Nintendo Zuliefererskandal: Verdacht auf Preisabsprachen in Japan

von Falko Sczendzina (29. Februar 2008)

Mitarbeiter der Sharp Corporation und Hitachi Ltd. display unit haben gegenüber der Nachrichtenagentur Kyodo ausgesagt, dass am gestrigen Donnerstag Beamte des japanischen Kartellamtes mehrere Niederlassungen durchsucht hatten.

Den Konzernen wird vorgeworfen, dass sie illegale Preisabsprachen für Liquid-Crystal Displays getroffen hätten, um Wettbewerber aus dem Geschäft zu drängen. Solche LCD-Bildschirme werden hauptsächlich für Videospielsysteme verwendet und Sharp sowie Hitachi sind die Haupt-Bildschirm-Zulieferer für die Fertigung des Nintendo DS Handhelden. Masayuki Ishibashi und Akinori Shibuya, die offiziellen Sprecher der angeklagten Firmen, verweigerten eine Aussage zum Thema, während sich Nintendos Sprecher Yasuhiro Minagawa wegen Informationsmangel nicht äußern wollte und Toshiyuki Nambu, welcher soweit wie bekannt ist die Untersuchungen leitet, nicht für eine Stellungnahme verfügbar war.

Laut Bloomberg könnte diese Affäre teuer für Sharp und Hitachi werden, da sie bei einem Schuldspruch nach japanischen Recht 10 Prozent der illegal erwirtschafteten Gewinne abtreten müssten. Dies würde eine enorme Summe bedeuten, da der Nintendo DS alleine in den USA mit 8,5 Millionen verkauften Einheiten der erfolgreichste Handheld ist. In Folge der Kyodo-Berichterstattung seien laut BloombergSharps Aktien direkt um 2,3 Prozent und Hitachis Aktien um 0,8 Prozent gesunken.

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