Gothic-Blamage, "Schweinefirma": News-Rückblick

von Henning Ohlsen (30. November 2008)

Und wieder servieren wir euch die wichtigsten und skurrilsten Meldungen der vergangen Tage in einem News-Überblick der etwas anderen Art. JoWood blamiert sich mit Gothic 3 - Götterdämmerung, Casual-Games funktionieren doch noch nicht als Profiterzeugungsmaschinen und endlich ist es bewiesen: Computerspiele sind der erste Schritt in die Kriminalität. Regine Pfeiffer belegt das treffend anhand der "Schweinefirma" Electronic Arts.

JoWood produziert Mist und schuld hat die Community

Im Oktober 2006 bringt JoWood einen Meilenstein der Rollenspielgeschichte heraus. Dachten wir. Doch Gothic 3 enttäuscht auf ganzer Linie und ist selbst mit mehreren Patches noch nicht fehlerfrei. Heute, gut zwei Jahre später, kommt das Addon, Götterdämmerung. Und fällt wieder durch. Der Titel wird genauso von der Fachpresse zerstückelt, JoWood hat anscheinend rein gar nichts gelernt - und ist um keine Ausrede verlegen. Mit einem offenen Brief entschuldigt sich der österreichische Publisher für die jämmerliche Erweiterung und sucht die Schuld dafür auch noch bei der Community. Der offene Brief ist an Lächerlichkeit und Frechheit kaum zu überbieten, das eigene Versagen mit der hohen Erwartungshaltung der Fans zu erklären eine Peinlichkeit hoch zehn. Dass ich ein unfertiges Spiel pünktlich zum Weihnachtsgeschäft raus haue, hat wohl weniger etwas mit der Community zu tun, als viel mehr damit, die Geschäftsbilanz bis zum Jahresende aufhübschen zu wollen. Pfui, schäm dich!

Meine Damen und Herren, heute Abend sinkt für Sie - das Niveau

"Wenn ich jetzt höre, auf welch niedrigem Niveau dort offensichtlich diskutiert wurde, bin ich froh, keine Zeit verschwendet zu haben", flachst Martin Lober, PR-Chef von Electronic Arts. Er meint damit den Kongress "Computerspiele und Gewalt" in München, der sich als eine Farce erwiesen und seine Redner als unsachlich und voreingenommen entlarvt hat. Das Wort Kongress hat sich nämlich als zu freundliche Umschreibung für "Selbstbeweihräucherung aller Feinde der Videospieleindustrie" herausgestellt. Eine sachliche Diskussion war bereits bei der Planung der Veranstaltung nicht erwünscht, weshalb Vetreter der Spielehersteller gar nicht erst eingeladen wurden. Sprichwörtlich den Vogel abgeschossen hat dann aber Regine Pfeiffer, die ihr Desinteresse an einer ernstzunehmenden Diskussion unterstrich, indem sie Electronic Arts als eine "Schweinefirma" beschimpfte. Ob bei der Begrüßung auch schon gesagt wurde: "Meine Damen und Herren, heute Abend sinkt für Sie - das Niveau"?

Casual-Games bringen noch nichts ein

Miauende Kätzchen und kläffende Hundewelpen bevölkern seit kurzem die PCs, Konsolen und Handhelds wie einst Tamagotchis die Klassenzimmer. Zum Golfen fahre ich auch nicht mehr auf den Golfplatz, sondern fläze mich gemütlich in meinen Sessel und kreise ein bisschen mit dem Handgelenk. So sieht er aus, der Trend, seit Nintendo die Wii erfunden hat: Käschual Games. Als Heilsbringer sollen diese Gelegenheitsspiele ansonsten eher zockerfremde Männchen und - vor allem - Weibchen und Kinder an die Gamepads locken. Dass das aber erstens gar nicht so einfach ist und zweitens einige Zeit dauert, haben auch die Publisher inzwischen erkannt. Aktuellstes Beispiel ist Ubisoft: Um 32 Prozent sank der Gewinn der Franzosen. Vielleicht kommen demnächst ja doch wieder mehr Far Crys, Prince of Persias und Splinter Cells. Ich könnte jedenfalls auf Sophie und ihre Freunde verzichten.

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