Erster Deutscher Computerspielpreis verliehen

von Henning Ohlsen (01. April 2009)

Im Rahmen der feierlichen Preisverleihung sind gestern Abend in München die Sieger des ersten Deutschen Computerspielpreises in neun Kategorien gekürt worden. Eine Reihe von Spielherstellern und -entwicklern sowie eine Hochschule und eine Schule durften sich über den mit 600.000 Euro dotierten Preis freuen, der von Kulturstaatsminister Bernd Neumann und den ausrichtenden Verbänden des Deutschen Computerspielpreises G.A.M.E. e.V., BIU e.V., BVDW e.V. und BITKOM e.V. ausgeschrieben war. Ausgezeichnet wurden qualitativ hochwertige sowie kulturell und pädagogisch wertvolle Spiele und Konzepte.

Bestes Kinderspiel

Nach einer Begrüßung durch Kulturstaatsminister Bernd Neumann begann die Gala des ersten Deutschen Computerspielpreises mit dem Sieger in der Kategorie "Bestes Kinderspiel". Regina Halmich übergab den mit 75.000 Euro dotierten Preis für "Fritz & Fertig", einem Schachlernprogramm, das unterhaltsam das älteste Spiel der Welt vermittelt, an die Gewinner Koch Media, Deep Silver und Terzio Möllers & Bellinghausen Verlag.

Bestes Jugendspiel

Den Preis in der Kategorie "Bestes Jugendspiel" überreichte Monika Griefahn, MdB. In dieser Kategorie durften sich dtp entertainment und Radon Labs über den Sieg ihres gemeinsam entwickelten Produktes "Das Schwarze Auge - Drakensang" freuen. Drakensang zeichnet sich vor allem durch seine faszinierende Fantasywelt aus. Es handelt sich hierbei um eine gelungene Umsetzung der beliebtesten Rollenspiel-Lizenz, die Appetit auf mehr macht und sowohl für Einsteiger als auch für Profis gleichermaßen geeignet ist.

Bestes Browsergame

Das "Beste Browsergame" wurde von Rainer Calmund überreicht. Der Softwareentwickler Gameforge hat mit seinem eingereichten Titel "Ikariam" ein Preisgeld von 50.000 Euro erhalten, das er nun in weitere Entwicklungen investieren wird. Ikariam zeichnet sich vor allem durch seine Mischung aus Aufbaustrategiespiel und Wirtschaftssimulation aus, so die Begründung der 14-köpfigen Hauptjury, bestehend aus Vertretern der Politik, der Spielwirtschaft, Wissenschaft und Presse.

Bestes Mobiles Spiel

Im Anschluss an diese Auszeichnung wurde der Sieger der Kategorie "Bestes Mobiles Spiel" gekürt, eine Kategorie in der sowohl Handygames, als auch Spiele für mobile Plattformen wie für den Nintendo DS oder die Sony PlayStation Portable eingereicht werden konnten. "Crazy Machines" lautet der Sieger. Ruth Moschner hat als Preispatin die Auszeichnung an die Spielehersteller und -entwickler Rondomedia Marketing und Vertriebs GmbH und Promotion Software -- Agentur für interaktive Medien überreichen dürfen.

Bestes Internationales Spiel

In der Kategorie "Bestes Internationales Spiel" gab es gleich zwei Gewinner: Der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer überreichte die Preise an die Sieger Nintendo für "Wii Fit" und Sony Computer Entertainment für "LittleBIGPlanet". Bei "Wii Fit" seien vor allem Koordination und Sportsgeist gefragt. "LittleBIGPlanet" stehe für Kreativität und Kommunikation, so das Urteil der Jury.

Bestes Schülerkonzept & Bestes Studentenkonzept

Der Deutsche Computerspielpreis dient der Förderung des Wirtschaftstandorts Deutschland. Neben der Unterstützung bereits etablierter deutscher Entwickler und Spielehersteller konnten sich auch Universitäten und Schulen bewerben. Ziel hierbei ist die Nachwuchsförderung für die deutsche Computerspielbranche.

In der Kategorie "Bestes Schülerkonzept" hat sich hier besonders das Elsa-Brandström-Gymnasium aus Oberhausen hervorgetan, das mit seinem Konzept "Monkeys World Wide Jungle" das Preisgeld von 15.000 Euro für die Schule gewinnen konnte. Mit "Snatch'Em", das "Beste Studentenkonzept", konnte die FHTW in Berlin den Sieg in dieser Kategorie für sich entscheiden.

Bestes Serious Game

Den Preis in der mit 75.000 Euro dotierten Kategorie "Bestes Serious Game" erhielt Zone 2 Connect für Ihren Titel "Tech Force". Dieses Spiel vermittelt auf spielerische Art Informationen über Ausbildungsinhalte von Berufen in der Metall- und Elektroindustrie.

Beste Innovation

In der Preiskategorie "Beste Innovation" hat die Jury in diesem Jahr keinen Preis vergeben. Dazu der Jury-Vorsitzende, Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring: "Die Jury war sich einig, dass in Deutschland produzierte Computerspiele vielfältige Innovationen aufweisen. Aber unter den in diesem Jahr für diese Preiskategorie eingereichten und nominierten Spielen war nach Auffassung der Jury keine so herausragende neue Innovation, dass sie mit dem mit 75.000 Euro dotierten Innovations-Preis hätte ausgezeichnet werden können. Der strenge Maßstab der Jury soll auch den hohen Stellenwert des Deutschen Computerspiel-preises unterstreichen. Im Übrigen ist auf die in diesem Jahr extrem kurze Vorlaufzeit für Einreichungen hinzuweisen. Dies wird sich im nächsten Jahr grundlegend ändern."

Bestes Deutsches Spiel

Als bedeutsamste Kategorie des Abends wurde abschließend die Kategorie "Bestes Deutsches Spiel" ausgezeichnet. Kulturstaatsminister Bernd Neumann überreichte diese höchste Auszeichnung, die mit einem Preisgeld von 150.000 Euro der wohl wichtigste und spannendste Preis dieser Gala war. Sieger in dieser Kategorie ist "Das Schwarze Auge - Drakensang".

Der erste Deutsche Computerspielpreis wurde im Rahmen der Munich Gaming veranstaltet, die vom 1. bis 3. April im Mathäser Filmpalast stattfindet. Veranstalter der Preisverleihung sowie des Kongresses der Munich Gaming ist die Medientage München GmbH, die damit neben den MEDIENTAGEN MÜNCHEN eine weitere Plattform für Information und Austausch für die Medien- wie die Gamesbranche geschaffen hat. Im Jahr 2011 wird der Deutsche Computerspielpreis erneut in München vergeben.

Alle Preisgelder, die an diesem Abend an die Gewinner übergeben wurden, dienen der Förderung und Entwicklung weiterer hochkarätiger Computerspiele. Kulturstaatsminister Bernd Neumann betonte: "Wir sind überzeugt, dass dieser Preis den Wirtschaftsstandort Deutschland im Hinblick auf die Entwicklung kulturell und pädagogisch wertvoller Computerspiele fördert und nachhaltig stärkt".

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