Gegen alle Vorurteile: Spielen fördert die Lesestärke

von Josef Dietl (02. Dezember 2007)

Videospiele zu konsumieren fördert die Lesefähigkeit des Menschen. Diesen Standpunkt vertritt der Kolumnist Steven Poole in dem von ihm verfassten Artikel Liest unser Kind? auf der Webseite der renommierten, englischen Tageszeitung The Guardian. Entgegen zahlreichen von Eltern aufgebrachten Vorurteilen und Ergebnissen der britischen Studie International Literacy Study aus dem Jahr 2006, können Videospiele sogar Kinder und Jugendliche zum Lesen anreizen und sind nicht dafür verantwortlich, dass zum Beispiel England von Platz Drei auf Platz Neunzehn in einem internationalen Lesestärke - Tableau abgerutscht ist. Poole führt in seinen Ausführungen gegen die allzu populären Vorurteile unter anderem die Krimiabenteuer - Reihe Phoenix Wright für Nintendo DS an:

"Diese Spiele, in denen man die Rolle eines Strafverteidigers in einer Reihe surrealer Kriminalfälle übernimmt, laufen hauptsächlich in Gesprächen ab, deren Inhalt man sich merken muss und später für Verhandlungen verwenden kann... Grob geschätzt beinhaltet ein Phoenix Wright Spiel mindestens soviel Text wie ein durchschnittlicher Jugendroman."

Mit einem weiteren Beispiel, dem Action - Adventure The Legend of Zelda: The Phantom Hourglass, ebenfalls für Nintendo DS, erläutert Steven Poole, dass zusätzlich zur Lesestärke auch die Fähigkeit zu Schreiben in Videospielen trainiert wird:

"Ein weiteres Spiel für den Nintendo DS, The Legend of Zelda: The Phantom Hourglass, beinhaltet nicht nur unzählige Dialoge und zu lesende Schilder, sondern bringt den Spieler auch zum Schreiben. Selbstgeschriebene Anmerkungen (mit dem Stylus über den Touchscreen) können dazu beitragen Puzzles zu lösen und sicher durch verwinkelte Tempel zu manövrieren."

Seiner Meinung nach ist zwar klar, dass junge Menschen The Legend of Zelda: The Phantom Hourglass und Phoenix Wright nicht spielen, um ihre Lesestärke zu verbessern, aber dennoch belohnen diese Spiele, wenn man liest. Poole will eher die Qualität von Kinder- und Jugendbüchern in den Fokus rücken. Seiner Meinung nach, stehe eher die sinkende Qualität dieser Literatur zur Debatte, denn gerade der vor kurzem erschienene letzte Teil der Harry Potter - Reihe zeige, dass junge Menschen sehr wohl auch in Videospiel - Zeiten bereit sind, freiwillig ein gutes Buch zu lesen.

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