gamescom: EA fordert Abschaffung der USK

von Jochen Gebauer (20. August 2009)

Am Rande der Kölner Messe hat sich Gerhard Florin, bei EA für das internationale Publishing zuständig, in einem Gespräch mit Spiegel Online über die Jugendschutz-Situation in Deutschland geäußert - und zwar nachdrücklich. "Das ist Zensur, was wir hier machen, aber keiner beschwert sich." Florin fordert in diesem Zusammenhang eine Abschaffung der USK und eine Einführung des PEGI-Systems nach europäischem Vorbild. PEGI steht für Pan European Game Information und wird als Alterseinstufungssystem in nahezu allen europäischen Ländern verwendet. Ausnahme: Deutschland. Hier prüft die USK, also eine Experten-Kommission, jeden Titel. Bei PEGI hingegen sind die Hersteller für die Altereinstufung verantwortlich.

"Wenn hier über Spiele gesprochen wird, dann über Gewalt oder angebliche Suchtgefahr, nicht über den kulturellen Stellenwert", so Florin. Diese Einschätzung erinnert an die Aussagen von Crysis-Erfinder Cevat Yerli, der vor einigen Wochen mit einer Abwanderung seiner Firma Crytek drohte, sollte es in Deutschland zu einem Verbot von "Killerspielen" kommen. "Wenn die Kreativschaffenden in Deutschland sich nicht an einem der bedeutendsten und zukunftsträchtigsten Kulturmedien beteiligen können, heißt das nichts anderes, als dass wir gezwungen sind, ins Ausland abzuwandern", sagte Yerli in diesem Zusammenhang.

Laut Spiegel Online will Florin seine Kritik am heutigen Donnerstag in einem Vortrag im Rahmen der gamescom öffentlich machen. Wir werden das natürlich beobachten.

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