Nach Amoklauf: Gymnasium soll killerspielfreie Schule werden

von Jochen Gebauer (22. September 2009)

Sechs Monate nach dem Amoklauf in Winnenden hat der Schulleiter des Schramberger Gymnasiums bekannt gegeben, dass sich seine Anstalt zu einer "killerspielfreien Schule" entwickeln soll. Spiele mit gewalttätigem Inhalt, so Bernhard Dennig, seien zwar nicht der Auslöser eines Amoklaufes, sie würden Jugendlichen allerdings ein Handlungsmodell zur Lösung ihrer Probleme liefern, das diese gegebenenfalls in die Tat umsetzten.

So sollen Lehrer und Eltern ein schulweites Bewusstsein schaffen, in dem "Killerspiele" geächtet werden. Wenn der Gesetzgeber nicht reagiere, sei es moralisch geboten, aktiv gegen ein Medium vorzugehen, das mit Amokläufen ursächlich in Zusammenhang stehe. Mittelfristig wünscht sich Dennig einen Ring von Schulen mit "killerspielfreien Zonen", die zur gesellschaftlichen Ächtung dieser Titel beitragen sollen.

Passend zu diesem Vorhaben meldet Spiegel Online heute, dass der Amoktäter von Ansbach offenbar keine Spiele mit gewalttätigem Inhalt besessen habe:

"Die Ermittler betonen ausdrücklich, im Besitz des Amokläufers hätten sich nach bisherigem Erkenntnisstand keine sogenannten Killerspiele oder indizierten Horrorfilme befunden."

Über Sinn und Unsinn eines "Killerspiele-Verbots" darf also auch weiterhin diskutiert werden.

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