. Spiele, die im Durchschnitt mehr als 90 von 100 Punkten beziehungsweise Prozent erhalten, verkaufen sich um 531 Prozent besser als die restlichen Produkte. Diese Zahlen beeindrucken vor allem aufgrund der Tatsache, dass die Spiele mit 90+ Bewertungen nur zwei Prozent aller veröffentlichten Titel ausmachen.

Weiter konnte man feststellen, dass Spiele mit Darstellungen von Gewalt erheblich bessere Verkaufszahlen aufweisen. 24 Prozent des Gesamtumsatzes kommen allein aus dem Action-Genre, wobei die darin enthaltenen Shooter den Löwenanteil ausmachen. Die zehn Prozent der Spiele, die vom amerikanischen ESRB, das Pendant zur deutschen USK, mit einer Mature-Altersbeschränkung ab 17 Jahren versehen werden, weisen in Relation zum Gesamtmarkt die höchsten durchschnittlichen Verkaufszahlen auf. Das ist vor allem deswegen bemerkenswert, weil sich viele Händler weigern solche Spiele überhaupt zu verkaufen.

Das Vorhandensein von Onlinefeatures scheint ebenfalls ein gewichtiges Argument für den Kauf zu sein. Bereits 55 Prozent aller über den Handel verkauften Produkte sind mit Möglichkeiten zum Onlinegaming ausgestattet. Einzig der Spielekatalog von Nintendo*s *Wii hinkt hier noch mit lediglich zwei Prozent Onlinefähigkeit hinterher. Dem ist so obwohl für die Wii in ihren ersten sieben Monaten über doppelt so viele Spiele wie jeweils für Playstation 3 und Xbox 360 in den selben Zeiträumen veröffentlicht wurden.

Laut dem Geschäftsführer von EEDAR, Geoffrey Zatkin, ist der Report auf die Spieleindustrie ausgelegt:

"EEDAR's Aufgabe besteht darin Publisher und Entwickler beim Treffen von wohldurchdachten Entscheidungen zur Produktion und Vermarktung von Spielen zu unterstützen."

Die Abhandlung ist auf der Webseite von EEDAR erhältlich, jedoch nicht kostenfrei.

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