Ex - Microsoft Mitarbeiter: Wahrheit hinter RRoD

von Josef Dietl (20. Januar 2008)

Ein ehemaliger Mitarbeiter des Redmond*er Unternehmens hat zahlreiche Informationen über den **Red Ring of Death* preisgegeben. In einem Gespräch mit Kollegen des amerikanischen Magazins 8BitJoystick.com hat die Person ausführliche Hintergrunddetails zu dem Hauptausfallgrund der Xbox 360 geliefert. Unter anderem äußert er sich zu den seit Monaten kursierenden, aber von offizieller Seite unbestätigt gelassenen 30 Prozent an fehlerhaften Konsolen:

"Die Zahlen liegen in etwa bei den 30 Prozent und alle werden mit hoher Wahrscheinlichkeit relativ früh ausfallen. Für dieses Quartal erwartet man eine Million Ausfälle, die meisten der Betroffenen verfügen über das Xenon - Motherboard. Hierbei auf die Lebenserwartung einzugehen würde aber zu weit führen, da die grundlegende Bauweise nur geringen Einfluss auf die relevanten Parameter hat... Der Hauptdefekt ist die überhöhte Hitzeabgabe der GPU, die den sich darum befindenden Bereich des Motherboards förmlich verformt. Das überbeansprucht die Lötpunkte an der GPU und führt dazu, dass jeder nicht perfekte Lötpunkt relativ frühzeitig ausfällt."

Der Experte empfiehlt den Besitzer der Xbox 360 diese mit zusätzlichen Modulen so gut wie möglich zu kühlen und sie an einem gut durchlüfteten Ort und möglichst vertikal aufzustellen. Zur Frage, wieso bei Microsoft Konsole im Gegensatz zu allen anderen aktuell auf dem Markt verfügbare Systemen derartige Probleme auftreten, nimmt er ebenfalls Stellung. Seiner Ansicht nach gründen die Ausfälle auf mangelndem Entwicklungsaufwand und eines zu frühzeitigen Verkaufsstarts:

"Zunächst muss gesagt werden, dass Microsoft die zuständige Abteilung seit Beginn nicht mit ausreichenden Mitteln versorgt hat. Besonders in den die Entwicklung unterstützenden Bereichen von Produkt- und Qualitätstests, Fertigung und Zuliefer - Management... Weiterhin war Microsoft so stark darauf fokussiert, Sony in dieser Periode zu schlagen, dass die 360 auf den Markt geworfen wurde, als alle Indikatoren aufzeigten, dass sie einige ernsthafte Defekte aufweist. Die Qualitätstests waren zu dem Zeitpunkt, als das Produkt in Produktion ging, ungenügend und unvollständig."

Die genannten Probleme versucht man von Seiten des Herstellers mit einer neuen Version namens Falcon zu lösen. Laut den Informationen des ehemaligen Mitarbeiters kann die Ausfallrate dadurch zwar deutlich gesenkt, aber immer noch nicht in akzeptable Bereiche geführt werden:

"Man wird bis zum Zeitpunkt der Einstellung mindestens einmal pro Jahr neue Hardware herausbringen. Das ist das finanzielle Modell der Konsole. Funktionen und deren Umfang beibehalten, Kosten und Preise senken und wenn nötig die Qualität erhöhen... Ich habe gehört, dass die Ausfallquote der aktuellen Konstruktion bei etwas unter 10 Prozent liegt. Das ist natürlich viel besser, aber meiner Meinung nach immer noch viel zu hoch. Dabei sollte man auch berücksichtigen, dass diese Designs noch nicht lange existieren und noch niemand darüber Bescheid weiß, ob die Ausfallraten auch bei dem Wert bleiben werden."

Wer sich das komplette, englischsprachige Interview durchlesen möchte, kann dies auf der Seite von 8BitJoystick tun.

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