Amnesty International - Ein objektiver Blick auf das Killerspiel-Phänomen

von Leon Hetges (31. Januar 2010)

Im Amnesty Journal für Februar 2010 findet sich ein Artikel, in dem sich der Kulturjournalist Thomas Lindeman mit dem Phänomen der Killerspiele auf außergewöhnlich objektive Weise auseinander setzt.

"Jeder wird zur Kampfmaschine - [...] ein kritischer Blick auf ein verstörendes Phänomen", lautet die Überschrift des Essays von Thomas Lindemann, das im Amnesty Journal - einer monatlichen Zeitschrift der Menschenrechtsorganisation Amnesty International, veröffentlicht worden ist.

Aber hinter der etwas reißerischen Überschrift verbirgt sich ein objektiver Artikel über den aktuellen Trend in der Spielebranche hin zu modernen high-tech Kriegsszenarien und die Anziehungskraft von Kassenschlagern wie Call of Duty - Modern Warfare 2 und Metal Gear Solid 4 - Guns of the Patriots - welche die Spiele trotz exzessiver Gewaltdarstellung zweifellos ausüben. Dabei geht der Autor wesentlich nüchterner an die Materie heran als man es bei einer Menschenrechtsorganisation - die sich entschieden gegen jede Form von Gewalt wendet - erwarten würde. "Am Ende des interaktiven Krieges steht die Idee, dass es im Kampf weder Gut noch Böse gibt.", schlussfolgert der Autor über den neuesten Ableger der Call-of-Duty-Reihe. Metal Gear Solid 4 sieht er als "nachdenkliches Kriegsspiel", das das Leid sinnlosen Tötens darstellt und das wie viele große Science-Fiction-Werke eigentlich eine Kritik an der Welt in der wir leben ist.

Um es kurz zu fassen: Herr Lindemann vertritt die Ansicht das Gewaltdarstellung schon immer ein Teil der Kultur war - von Homer bis "Der Pate" - und die aktuellen Kriegsspiele nichts eigentlich Neues sind. Das fragwürdige besteht aus seiner Sicht darin, dass das Krieg-spielen tatsächlich so viel Spaß macht und die Spieleindustrie sich sehr in den daraus entstehenden Trend ergibt.

Der Artikel ist inzwischen auch auf der offiziellen Seite von Amnesty International zu finden.

Eine erfrischende Abwechslung zur oft betriebenen einseitigen Berichterstattung zum Thema Killerspiele.

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