Container-Aktion des Aktionskreises Winnenden floppt

von Lukas Müller (20. Oktober 2009)

Vier Spiele waren es am Ende, die in dem Container des "Aktionsbündnisses Amoklauf Winnenden" (AAW) lagen. Das Bündnis hatte den Behälter mit der Idee aufgestellt, dass Stuttgarter Familien unter dem Motto "Familien gegen Killerspiele" ihre Action-Titel entsorgen können. Zwar ist die Ausbeute nicht enorm, doch der Leiter des AAW, Hardy Schober, zeigte sich trotzdem zufrieden, auch wenn dazu eigentlich kein Grund bestand: "Wir wollen, dass diskutiert wird und ein Zeichen setzen, dass Killerspiele aus Kinderzimmern verbannt werden." Dies berichtete Die Süddeutsche Zeitung.

Die Aktion blieb von Seiten der Gamer nicht unbeantwortet und so marschierte kurz nach dem AAW auch der "Verband für Deutschlands Video- und Computerspieler" auf. Selbst Mitglieder der Piratenpartei waren auf Seiten des Verbands zu sehen. Dieser begrüße die Bemühungen des Bündnisses, Eltern auf die Freizeit-Aktivitäten ihrer Kinder aufmerksam zu machen, so Patrik Schönefeldt, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Verbands. Doch könne die "massenhafte Vernichtung von Kulturgut" angesichts der deutschen Geschichte falsch aufgefasst werden. Tatsächlich waren einige Video-Spieler anwesend, die Schilder mit Aufschriften wie "1933: Bücherverbrennung; Heute: ..." trugen.

Das "Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden" setzt sich gegen großkalibrige Waffen für Privatpersonen und besonders gegen gewaltbeinhaltende Computer-Spiele ein. Aufgrund dessen hat es bereits seit seiner Gründung viele Anfeindungen erhalten. Um etwaigen Ausschreitungen vorzubeugen, engagierte das AAW einen privaten Sicherheitsdienst für die Veranstaltung. Glücklicherweise kam es jedoch zu keinen Störungen.

Zu gewinnen gab es auch etwas: Ein T-Shirt mit Signaturen der National-Elf. Diese distanzierte sich jedoch kurz nach der Aktion von der Idee. "Wir haben in diesem Frühjahr dem "Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden" ein Nationalmannschaftstrikot zur Verfügung gestellt, um es im Rahmen einer karitativen Veranstaltung versteigern zu können. Dass wir das Trikot für eine guten Zweck zur Verfügung gestellt haben, bedeutet nicht, dass wir uns mit der "Initiative gegen Killerspiele" identifizieren", so der DFB-Pressesprecher.

Zwei der entsorgten Spiele waren übrigens ein noch originalverpacktes Grand Theft Auto - San Andreas und ein Gameboy-Spiel aus älteren Tagen.

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