Spiele-und-Gewalt-Studie: Kein Zusammenhang?

von Josef Dietl (20. November 2007)

Zwischen Gewaltanwendung in der Realität und dem Konsum von Videospielen gibt es keinen Zusammenhang. Zu diesem Ergebnis kam Dr. Christopher Ferguson von der Abteilung für angewandte Verhaltensforschung und Strafrechtspflege an der Texas A&M International University im US - amerikanischen Lorado. Seine Untersuchung, die mit dem passenden Titel The Good, The Bad and the Ugly im Fachmagazin Psychiatric Quaterly veröffentlicht wurde, fand in Form einer Meta - Analyse statt. Das heißt, dass keine neuen Daten erhoben wurden, sondern zahlreiche verschiedene Bewertungsergebnisse gesammelt und in einer Art Primär - Studie genauer untersucht wurden.

Beim Vergleich der Untersuchen stellte Dr. Ferguson wiederholt Fehler fest, die die statistische Aussagekraft der Ergebnisse deutlich mindern. So wurde in vielen Fällen ein einzelnes Ergebnis, wie zum Beispiel ein Amoklauf, als Basis genommen und dann überprüft, ob der jeweilige Täter Videospiele konsumiert hat. Falls die Überprüfung positiv ausgefallen war, wurde in den betroffenen Studien ein positiver Zusammenhang zwischen Videospielen und Gewalttaten hergestellt. Dies sei jedoch ein grundlegend falscher Denkansatz und so auch nicht haltbar:

"Es ist nicht schwer Videospiele mit Gewalttaten in Verbindung zu bringen, wenn jemand das unbedingt möchte, da, wie zahlreiche repräsentative Studien bewiesen haben, circa 98,7 Prozent der Erwachsenen bis zu einem bestimmten Grad Videospiele konsumieren. Ist es also wirklich sinnvoll ein Verhalten, das sehr verbreitet ist, zur Erklärung einer sehr seltenen Handlungsweise zu verwenden? Kann man aus jedem alltäglichen Verhalten eine seltene Handlung prognostizieren?"

Diesen Fehler wollte Dr. Ferguson bei seiner Analyse ausschließen und nahm so jede Studie, die auf diesem Denkansatz aufbaut, aus dem Portfolio der betrachteten Untersuchen heraus. Dies führte dazu, dass nur siebzehn Studien in den letzten zwölf Jahren wirklich aussagekräftig sind. Genau diese siebzehn Studien kamen zu einem einheitlichen Ergebnis, nämlich, dass Videospiele in keinem direkten Zusammenhang mit Aggression und Gewaltanwendung stehen.

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