Games Convention zieht um: Leipzig weint, Köln lacht

von Oliver Hartmann (25. Februar 2008)

Soeben wurde auf einer Pressekonferenz vom Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) der Umzug der Branchenmesse von Leipzig nach Köln bekannt gegeben. Ab 2009 wird die Messe unter dem neuen Namen GAMESCom in Köln laufen, da die Namensrechte an der Games Convention bei der Messe Leipzig liegen (wir berichteten). Gründe für die Entscheidung sei das Erreichen der Wachstumsgrenze in Leipzig und eine bessere Infrastruktur in Köln (größeres Messegelände, mehr Hotels, bessere Verkehsanbindung).

Olaf Wolters, Geschäftsführer des BIU kommentierte die Entscheidung: "Mit dem Standortwechsel sichern wir die Zukunft der deutschen Branchenmesse als europäische Leitveranstaltung. Nur wenn wir eine internationale Wachstumsperspektive eröffnen, werden wir die europäische Leitmesse mittelfristig in Deutschland halten können".

Update 19.50 Uhr:

Inzwischen liegen erste Stimmen aus der Politik zum Standortwechsel der Games Convention vor.

Thomas Jurk, Wirtschaftsminister von Sachsen: "Angesichts der erfolgreichen Entwicklung der GC - Games Convention und des Wirtschaftstandortes Sachsens insgesamt ist für mich die Entscheidung des BIU nicht nachvollziehbar. Der Freistaat Sachsen, insbesondere der Messeplatz Leipzig, bietet exzellente Rahmenbedingungen für die GC - Games Convention und für die ganze Branche der interaktiven Unterhaltung. Die Investitionen des Freistaates Sachsen haben dazu beigetragen, dass sich die GC - Games Convention zu einem internationalen Erfolgsprodukt entwickeln konnte. Messe und Industrie haben von Sachsens Ruf als führendem IT-Standort in Deutschland profitiert. Eine erfolgreiche Leitmesse wurde beschädigt. Darum ist dies auch ein schlechter Tag für den Messestandort Deutschland insgesamt. Es kann und darf nicht sein, dass öffentlich getragene Messegesellschaften in einen ruinösen Wettbewerb tre ten und sich Messen - auch durch Dumpingpreise - gegenseitig streitig machen."

Ähnlich enttäuscht ist Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung: "Was die GC heute ist, ist sie durch und mit Leipzig. Wir können die Entscheidung des BIU nicht nachvollziehen, die Erfolgsstory der GC - Games Convention in Leipzig nicht mehr zu unterstützen. Leipzig ist gut aufgestellt im Hinblick auf Service, Umfeld und Erreichbarkeit und wird in den nächsten Jahren weiter in die Infrastruktur investieren. Wir sind auch über 2008 hinaus für eine GC oder die Rückkehr des BIU offen. Für Leipzig ist die Entscheidung des Verbandes ein herber Schlag."

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