Sony bezahlte Hauptprozessor-Entwicklung der Xbox 360

von Falko Sczendzina (02. Januar 2009)

Der ehemalige IBM-Ingenieur David Shippy behauptet in seinem jüngst erschienenen Buch "The Race for a New Game Machine", dass IBM Hauptprozessoren an Microsoft für die Xbox 360 verkauft habe, deren Entwicklung von Sony für die Playstation 3 bezahlt worden war.

Den Kollegen des Wall Street Journal zu Folge beginnt die Geschichte im Jahr 2001, als Sony mit Toshiba und IBM die Entwicklung des so genannten "Cell-Chips" verabredeten. Dieser Chip sollte so stark werden, dass er die Scaling-Leistungsfähigkeit zukünftiger PCs neu definiere. Die drei Unternehmen investierten in ihr "PowerPC-Projekt" 400 Millionen US-Dollar, sodass Sony seine neue Power-Konsole Weihnachten 2005 auf den Markt bringen könne. Im unterzeichneten Vertrag beziehe sich diese Summe nur auf die reine Entwicklungsarbeit des "Cell Chips" und nicht auf die späteren zusätzlichen Produktionskosten.

Ende 2002 habe dann Microsofts Entwicklungsabteilung Gespräche mit IBM begonnen, weil man eine neue Konsole entwickeln wollte. Da IBM, Toshiba und Sony vereinbarten, dass die neue Cell-Core-Technologie auch an weitere Unternehmen verkauft werden dürfe, habe IBMs Chefentwickler Adam Bennett ab 2003 Arbeiten des "PowerPC-Projekts" heimlich Microsoft gezeigt. Microsoft sei an der neuen Kern-Technologie sehr interessiert gewesen und habe in der Folge einen Vertrag mit IBM abgeschlossen, der die Fertigung des rund um die neuen Cell-Kerne aufgebauten Xenon-Chips absicherte. Damit wurden Sonys Entwicklungsgelder in Prozessoren investiert, die sich in den Konsolen des Hauptkonkurrenten aus Redmond wiederfinden.

Das i-Tüpfelchen der Geschichte Shippies ist, dass sowohl Microsofts Xenon- als auch Sonys PowerPC-Chip etwa gleichzeitig fertiggestellt wurden. Allerdings habe sich nur Microsoft alternative Produktionsstätten gesichert und als bei IBM Fertigungsprobleme auftraten, konnten die Amerikaner ihre Konsole Ende 2005 veröffentlichen, während bei den Japanern ein ganzes Jahr auf die neue Konsole gewartet werden musste. In Europa konnte Sony sogar erst im März 2007 die ersten Einheiten der Playstation 3 absetzen. Dies resultierte in einem Vorsprung der Gewinnung einer Spieler-Basis für die Xbox 360, während Sony seinen heute ehemaligen Chef der Spielesparte und "Playstation-Vater" Ken Kutargi "zurückgetreten" werden musste.

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