Alle Killerspiele verbieten: Bayern besteht darauf

von Henning Ohlsen (20. Dezember 2007)

Wie wir gestern berichteten, soll der Jugendschutz in Deutschland drastisch verschärft werden. Dadurch könnten zahlreiche bisher legale Videospiele auf dem Index landen und somit vom öffentlichen Vertrieb ausgeschlossen werden. Dem Freistaat Bayern gehen diese geplanten Änderungen aber immer noch nicht weit genug: die Jugend- und Familienministerin Christa Stewens fordert weiterhin ein "strafbewehrtes Herstellungs- und Verbreitungsverbot von Killerspielen".

Der "Entwurf eines ersten Gesetzes zur Änderung des Jugendschutzgesetzes" sei halbherzig und völlig unzureichend, urteilte Stewens. Die Vorschläge von Ursula von der Leyen und Armin Laschet seien "in ihrer Wirkung eher kosmetischer Natur." Insbesondere bräuchten wir ein strafbewehrtes Herstellungs- und Verbreitungsverbot von Killerspielen. Auch im Online-Bereich müsse gehandelt werden - laut Stewens berge dieser die größten Gefahren für Kinder und Jugendliche. Die Ministerin hätte sich ein klareres "politisches Zeichen gewünscht, dass gewaltbeherrschte Spiele in unserer Gesellschaft nichts verloren haben. Denn sie sind mit dem Wertesystem unseres Grundgesetzes unvereinbar!"

Aus diesen Gründen wolle Bayern sich auch weiterhin im Bundesrat für ein strafrechtliches Herstellungs- und Verbreitungsverbot dieser Computerspiele einsetzen. Es solle höhere gesetzliche Anforderungen bei der Freiwilligen Selbstkontrolle geben und die Indizierungsmaßnahmen müssten schneller vollzogen werden können, so Stewens.

Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) hatte währenddessen beklagt, der Gesetzesentwurf sei verfassungswidrig. Zudem würden die geplanten Änderungen den Jugendschutz bei Computer- und Videospielen nicht verbessern, meint BIU-Geschäftsführer Olaf Wolters.

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