Hideo Kojima über Gewalt: In Spielen falsch dargestellt

von Josef Dietl (03. Januar 2008)

Hideo Kojima äußerte sich über die Darstellung von Gewalt in Videospielen. Dies tat er in Form eines Interviews mit Jade Raymond vom japanischen Videospiele - Magazin Famitsu. Seiner Meinung nach ist die Anzahl derer Spiele viel zu gering, in denen Gewalt so dargestellt werde, dass der Konsument auch über diese reflektieren könne beziehungsweise sogar müsse:

"Ich bin der Meinung, dass es nicht sehr viele Videospiele gibt, dich sich mit dem Thema Gewalt auf die richtige Art und Weise beschäftigen. Wenn man zum Beispiel jemanden schlägt oder ihm Schmerz zufügt, dann werden Gesichter entstellt. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, diese Dinge auch darzustellen."

Seiner Meinung nach kann ein Spiel, in dem die Konsequenzen des eigenen Handelns nicht aufgezeigt werden, niemals der lehrreichen Charakter haben, den es eigentlich beinhalten sollte. Dadurch könne der Spieler aufgrund der monotonen Aneinanderreihung von Gewalt für selbige abgestumpft werden:

"Wenn man den Schmerz nicht sieht, dann kann man auch nicht verstehen, was man getan hat. Man wird sich durch zahlreiche Schlachten kämpfen und niemals die Verantwortung für die eigenen Taten übernehmen. Ich möchte dieses Problematik nicht ignorieren. Ich möchte, dass der Spieler beginnt nachzudenken, selbst wenn er dies nur im kleinen Ausmaß über die Bedeutung von Gewalt und Krieg macht."

Angesichts solcher sehr durchdachter Ansätze ist nicht zum ersten Mal in Frage zu stellen, ob die Zensur - Praktiken von deutschen Einrichtungen wie der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle und der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien den Spieler auch wirklich zu einer gesunden Einstellung zur Gewalt erziehen.

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