Xbox 360 auf der TGS: Kehrt Microsoft Japan den Rücken?

von Josef Dietl (21. September 2007)

Microsoft scheint mit seiner Xbox 360 eine Niederlage auf dem japanischen Konsolenmarkt zu akzeptieren. In einem auf der größten Spielemesse Asien*s, der *Tokyo Game Show, geführten Interview äußerte sich Aaron Greenberg, Microsoft*s für die *Xbox 360 zuständiger Product Manager, dementsprechend. Trotz zahlreichen Maßnahmen, wie der Anpassung des Konsolendesigns an den asiatischen Geschmack, konnte der negative Kurs nur leicht korrigiert werden. Auch der Release von auf dem asiatischen Markt eigentlich beliebten Rollenspielen wie Blue Dragon und dem in Kürze erscheinenden Lost Odyssey, scheint nicht den gewünscht starken Effekt zu haben.

Laut Greenberg sei auf diesem Markt eine Etablierung schwierig, da die Spieler den Herstellern Sony und Nintendo aufgrund der guten Erfahrungen mit den Vorgängerkonsolen treu geblieben sind:

"Dieser Markt ist schon sehr ausgereift. Er wird von potentiellen Kunden dominiert, die schon viele Jahre spielen... Ich denke, dass die Leute hier bestimmte Arten von Spielen sehr gerne sehen und dass diese Personen eine sehr große Loyalität gegenüber Marken aufgebaut haben, die sie seit Jahren spielen."

Der Product Manager nannte auch die auf dem japanischen Markt sehr wichtige Mobilität als Grund für die Schwierigkeiten. Im Vergleich zu anderen Kulturen liegt unter anderem darauf ein Hauptaugenmerk:

"Die Entwickler selbst sagen uns, dass der Markt für nicht-portable Konsolen sehr schwierig ist, da sich in Japan eine Kultur des "Ständig-in-Bewegung-Seins" etabliert hat und dies Handhelds und Mobile Gaming einschließt... Man kann zum Beispiel in den japanischen Zügen viele Menschen aus allen Alters- und Einkommensgruppen sehen, die auf ihrem Mobiltelefon, dem DS oder der PSP spielen."

In seinen Ausführungen erörtere Greenberg aber auch, dass ein weltweiter Erfolg nicht im Zusammenhang mit der Etablierung in Japan stehen müsse:

"Für uns bedeutet ein weltweiter Sieg nicht zwangsläufig der Triumph auf jedem einzelnen Markt. Einen Markt gewinnst du, einen anderen Markt verlierst du, aber unser Ziel ist es, im Großen und Ganzen erfolgreich zu sein."

Greenberg zeigte trotz der bisherigen Entwicklung Zuversicht, vor allem was Ego-Shooter betrifft:

"Bisher fanden Ego-Shooter auf dem japanischen Markt keinen großen Anklang. Halo stellte dabei mit seinem Durchbruch aber eine Ausnahme dar. Halo 2 war in Japan auch relativ erfolgreich, so dass wir uns von Halo 3 und Lost Odyssey viel versprechen... Der Markt für Videospiele stellt einen der hiesigen Kernmärkte dar, so dass wir dort auch weiterhin aktiv sein werden und versuchen unser Geschäft auszubauen."

Wer sich genauere Auszüge aus dem Interview durchlesen möchte, findet dieses in der Memberzone der englischsprachigen Webseite Next-Gen.biz.

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