Videospiele sind Kulturgut: Sagt der Deutsche Kulturrat

von Philip Ulc (31. Dezember 2007)

Kulturstaatsminister Bernd Neumann kündigt für das kommende Jahr die Vergabe eines geförderten Computerspielpreises für künstlerisch wertvolle und pädagogisch wichtige Spiele an.

Damit soll das Medium Computerspiele auch in der breiten Öffentlichkeit Anerkennung finden. Der Preis soll helfen, gute von schlechten Spielen zu unterscheiden und gerade für Eltern eine Orientierungshilfe sein.

Der Deutsche Kulturrat möchte sich nicht der aktuellen Verbotsdebatte anschließen, sondern eher über die inhaltliche Qualität von Computerspielen diskutieren. Bei der Masse an Neuveröffentlichungen gäbe es, wie eben in jeder Kunst, natürlich auch eine Menge Schund und gewaltverherrlichender Werke. Dieser Umstand kann nicht aus dem Weg geräumt werden, so dass konsequenterweise diejenigen Spiele positiv hervorgehoben werden müssen, die sich im Bereich moderner Kunst bewegen. Computerspiele sind demnach Kunst und Teil der öffentlichen Kultur.

"Wir können als Kulturverantwortliche auch nicht mehr länger ein Medium ignorieren, mit dem sich ein immer größer werdender Teil der Jugend beschäftigt. Wir dürfen uns nicht aus unserer Verantwortung stehlen nach dem Motto 'Das ist keine Kunst, damit wollen wir nichts zu tun haben, wir sind nur für das Schöne und Wahre zuständig'. Damit würden wir ganz bewusst einen großen Teil unserer Jugend ausschließen", kritisiert Zimmermann weiter.

Zum besseren Verständnis des Problems veröffentlicht der Deutsche Kulturrat ab sofort das Buch "Streitfall Computerspiele" von Theo Geißler und Olaf Zimmermann.

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