Vorwürfe gegen Microsoft: Konzern verkaufte defekte Ware?

von Henning Ohlsen (09. September 2008)

US-Medien haben Vorwürfe gegen Microsoft bezüglich der hohen Ausschussquote der Xbox 360 zu Produktionsbeginn erhoben. Hauptverantwortlich für die Kritik ist der Journalist Dean Takahashi, berichten die Kollegen von Gamesmarkt. Anhand von Insiderinformationen will Takahashi, der nach "Opening the Xbox" mit "The Xbox 360 Uncloacked" an seiner zweiten Buchveröffentlichung zum Thema arbeitet, Fehlentscheidungen des Konzerns in Konzeption und Produktion belegen.

Seinen Recherchen zufolge sei schon schnell klar geworden, dass die Hardware grundlegende Fehler aufweise. Als die Massenproduktion der Konsole aufgenommen wurde, hätten so nur 32 Prozent aller hergestellten Geräte den abschließenden Funktionstest bestanden. Die Ausfallrate sei zwar schnell verringert worden, aber noch bis Anfang 2007 inakzeptabel hoch gewesen.

Ungeachtet der Probleme wollten die Redmonder um jeden Preis als erster Hersteller mit einem Next-Gen-Gerät im Markt sein, so Takahashi. Sowohl Zeitdruck als auch die sehr hohen Ansprüche an die zum Teil nicht ausreichend geprüfte Technik hätten schlussendlich zum hohen Ausschuss geführt. Außerdem seien entscheidende Änderungen am Konzept in letzter Minute vorgenommen worden und der Konzern habe an falscher Stelle gespart, was das Projekt zusätzlich erschwert hätte. Endgültig aus der Welt geschafft habe die Probleme erst ein halbjähriger Produktionsstopp Anfang 2007.

Laut Gamesmarkt erhebt Takahashi indirekt den schweren Vorwurf, Microsoft habe wissentlich mangelhafte Hardware in den Verkauf gebracht. Diese Mutmaßung weist der Konzern jedoch weit von sich. Das Ausmaß der Hardwareprobleme sei erst ein Jahr nach Markteinführung ersichtlich geworden und zudem mit umfangreichen Garantieleistungen umgehend auf die Problematik reagiert worden.

"Bereits vor über einem Jahr hat Microsoft anerkannt, dass es eine inakzeptabel hohe Anzahl an Xbox 360 Konsolen gab, die repariert werden mussten. Aus diesem Grund hat Microsoft die Garantiezeit für bestimmte Hardwaredefekte auf drei Jahre verlängert. Über diese Thematik wurde damals ausführlich berichtet. Diese neue Geschichte wiederholt lediglich bereits bekanntes und beinhaltet dabei Gerüchte und zweifelhafte Unterstellungen anonymer Quellen, um so einen neuen und sensationellen Eindruck zu erwecken. Ein solches Verhalten ist in höchstem Maße unverantwortlich - Die Xbox 360 Besitzer lieben ihre Konsole und spielen weiterhin öfter und kaufen mehr Spiele als für jede andere aktuelle Konsole. Die Kundenzufriedenheit ist ungebrochen", ließ Microsoft gegenüber Gamesmarkt mitteilen.

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