EU stellt Forderungen: Für besseren Jugendschutz

von Henning Ohlsen (23. April 2008)

Die Europäische Union (EU) ist unzufrieden mit der Art, wie die Rating-Systeme Jugendliche vor Gewalt in Videospielen schützen. Sie fordert die Unternehmen auf, einen neuen "industry code of conduct" zu verabschieden, berichtet Reuters. Jugendschutz hat für die EU einen sehr hohen Stellenwert. Deshalb wurden nach den letzten Amokläufen an Schulen in Europa gewalttätige Titeln wie Manhunt 2 indiziert.

"Entwickler haben das Recht, frei ihre Meinung zu äußern, aber gleichzeitig müssen sie sich die Auswirkungen auf die Gesellschaft bewusst machen", sagte EU-Kommissarin Viviane Reding.

Da die EU Gesetze ändern kann, gab sie den Spieleunternehmen nun zwei Jahre Zeit, neue Rating-Systeme zu entwickeln. Die Kommissarin für Konsumentenschutz, Meglena Kuneva, sagte zur Situation: "Wenn Kinder heute spielen gehen, gehen sie in die Welt der Joysticks. Wir wissen nicht genau, was sie dann tun und das macht vielen Eltern Angst."

Interessenter Weise sieht die EU keine direkten Anzeichen dafür, dass ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Gewalt in Videospielen und echter Gewalt besteht. Aber sie möchte lieber auf Nummer sicher gehen, als sich im Nachhinein entschuldigen zu müssen, weil sie nicht gehandelt hat.

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