CSU-Politikerin nutzt Amoklauf zur Spiele-Hetze

von Josef Dietl (13. März 2009)

Die bayrische Justizministerin Beate Merk nimmt den tragischen Vorfall von Winnenden als Anlass, um den Stab über Computer- und Videospiele zu brechen. In einer Stellungnahme zu dem Amoklauf bezeichnet die Politikerin der CSU diese sogar als Schund:

"Braucht unsere Gesellschaft aggressive Gewaltspiele und exzessive Gewalt im Fernsehen? Meine klare Antwort: Auf diesen menschenverachtenden Schund können wir verzichten. Studien haben die gewaltabstumpfende und stimulierende Wirkung gerade auf labile Personen eindeutig belegt."

Entgegen diesen Studien verwies die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur erst im Januar dieses Jahres drauf, dass der Zusammenhang zwischen steigender Aggressivität und dem medialen Konsum von Gewalt aus wissenschaftlicher Sicht sehr umstritten sei. Auch die für den Jugendschutz zuständige Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen warnte in diesem Zusammenhang davor, dass die Verschärfung der diesbezüglichen Gesetzgebung keine sinnvolle Konsequenz sei und die Kontrolle der Einhaltung der Gesetze an oberster Stelle stehen müsse.

Wie es scheint, sind Frau Merk populistische Wahlkampf-Parolen jedoch wichtiger als die Betrachtung der Psyche junger Menschen, dem Haupteinflussfaktor bei der neuerlichen Tragödie.

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