Patches, Blizzard verklagt, virtueller Mord: News-Überblick

von Henning Ohlsen (17. November 2008)

Und wieder servieren wir euch die wichtigsten und skurrilsten Meldungen der vergangen Tage in einem News-Überblick der etwas anderen Art. Demos bekommen Patches, Häftlinge verklagen Publisher und virtuelle Morde, ausgelöst durch einen - ebenso virtuellen - Ehekrach spalten die Spielergemeinschaft.

Patch zur Demo von Left 4 Dead - schlechtes Omen für die Vollversion?

Er soll Fehler ausbügeln und unser Spielgefühl auf ein höheres Level bringen. Wenn die Entwickler ein Spiel zur Veröffentlichung nicht ordentlich hinbekommen und ihre Kunden mal wieder als Beta-Tester missbrauchen, kommt er zum Einsatz. Er flickt die Lücken, die erst zu spät auffallen. Der Patch. Früher brauchten wir ihn gar nicht, weil die Spiele keine - jedenfalls keine groben - Programmierfehler enthielten. Aber heute wird fast jedes Spiel gepatcht. Im Fall von Left 4 Dead bekommt sogar schon die Demo eine Verschlimmbesserung serviert, weil sie sonst zu buggy ist. Ob das nun auf eine völlig fehlerbehaftete Vollversion schließen lässt oder doch Valves Engagement für seine Kunden unterstreicht, wird am 20. November geklärt. Eigentlich waren die ersten Eindrücke zu dem Shooter doch recht positiv.

Häftling verklagt Blizzard - Flucht in ein virtuelles Universum

Es ist ja irgendwie verständlich, dass ein Gefängnisinsasse die verrücktesten Dinge tun würde, um früher wieder auf freien Fuß zu kommen. Jonathan Lee Riches, der gebürtige Amerikaner wurde vor zwei Jahren wegen Betrugs verhaftet und sitzt seitdem hinter schwedischen Gardinen. Schuld daran sollten bisher der Eifelturm, der Garten Eden, das Römische Reich und sogar Nostradamus haben. Wen wundert's, dass alle Klagen gescheitert sind - er sitzt immer noch. Jetzt hat er aber einen neuen Verdächtigen: Die Videospielbranche. Schließlich gibt es immer wieder Berichte über Spielsucht und Organisationen, die dagegen vorgehen. Warum also sollte er selbst nicht auch davon betroffen sein? Nach einer erfolglosen Klage gegen Grand Theft Auto IV zielt er jetzt auf das Online-Rollenspiel World of Warcraft. Die Klageschrift seines Anwalts:

"World of Warcraft ist schuld daran, dass Riches geistig in einem virtuellen Universum lebt, wo er Landschaften erkundet und Cybermonster bekämpft. Riches wählte World of Warcraft anstatt eines normalen Jobs. Sein Geist wurde zu einem lebendigen Videospiel."

Frau wegen virtuellen Mordes angeklagt - der etwas andere Ehekrach

Fünf Jahre ins Gefängnis kommt ein Mensch für das Verkaufen von gefälschter Ware oder Steuerhinterziehung. Aber was steht auf virtuellem Mord? Eine Japanerin muss sich gerade wegen diesem Vergehen vor Gericht verantworten - und bekommt im schlimmsten Fall ebenfalls eine fünfjährige Haftstrafe aufgebrummt. In einem Onlinespiel hatte sie einen Mann kennen gelernt und ihn kurz darauf virtuell geheiratet, was ihr wohl ernster war als ihm, denn der Gatte meldete sich nach einer Weile nicht mehr. Voller Wut fuhr die Frau knapp 1000 Kilometer bis zu seiner Wohnung, loggte sich in den Computer ein und löschte seinen Account. Das Gericht nennt das "Datenmanipulation", was seiner Meinung nach strafrechtlich gleichzusetzen ist mit dem Schmuggeln von vier Kilo Kokain.

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