Viele Indizierungen drohen: Jugendschutz wird verschärft

von Josef Dietl (19. Dezember 2007)

Durch neueste Gesetzesänderungen droht eine Indizierung zahlreicher Videospiele. Wie das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in einer Pressemitteilung auf der offiziellen Internetseite der Instanz mitteilt, wurde heute ein erster Gesetzesentwurf zur Verschärfung des Jugendschutzes vom Bundeskabinett verabschiedet. Das von der Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen und Armin Laschet, seines Zeichens Familienminister in Nordrhein - Westfalen, federführend gestaltete Programm enthält unter anderem einschneidende Änderungen im Rahmen der zu indizierenden Medien, unter anderem auch im Bereich der Videospiele:

"...der Katalog der schwer jugendgefährdenden Trägermedien, die kraft Gesetzes indiziert sind, wird im Hinblick auf Gewaltdarstellungen erweitert. Dies betrifft Trägermedien, die "besonders realistische, grausame und reißerische Darstellungen selbstzweckhafter Gewalt beinhalten, die das Geschehen beherrschen"."

Für eine solche Ausdehnung des Indizierungskataloges sollen die entsprechenden Indizierungskriterien in größerem Umfang erweitert und präzisiert werden. So werden unter anderem solche Medien auf die Liste gesetzt, die die Darstellung von Gewalt ins Zentrum des Gezeigten legen und diese als legitim aufzeigen:

"...es wird durch den Gesetzgeber klargestellt, dass "Medien, in denen Gewalthandlungen wie Mord- und Metzelszenen selbstzweckhaft und detailliert dargestellt werden oder Selbstjustiz als einzig bewährtes Mittel zur Durchsetzung der vermeintlichen Gerechtigkeit nahe gelegt wird" jugendgefährdend sind und von der Bundesprüfstelle in die Liste jugendgefährdender Medien aufgenommen werden sollen."

Desweiteren sollen die Hersteller betroffener Videospiele dazu verpflichtet werden, die Alterskennzeichnungen der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle, kurz USK, wesentlich sichtbarer auf den Verpackungen der Spiele zu platzieren, unter anderem durch Reglementierungen in Form der Mindesthöhe der Symbole:

"Das Zeichen ist auf der Frontseite der Hülle links unten auf einer Fläche von mindestens 1200 Quadratmillimetern und dem Bildträger auf einer Fläche von mindestens 250 Quadratmillimetern anzubringen."

Der Entwurf soll in einem Sofortprogramm das Gesetzgebungsverfahren schnellstmöglich durchlaufen und bereits Anfang 2008 in Kraft treten. Welche einschneidenden Veränderungen dies für die Käufer und Konsumenten hat, bleibt bis dahin abzuwarten. Dass mit gravierenden Änderungen im Rahmen von Spielen, die Gewalt beinhalten, zu rechnen ist, scheint jedoch so gut wie sicher zu sein.

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